LLA 002/037
LLA Lindenschmit, Ludwig d. Ä.
Lindenschmit, Ludwig d. Ä. >> Korrespondenz >> Briefe an LLA/RGZM
Inhalt/Beschreibung/Darin: "W.M. Wylie viro doctissimo
L. Lindenschmit S.
Quinque et viginti anni fugerunt,
amice colendissime, quod Latine
scribere conatus sum. Usum
non diutius habeo - 'infandum
jubes renovare dolorem'.
Literas tuas, simul ac
reliquarum imagines
recepi libenter. Gratias tibi
summas ago - quin etiam
eruditissimo doctore Wilhelmi
pro libellis suis [...]
a te receptis.
Sua [?] detexit amicus
optimus de Dürrich cito
breviter narrare mihi propono.
Si ea edere Societati nostra [nostrae?] placeat
tu certissime non exempla desiderabis.
Sepulcrum in monte Heuberg
Kelticum quidem, sed novissimum
esse, mihi verisimile videtur.
De pugionibus, quorum
effigies, tam bene delineates,
misisti, socio nostro C.H. Smith,
J Y. Akerman quoque, alterisque
antiquitatum etudiscissimis
consului. In Museo Britannico
nec Italia nec similia existunt;
nec credo reliquias huiusmodi
in Anglia umquam detectas
esse. Fibula (No 3) fortasse
aliquantum forma Etrusca
genere videtur?
Literas promessas, simul
ac descriptionem et imagines
reliquiarum apud Nordendorf
nuperrime detectarum, avide
exspecto. Tua venia rem tanta [tantae]
fidei et utilitatis communis
Societati Arch. Lond. notam
faciem.
Quod attinet ad questionem
historicam angonis veterum
Francorum, tela huiusmodi
sarmata in Francia et in
Germania nuper detecta -
quamvis inter se levissima
dissident - ea tamen omnia
pariter angones esse credo.
Dic mihi, quaeso, anne
acceperis exempla mea [meae]
dissertationis, de tumulis
Oberflachtensibus, tibi, tuaeque
doctissimae societati
jam quidem missae? Si forte
in via male surrepta [?]
fuerint - quod valde timeo -
exempla iterum transmittam.
Invitissimus Latine
scripsi. Vale et fave.
Londini. D. XV ante Kal. Aprilis.
Inscribe si placet
W.M. Wylie [...]
U. University Club
Pall Mall
London
[Nachschrift:]
XIV. K. Apr.
His jam scriptis, tuas 15. [...] recepi.
Scribere nolui, quem tibi de pugionibus
certiora posse dicere sperarem."
Übersetzung:
W.M. Wylie dem allergelehrtesten
Herrn L. Lindenschmit senior
Fünfundzwanzig Jahre sind dahingegangen - verehrtester Freund -, seit ich in Latein zu schreiben mich abgemüht habe. Ich habe lange keine Praxis gehabt - "unsagbaren Schmerz befiehlst Du zu erneuern". Deine Briefe, ebenso die restlichen Bilder, habe ich gern erhalten. Ich statte Dir höchsten Dank ab, nicht minder auch dem höchst gelehrten Doktor Wilhelmi für seine durch Dich erhaltenen Schriften. Ich nehme mir vor, schnell [und] kurz zu erzählen, was [?] der allerbeste Freund von Dürrich entdeckt hat. Wenn es unserer Gesellschaft gefällt, dieses herauszugeben, wirst Du sicher keine Exemplare [vergebens] wünschen. Das gewisse keltische Grab auf dem Heuberg, auch wenn es noch sehr neu ist, scheint mir sehr ähnlich zu sein. Bezüglich der Dolche, deren so gut gezeichnete Abbildungen Du geschickt hast, habe ich unser Mitglied C.H. Smith
und auch J.Y. Akerman, beide höchst studiert in Altertümern, zu Rate gezogen. Weder im Britischen Museum noch in Italien gibt es ähnliche, und ich glaube nicht, dass Relikte dieser Art jemals in England entdeckt worden sind. Die Fibel Nr. 3 scheint vielleicht ein wenig eine Form etruskischer Art zu besitzen? Die versprochenen Schriften, ebenso wie die Beschreibung und die Bilder der jüngst bei Nordendorf entdeckten Überreste, erwarte ich begierig. Mit Deiner Erlaubnis werde ich eine Sache von so großer Gewissheit und von allgemeiner Förderlichkeit der Archäologischen Gesellschaft von London bekannt machen. Was die historische Frage des Angos der alten Franken angeht: Wurfwaffen dieser sarmatischen Art sind in Frankreich und Deutschland jüngst entdeckt worden; auch wenn sie sich untereinander ein wenig unterscheiden, glaube ich, dass sie gleichwohl alle gleichermaßen Angones sind. Teile mir mit, bitte ich, ob Du die Exemplare meiner Abhandlung über die Gräber von Oberflacht erhalten hast, welche ich Dir und Deiner gelehrten Gesellschaft schon früher geschickt habe? Wenn sie möglicherweise auf dem [Transport-]Weg schlecht [behandelt o.ä.] worden sind - was ich sehr befürchte - werde ich die Bände zum zweiten Mal schicken. Höchst ungern habe ich in Latein geschrieben,
Lebe wohl und sei gnädig gesinnt.
