Scharnhausen: Hexerei und Landesverweisung
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 210 I Bü 457
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 210 I Oberrat: Stadt und Amt Stuttgart
Oberrat: Stadt und Amt Stuttgart >> Stuttgart, Stadt und Amt, Malefizsachen
1663-1664
Anna Maria N., Dienstmagd des Pfarrers zu Scharnhausen, 15 Jahre alt, wird wegen Hexerei peinlich prozessiert. Das Juristenurteil geht auf Todesstrafe, das von Straßburg eingeholte Konsilium aber auf Entlassung derselben und dass solche bei verständigen Leuten untergebracht werden soll. Man versuchte, sie sofort in das Spital zu Nürtingen unterzubringen, und da sie dort nicht aufgenommen werden konnte, ihr im Nürtinger, Schorndorfer und Stuttgarter Amt eine Kost bei rechtlichen Leuten auszumitteln. Aber auch nicht einmal der Nachrichter wollte solche aufnehmen, worauf sie nach vorgängiger Züchtigung mit der Rute in das Spital nach Schorndorf gebracht wurde. Aber auch hier setzte man sich ihrer Aufnahme entgegen, worauf sie mit einem Reisegeld (Viaticum) von 2 Gulden außer Landes mit der Ermahnung, sich um einen ehrlichen Dienst umzusehen, verwiesen wurde. (Steht auch mit der Esslinger Hexenuntersuchung in Verbindung)
Qu 1-82 und unnummerierte Stücke
Archivale
Nürtingen ES; Spital
Scharnhausen : Ostfildern ES
Schorndorf WN; Amt
Straßburg (Strasbourg), Dép. Bas-Rhin [F]; Geistliches Gericht
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:30 MEZ
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