4.2.3. Innenministerium
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Tektonik
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik) >> 4. Oberste und obere Landesbehörden NRW >> 4.2. Oberste Landesbehörden
Behördengeschichte 1. Entstehung: 1946 2. Schließung: / 3. Zuständigkeiten: politische und administrative Leitung der inneren Landesangelegenheiten, soweit sie nicht Fachministerien übertragen sind; 1963 bearbeitet das Innenministerium: Verfassungsangelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung zusammen mit dem Ministerpräsidenten und dem Justizminister; Wahlen; allgemeine Angelegenheiten der Verwaltungsorganisation und des Verwaltungsverfahrens, behördliches Vorschlagswesen; allgemeines Ordnungsrecht, Melde-, Pass- und Ausweiswesen, Vereins-, Presse, Versammlungs-, Waffenwesen; Ausländerangelegenheiten; Sammlungs- und Lotteriewesen; Feiertagsschutz; Ordnungsangelegenheiten, die keinem anderen Minister zugewiesen sind; Staatsangehörigkeits- und Personenstandswesen, Staatssymbole, Kriegsgräberfürsorge, Grundsatzfragen der Enteignung, allgemeine Stiftungsangelegenheiten; Angelegenheiten der Gemeinden und Gemeindeverbände, insbesondere kommunales Verfassungsrecht, kommunales Wirtschafts- und Prüfungswesen, Kommunalfinanzen einschließlich kommunaler Finanzausgleich zusammen mit dem Finanzminister; Feuerschutz, Sparkassenwesen zusammen mit dem Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr; Recht des öffentlichen Dienstes mit Ausnahme des Besoldungs-, Versorgungs- und Tarifrechts, kommunales Dienstrecht; Polizei; Verfassungsschutz; Wiedergutmachung; Gesundheitswesen, insbesondere allgemeine und Sozialhygiene, Heilberufe (ausgenommen Tierärzte), Lebensmittelüberwachung (ausgenommen Lebensmittel tierischer Herkunft); Grundsatzfragen der zivilen Verteidigung, ziviler Bevölkerungsschutz; Staatsbürgerliches Bildungswesen. 4. Organisationsstruktur: seit Gründung fünf Abteilungen: I. Verfassung und Verwaltung; II. Beamten- und Personalangelegenheiten; III. Kommunalaufsicht; IV. Öffentliche Sicherheit (bzw. schon bald Polizei); V. Sonderaufgaben (Wehrmachtguterfassung, Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts, Kriegsgefangenenrückkehr); organisatorischer Aufbau war Schwankungen unterworfen, verhältnismäßig beständig waren Abt. I-III; 1949 wurde die Abteilung III D des Sozialministeriums (d.h. die Betreuung der politisch, rassisch und religiös Verfolgten - ursprünglich ”Fürsorge für die Opfer des Faschismus" -) in die Abteilung V des Innenministeriums eingegliedert (zeitweilige Bezeichnung ”Landesamt für Wiedergutmachung" - Abteilung V/1 -); seit 1951: Personalausgleichsstelle beim Innenministerium; 1952 Sonderbeauftragter für den zivilen Luftschutz, der unmittelbar dem Innenminister unterstand; 1950 ”Landesamt für Verfassungsschutz", seit 1954 mit diesem Namen, bildete aber eine Abteilung des Ministeriums; Abteilungen seit 2005: I (Verfassung, EU-Recht, Wahlen, Staatshoheitsrecht, Datenschutz, Ausländerangelegenheiten), II (Personal, Öffentliches Dienstrecht), III (Kommunale Angelegenheiten, Vermessung), IV (Polizei), V (Organisation, Verwaltungsmodernisierung, IT, Haushalt), VI (Verfassungsschutz), VII (Gefahrenabwehr), VIII (Sport, Sportstätten), zusätzlich Steuerungsgruppe Verwaltungsstrukturreform/ Binnenmodernisierung; unverändert im September 2006. 5. Amtssitz: bis 1953 das sog. Haus der Landesregierung (Mannesmannufer 1b), Teile der Behörde in der Benzenbergstr. 2 (Abt. II), in der Harkortstraße 2-4 (Abt. III) und im Gebäude der Bezirksregierung in der Cecilienallee untergebracht; 1953 Elisabethstraße 5-11, nach wie vor einzelne Abteilungen anderweitig untergebracht; erst seit 1980 war das Ministerium geschlossen untergebracht (Haroldstraße 5). 6. Minister: Dr. Walter Menzel (29.08.1946-27.07.1950), Karl Arnold (01.08.1950-14.09.1950, in Personalunion mit dem Amt des Ministerpräsidenten), Dr. Adolf Flecken (15.09.1950-25.05.1952), Dr. Franz Meyers (25.05.1952-28.02.1956), Hubert Biernat (28.02.1956-24.07.1958), Josef Hermann Dufhues (24.07.1958-23.07.1962), Willi Weyer (26.07.1962-27.05.1975), Dr. Burkhard Hirsch (19.11.1975-28.05.1980), Dr. Herbert Schnoor (04.06.1980-17.07.1995), Franz-Josef Kniola (17.07.1995-04.06.1998), Dr. Fritz Behrens (Juni 1998-Juni 2005), Dr. Ingo Wolf (seit Juni 2005).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
21.04.2026, 08:22 MESZ