Bericht des Kreis- und Stadtgerichtsdirektors Heinrich Felix Busch sowie des Kreis- und Stadtgerichtsrats August Karl Alexander von Roeder an Paul Johann Anselm von Feuerbach über Hausers Unfall mit der Pistole
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E 29/II Nr. 2864
E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
03.04.1830 - 04.04.1830
Enthält:
1830 April 3: Brief des (Kreis- und Stadtgerichtsdirektors Heinrich Felix) Busch an Exzellenz (Paul Johann Anselm von Feuerbach).
Gratulation zur Ernennung des Adressaten zum Kommenthur des Ordens der Württembergischen Krone. - Das Leben Kaspar Hausers war heute, und zwar zwischen 11 und 12 Uhr mittags in der größten Gefahr. Hauser wollte ein Buch vom Regal nehmen, stieg deswegen auf einen Sessel, glitt aus und griff in Richtung Wand, wo eine geladene Pistole hing. Es löste sich ein Schuss, der die rechte Kopfseite Hausers nur leicht streifte - die Kugel drang 2 Zoll tief in den Boden ein. Schreiber überzeugt sich heute abend bei Kaufmann (Johann Christian) Biberbach vom Zustand Hausers, den er schlafend vorfand. Dass die Pistole tatsächlich schon an der Wand losging, zeigen die dortigen Pulverspuren.
1830 April 3 bis 4: Brief des (Kreis- und Stadtgerichtsrats August Karl Alexander) v. Roeder an Herrn Staatsrat (= Feuerbach).
Schilderung wie vor. Der Schuss löste sich laut Schreiber, wie folgt: Hauser ... griff dabey um sich zu erhalten zufällig an das an der Wand hängende Pistol, dessen Hahn sich unglücklicherweise an dem Getäfel der Wand spannte, so daß, Letzteres abbrannte ... usf. Hauser erhielt einen Streifschuss, fiel zu Boden, ermunterte sich jedoch bald und informierte die vor seinem Zimmer postierten 2 Polizeidiener. Vor ein paar Tagen hatte Hauser dem Schreiber vom Besuch des Herrn (Otto) von Pirch erzählt, was ihn ganz aufgewühlt hatte (s. Nr. 2861 und 2862). Sollten seine Nerven dadurch derartig strapaziert worden sein, dass es zu dem Unfall kommen konnte?
1830 April 4: Nachschrift.
Hauser hatte eine unruhige Nacht, es geht ihm aber heute Morgen besser. Er teilt die Ansicht des Schreibers, daß er das Schießen Andern überlassen könne.
1830 April 3: Brief des (Kreis- und Stadtgerichtsdirektors Heinrich Felix) Busch an Exzellenz (Paul Johann Anselm von Feuerbach).
Gratulation zur Ernennung des Adressaten zum Kommenthur des Ordens der Württembergischen Krone. - Das Leben Kaspar Hausers war heute, und zwar zwischen 11 und 12 Uhr mittags in der größten Gefahr. Hauser wollte ein Buch vom Regal nehmen, stieg deswegen auf einen Sessel, glitt aus und griff in Richtung Wand, wo eine geladene Pistole hing. Es löste sich ein Schuss, der die rechte Kopfseite Hausers nur leicht streifte - die Kugel drang 2 Zoll tief in den Boden ein. Schreiber überzeugt sich heute abend bei Kaufmann (Johann Christian) Biberbach vom Zustand Hausers, den er schlafend vorfand. Dass die Pistole tatsächlich schon an der Wand losging, zeigen die dortigen Pulverspuren.
1830 April 3 bis 4: Brief des (Kreis- und Stadtgerichtsrats August Karl Alexander) v. Roeder an Herrn Staatsrat (= Feuerbach).
Schilderung wie vor. Der Schuss löste sich laut Schreiber, wie folgt: Hauser ... griff dabey um sich zu erhalten zufällig an das an der Wand hängende Pistol, dessen Hahn sich unglücklicherweise an dem Getäfel der Wand spannte, so daß, Letzteres abbrannte ... usf. Hauser erhielt einen Streifschuss, fiel zu Boden, ermunterte sich jedoch bald und informierte die vor seinem Zimmer postierten 2 Polizeidiener. Vor ein paar Tagen hatte Hauser dem Schreiber vom Besuch des Herrn (Otto) von Pirch erzählt, was ihn ganz aufgewühlt hatte (s. Nr. 2861 und 2862). Sollten seine Nerven dadurch derartig strapaziert worden sein, dass es zu dem Unfall kommen konnte?
1830 April 4: Nachschrift.
Hauser hatte eine unruhige Nacht, es geht ihm aber heute Morgen besser. Er teilt die Ansicht des Schreibers, daß er das Schießen Andern überlassen könne.
Umfang/Beschreibung: 2 Prod
Archivale
Bemerkungen: Acc.Nr. D 1/2014
Bemerkungen: Zu Busch siehe Adressbuch 1829, Anhang S. 41
Indexbegriff Person: Biberbach, Johann Christian
Indexbegriff Person: Busch, Heinrich Felix
Indexbegriff Person: Feuerbach, Paul Johann Anselm Dr. Ritter von
Indexbegriff Person: Hauser, Kaspar
Indexbegriff Person: Pirch, Otto von
Indexbegriff Person: Roeder, August Karl Alexander von
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Hauseriana (Quellen und Forschungen zu Kaspar Hauser)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Briefwechsel Diverse
Bemerkungen: Zu Busch siehe Adressbuch 1829, Anhang S. 41
Indexbegriff Person: Biberbach, Johann Christian
Indexbegriff Person: Busch, Heinrich Felix
Indexbegriff Person: Feuerbach, Paul Johann Anselm Dr. Ritter von
Indexbegriff Person: Hauser, Kaspar
Indexbegriff Person: Pirch, Otto von
Indexbegriff Person: Roeder, August Karl Alexander von
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Hauseriana (Quellen und Forschungen zu Kaspar Hauser)
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Briefwechsel Diverse
Kreis- und Stadtgerichtsdirektor
Kreis- und Stadtgerichtsrat
Exzellenz
Bericht
Kommentur
Orden der Württembergischen Krone
Gratulation
Buch
Regal
Sessel
Ausrutschen
Pistole
Pistolenschuss
Streifschuss
Kopfverletzung
Kaufmann
Schlaf
Pulverspuren
Schmauchspuren
Staatsrat
Pistolenhahn
Wandtäfelung
Polizeidiener
Besuch
Nervenanspannung
Nachtruhe
Einsicht
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:00 PM CEST
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