1510.09.29. Mit Genehmigung von Bürgermeister und Rat der Stadt Lemgo empfangen die Dechanten der St. Katharinen-Bruderschaft, Cordt Meyger und Henrick Eldersiek, vom Priester Herjohan Gotschalck, sowie von dem Kleriker Herman Strunck und dessen Großmutter Ilse Utzemans, einen Garten vor dem Ostertor. Der Garten liegt zwischen den beiden äußersten Tweten am Wege nach dem Papengarten und läuft südlich auf St. Jürgen Garten, den zur Zeit Cort Latdagen unterhat. Herjohan Gotschalck hat den Garten, wie die darauf gegebenen Briefe ausweisen, schon früher von Arnd Ryval erworben. Für die aus dem Garten aufkommenden Renten will die Bruderschaft zum Seelentroste der Stifter in der Marienkirche auf dem Chor, im Süden gegenüber dem Hochaltar auf dem dort befindlichen Becken, ein Licht unterhalten zur Hohen Messe. Gotschalck erhält jedoch den Garten zurück in Meierstatt, wofür er und Ilse Utzemans, seine Magd, jährlich zu Michaelis und zu Ostern jeweils 2 Pfund Wachs zum obengenannten Licht geben müssen; nach dem Tode beider fällt der Garten an die Bruderschaft zurück. Wird diese Memorie nicht eingehalten, so ist der Besitzer der von Herjohan fundierten Kommende berechtigt, den Garten auf anderer Weise zur Unterhaltung des Lichtes zu erwenden. Siegelankündigung: Aussteller. Dat. 1510, Michaelis. Auf der Rückseite eine Urkunde vom 29. September 1518. Notariatsinstrument: Die Dechen der Bruderschaft St. Katharinens auf der Neustadt, Nolte Traphagen und Cordt Meyger, beides Bürger zu Lemgo, bestätigen Ilse Utzemanns, daß sie "thor godeß ores sunderlikenn egen geldeß tho salicheith orer Sele" sechs Gfl. gegeben hat. Dafür soll nach Inhalt des Ratsbriefs vom 29. September 1510 (s. oben) "alle feste vnd hochtydt in der kerken vpper Niggenstadt" ein Licht gestellt werden "vppe de auerdenen (?)" und weiterbrennen, wenn die anderen Lichte ausgelöscht werden. Der Küster erhält eine Mark, damit er das Licht soll "entfengheren de me thor tydt makenn twe olde lubbesche sc§ vnd twe lemessche sc§". Zeugen sind der ehrsame Herman (?) Himmel (?) und Johann Molner. Geschrieben und unterschrieben vom Notarius Johannes Fabri de Ruden