Klage wegen Mißachtung eines kaiserlichen Geleitbriefes. Die Beklagten sollen Johann Hensch in Winden (Hzm. Jülich, Amt Nideggen; Kr. Düren) gewaltsam festgenommen, ihn zunächst nach Düren und dann nach Lendersdorf (Hzm. Jülich, Amt Nideggen; Kr. Düren) gebracht haben, wo ihm zu „Schmach und Schanden die Sturmglocken über ime angeschlagen“ wurde. In Hambach wurde er anschließend acht Wochen in einem Turm gefangengehalten und darauf nach Jülich gebracht, wo er drei Wochen in einen Stock geschlossen wurde. Schließlich wurde er nach Hambach und dann nach Düren „zu gleychem Spott und Schanden“ zurückgebracht, wo ihm eröffnet wurde, sein Leib und Gut sei dem Herzog von Jülich verfallen, der aber bereit sei, ihm den „Leyb ledig zu geben“, wenn er Bürgen stelle. Die Beklagten bestreiten, in erster Instanz vor das RKG gezogen werden zu können, da sie nicht reichsunmittelbar, sondern dem Herzog von Jülich unterworfen seien. Hensch bestreitet dies mit dem Verweis darauf, daß sie im Namen des Herzogs gehandelt hätten, und daraus folge „nam qui per alium facit, pro se videtur facere“. Hensch war 1532 wegen „malefitz hendell“ in Jülich vor Gericht gestellt worden.
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Klage wegen Mißachtung eines kaiserlichen Geleitbriefes. Die Beklagten sollen Johann Hensch in Winden (Hzm. Jülich, Amt Nideggen; Kr. Düren) gewaltsam festgenommen, ihn zunächst nach Düren und dann nach Lendersdorf (Hzm. Jülich, Amt Nideggen; Kr. Düren) gebracht haben, wo ihm zu „Schmach und Schanden die Sturmglocken über ime angeschlagen“ wurde. In Hambach wurde er anschließend acht Wochen in einem Turm gefangengehalten und darauf nach Jülich gebracht, wo er drei Wochen in einen Stock geschlossen wurde. Schließlich wurde er nach Hambach und dann nach Düren „zu gleychem Spott und Schanden“ zurückgebracht, wo ihm eröffnet wurde, sein Leib und Gut sei dem Herzog von Jülich verfallen, der aber bereit sei, ihm den „Leyb ledig zu geben“, wenn er Bürgen stelle. Die Beklagten bestreiten, in erster Instanz vor das RKG gezogen werden zu können, da sie nicht reichsunmittelbar, sondern dem Herzog von Jülich unterworfen seien. Hensch bestreitet dies mit dem Verweis darauf, daß sie im Namen des Herzogs gehandelt hätten, und daraus folge „nam qui per alium facit, pro se videtur facere“. Hensch war 1532 wegen „malefitz hendell“ in Jülich vor Gericht gestellt worden.
AA 0627, 2515 - H 1009/3233
AA 0627 Reichskammergericht, Teil IV: H
Reichskammergericht, Teil IV: H >> 1. Buchstabe H
1536 - 1539 (1523 - 1539)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johann Hensch (Hentsch) der Ältere, Düren Beklagter: Kuno von Vlatten, Amtmann zu Düren, und Konsorten: die Schultheißen zu Düren Johann von Merode (Roedt), Kreuzau (Hzm. Jülich, Amt Nideggen; Kr. Düren) und Jülich (Peter Römer), Arnold von Hochsteden, alle Schöffen zu Jülich, Wilhelm Adams, Landschreiber zu Jülich Prokuratoren (Kl.): Dr. Leopold Dick 1536 - Dr. Simon Engelhart 1536 - Dr. Ludwig Ziegler 1536 - Dr. Lic. Valentin Gotfried 1536 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1536 - Dr. Friedrich Reiffsteck 1536 - Dr. Ludwig Ziegler 1536 - Dr. Philipp Baumann 1536 - Dr. Hieronymus Hauser 1536 - Lic. Amandus Wolff 1537 Prozeßart: Salvi conductus Instanzen: RKG 1536 - 1539 (1523 - 1539) Beweismittel: Geleitbriefe Karls V. für Johann Hensch 3. Okt. 1523 (Q 18) bzw. für ihn und seine Söhne Johannes und Hildebrand 19. Mai 1531 (Q 19). Akten des Hauptgerichts Jülich in Sachen Herzog von Jülich ./. Johann Hensch und Söhne 1532 (Q 22). Beschreibung: 2,5 cm, 67 Bl., gebunden; Q 1 - 22. Vgl. RKG 2510 (H 1004/3228), RKG 2511 (H 1005/3229), RKG 2516 (H 1010/3234). Lit.: Johann Esser, Ein Dürener Strafrechtsfall von 1530 und sein Nachspiel, in: ZAGV 46 (1926) S. 279ff. Lothar Müller-Westphal, Wappen und Genealogien Dürener Familien, S. 441.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:32 AM CEST