Forstamt Neheim-Himmelpforten (Bestand)
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M 128
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 3. Behörden und Einrichtungen des Staates und der Selbstverwaltung nach 1816 >> 3.3. Wirtschaftsverwaltung (M) >> 3.3.2. Land- und Forstwirtschaft >> 3.3.2.5. Oberförstereien (Forstämter)
1808-1972
Personalsachen (1); Etat- und Kassensachen, Beschaffung (1); Dienstländereien und -gebäude, Bausachen (11); Grundstücksangelegenheiten, Grenzsachen, Bergbau und Bauten (22); Wege (6); Verwaltung der Forsten, Forstkultur (31); Hauungssachen (3); Jagd und Fischerei (7); Nebennutzung (5); Forstschutz (1); Servituten und Steuern (5).
Bestandsgeschichte: 1803 Großherzoglich Hessen-Darmstädtischer Forst Himmelpforten; 1817 Forstrevier der Oberförsterei Oelinghausen; 1820 Forstrevier der Forstinspektion Arnsberg; 1825 Oberförsterei; 1897 Königliche Oberförsterei Himmelpforten mit Sitz in Neheim; 1919 Preußische Oberförsterei Neheim; 1932 vorübergehende Auflösung und Zusammenlegung mit der Oberförsterei Obereimer; 1934 Neuerrichtung; 1946 Staatliches Forstamt; 1971 Auflösung, forstliche Zuständigkeit in das Kammerforstamt Arnsberg-Süd integriert.
Form und Inhalt: Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel dem nunmehrigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt das kurkölnische Herzogtum Westfalen zu. Durch die Vermögenssäkularisation gelangten die Waldungen der Klöster Rumbeck, Ölinghausen, Paradies, Wedinghausen, Himmelpforten, Meschede, Grafschaft, Glindfeld, Drolshagen, Ewig und Bredelar in staatlichen Besitz, was eine Neuorganisation der Forstverwaltung erforderlich machte.
Der Wald des Klosters Himmelpforten bildete die Keimzelle der 1803 gegründeten Oberförsterei Himmelpforten. Damals wurden zwei dem Oberforstkollegium in Darmstadt unterstehende Oberforste, Arnsberg und Brilon, gebildet.
Nach der preußischen Inbesitznahme gab es im Regierungsbezirk Arnsberg mit Wirkung vom 1.7.1817 (AB 1817, 205ff.) zunächst sechs Oberförstereien, nämlich Dortmund, Hagen, Oelinghausen, Hirschberg, Rumbeck, und Grafschaft, die der Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten der Regierung Arnsberg direkt unterstanden (Leesch 1992, S. 96f.; Selter 1995, 241f.).
Bereits zum 1.1.1820 trat freilich eine neue Forstorganisation in Kraft: Als Instanz zwischen Regierung und Oberförstereien wurden zunächst vier Forstinspektionen (mit in den folgenden Jahrzehnten wechselnden Aufgaben und Zuständigkeiten) geschaffen worden, denen insgesamt 18 Oberförstereien zugeordnet waren (Selter 1995, 242 Anm. 38):
Forstinspektion Oberförstereien
ArnsbergHimmelpforten Neuhaus Obereimer Oelinghausen
Rumbeck
DortmundGevelsberg Hamm Hemer Lütgendortmund
GrafschaftBilstein Burbach Lützel Siegen Walpersdorf-
Hainchen
MeschedeBredelar Glindfeld Grafschaft Hirschberg
Schon 1827 wurde die Forstinspektion Dortmund aufgelöst, die Inspektionen Arnsberg und Meschede vereinigt. Die Oberförsterei Himmelpforten wurde 1893 nach Neheim verlegt und seitdem auch Oberförsterei Neheim genannt. 1932 wurde sie als Folge der Brüningschen Notverordnungen aufgelöst und der Oberförsterei Obereimer zugeschlagen. Da sich diese Organisationsänderung nicht bewährte, wurde das Forstamt Neheim 1934 wieder errichtet. Im Zuge der Forstverwaltungsreform (”Verordnung über die Einteilung der Forstamtsbezirke im Lande Nordrhein-Westfalen“ vom 01.12.1971) wurde das Forstamt Neheim aufgelöst und dem Kammerforstamt Arnsberg zugeschlagen.
Der 92 Nummern umfassende Aktenbestand hat eine Laufzeit von 1808 bis 1972. Die Nummern 1-61 stammen aus dem früheren, inzwischen aufgelösten Sammelbestand Regierung Arnsberg, Oberförstereien (altes Findbuch B 482). Die übrigen Akten gelangten mit dem Zugang 68/02 zusammen mit Akten anderer Forstämter aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die zuvor gemeinsam in der ”Forstlichen Dokumentationsstelle“ in den Kellerräumen des Waldschulheims Arnsberg-Obereimer lagerten, in das Staatsarchiv Münster.
Literatur
Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.
Zitierhinweis
Der Bestand ist zu zitieren: Forstamt Neheim + Nr.
Münster, im Dezember 2007
Bestandsgeschichte: 1803 Großherzoglich Hessen-Darmstädtischer Forst Himmelpforten; 1817 Forstrevier der Oberförsterei Oelinghausen; 1820 Forstrevier der Forstinspektion Arnsberg; 1825 Oberförsterei; 1897 Königliche Oberförsterei Himmelpforten mit Sitz in Neheim; 1919 Preußische Oberförsterei Neheim; 1932 vorübergehende Auflösung und Zusammenlegung mit der Oberförsterei Obereimer; 1934 Neuerrichtung; 1946 Staatliches Forstamt; 1971 Auflösung, forstliche Zuständigkeit in das Kammerforstamt Arnsberg-Süd integriert.
Form und Inhalt: Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel dem nunmehrigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt das kurkölnische Herzogtum Westfalen zu. Durch die Vermögenssäkularisation gelangten die Waldungen der Klöster Rumbeck, Ölinghausen, Paradies, Wedinghausen, Himmelpforten, Meschede, Grafschaft, Glindfeld, Drolshagen, Ewig und Bredelar in staatlichen Besitz, was eine Neuorganisation der Forstverwaltung erforderlich machte.
Der Wald des Klosters Himmelpforten bildete die Keimzelle der 1803 gegründeten Oberförsterei Himmelpforten. Damals wurden zwei dem Oberforstkollegium in Darmstadt unterstehende Oberforste, Arnsberg und Brilon, gebildet.
Nach der preußischen Inbesitznahme gab es im Regierungsbezirk Arnsberg mit Wirkung vom 1.7.1817 (AB 1817, 205ff.) zunächst sechs Oberförstereien, nämlich Dortmund, Hagen, Oelinghausen, Hirschberg, Rumbeck, und Grafschaft, die der Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten der Regierung Arnsberg direkt unterstanden (Leesch 1992, S. 96f.; Selter 1995, 241f.).
Bereits zum 1.1.1820 trat freilich eine neue Forstorganisation in Kraft: Als Instanz zwischen Regierung und Oberförstereien wurden zunächst vier Forstinspektionen (mit in den folgenden Jahrzehnten wechselnden Aufgaben und Zuständigkeiten) geschaffen worden, denen insgesamt 18 Oberförstereien zugeordnet waren (Selter 1995, 242 Anm. 38):
Forstinspektion Oberförstereien
ArnsbergHimmelpforten Neuhaus Obereimer Oelinghausen
Rumbeck
DortmundGevelsberg Hamm Hemer Lütgendortmund
GrafschaftBilstein Burbach Lützel Siegen Walpersdorf-
Hainchen
MeschedeBredelar Glindfeld Grafschaft Hirschberg
Schon 1827 wurde die Forstinspektion Dortmund aufgelöst, die Inspektionen Arnsberg und Meschede vereinigt. Die Oberförsterei Himmelpforten wurde 1893 nach Neheim verlegt und seitdem auch Oberförsterei Neheim genannt. 1932 wurde sie als Folge der Brüningschen Notverordnungen aufgelöst und der Oberförsterei Obereimer zugeschlagen. Da sich diese Organisationsänderung nicht bewährte, wurde das Forstamt Neheim 1934 wieder errichtet. Im Zuge der Forstverwaltungsreform (”Verordnung über die Einteilung der Forstamtsbezirke im Lande Nordrhein-Westfalen“ vom 01.12.1971) wurde das Forstamt Neheim aufgelöst und dem Kammerforstamt Arnsberg zugeschlagen.
Der 92 Nummern umfassende Aktenbestand hat eine Laufzeit von 1808 bis 1972. Die Nummern 1-61 stammen aus dem früheren, inzwischen aufgelösten Sammelbestand Regierung Arnsberg, Oberförstereien (altes Findbuch B 482). Die übrigen Akten gelangten mit dem Zugang 68/02 zusammen mit Akten anderer Forstämter aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die zuvor gemeinsam in der ”Forstlichen Dokumentationsstelle“ in den Kellerräumen des Waldschulheims Arnsberg-Obereimer lagerten, in das Staatsarchiv Münster.
Literatur
Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.
Zitierhinweis
Der Bestand ist zu zitieren: Forstamt Neheim + Nr.
Münster, im Dezember 2007
93 Akten.
Bestand
German
Klaus Offenberg (Red.), 200 Jahre Staatliches Forstamt Arnsberg 1803-2003 (Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Nordrhein-Westfalen 16), Arnsberg 2003.
Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.
Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 3. Behörden und Einrichtungen des Staates und der Selbstverwaltung nach 1816 (Tektonik)
- 3.3. Wirtschaftsverwaltung (M) (Tektonik)
- 3.3.2. Land- und Forstwirtschaft (Tektonik)
- 3.3.2.5. Oberförstereien (Forstämter) (Tektonik)
- Forstamt Neheim-Himmelpforten (Bestand)