London, 15. Tag vor den Kalenden des April
Schreiben, wenn es beliebt, an
W.M. Wylie Leg [?]
U. University Club
Pall Mall
London
(Nachschrift)
14. Tag vor den Kal. April
Dies schon geschrieben habend, habe ich Deine 15 [...] erhalten. Ich will nicht schreiben, was ich Dir über die Dolche Lateinisch Zuverlässigeres hoffe sagen zu können.
Transkription und Übersetzung: Hermann Ament
L. Lindenschmit S.
Quinque et viginti anni fugerunt,
amice colendissime, quod Latine
scribere conatus sum. Usum
non diutius habeo - 'infandum
jubes renovare dolorem'.
Literas tuas, simul ac
reliquarum imagines
recepi libenter. Gratias tibi
summas ago - quin etiam
eruditissimo doctore Wilhelmi
pro libellis suis [...]
a te receptis.
Sua [?] detexit amicus
optimus de Dürrich cito
breviter narrare mihi propono.
Si ea edere Societati nostra [nostrae?] placeat
tu certissime non exempla desiderabis.
Sepulcrum in monte Heuberg
Kelticum quidem, sed novissimum
esse, mihi verisimile videtur.
De pugionibus, quorum
effigies, tam bene delineates,
misisti, socio nostro C.H. Smith,
J Y. Akerman quoque, alterisque
antiquitatum etudiscissimis
consului. In Museo Britannico
nec Italia nec similia existunt;
nec credo reliquias huiusmodi
in Anglia umquam detectas
esse. Fibula (No 3) fortasse
aliquantum forma Etrusca
genere videtur?
Literas promessas, simul
ac descriptionem et imagines
reliquiarum apud Nordendorf
nuperrime detectarum, avide
exspecto. Tua venia rem tanta [tantae]
fidei et utilitatis communis
Societati Arch. Lond. notam
faciem.
Quod attinet ad questionem
historicam angonis veterum
Francorum, tela huiusmodi
sarmata in Francia et in
Germania nuper detecta -
quamvis inter se levissima
dissident - ea tamen omnia
pariter angones esse credo.
Dic mihi, quaeso, anne
acceperis exempla mea [meae]
dissertationis, de tumulis
Oberflachtensibus, tibi, tuaeque
doctissimae societati
jam quidem missae? Si forte
in via male surrepta [?]
fuerint - quod valde timeo -
exempla iterum transmittam.
Invitissimus Latine
scripsi. Vale et fave.
Londini. D. XV ante Kal. Aprilis.
Inscribe si placet
W.M. Wylie [...]
U. University Club
Pall Mall
London
[Nachschrift:]
XIV. K. Apr.
His jam scriptis, tuas 15. [...] recepi.
Scribere nolui, quem tibi de pugionibus
certiora posse dicere sperarem."
Übersetzung:
W.M. Wylie dem allergelehrtesten
Herrn L. Lindenschmit senior
Fünfundzwanzig Jahre sind dahingegangen - verehrtester Freund -, seit ich in Latein zu schreiben mich abgemüht habe. Ich habe lange keine Praxis gehabt - "unsagbaren Schmerz befiehlst Du zu erneuern". Deine Briefe, ebenso die restlichen Bilder, habe ich gern erhalten. Ich statte Dir höchsten Dank ab, nicht minder auch dem höchst gelehrten Doktor Wilhelmi für seine durch Dich erhaltenen Schriften. Ich nehme mir vor, schnell [und] kurz zu erzählen, was [?] der allerbeste Freund von Dürrich entdeckt hat. Wenn es unserer Gesellschaft gefällt, dieses herauszugeben, wirst Du sicher keine Exemplare [vergebens] wünschen. Das gewisse keltische Grab auf dem Heuberg, auch wenn es noch sehr neu ist, scheint mir sehr ähnlich zu sein. Bezüglich der Dolche, deren so gut gezeichnete Abbildungen Du geschickt hast, habe ich unser Mitglied C.H. Smith
und auch J.Y. Akerman, beide höchst studiert in Altertümern, zu Rate gezogen. Weder im Britischen Museum noch in Italien gibt es ähnliche, und ich glaube nicht, dass Relikte dieser Art jemals in England entdeckt worden sind. Die Fibel Nr. 3 scheint vielleicht ein wenig eine Form etruskischer Art zu besitzen? Die versprochenen Schriften, ebenso wie die Beschreibung und die Bilder der jüngst bei Nordendorf entdeckten Überreste, erwarte ich begierig. Mit Deiner Erlaubnis werde ich eine Sache von so großer Gewissheit und von allgemeiner Förderlichkeit der Archäologischen Gesellschaft von London bekannt machen. Was die historische Frage des Angos der alten Franken angeht: Wurfwaffen dieser sarmatischen Art sind in Frankreich und Deutschland jüngst entdeckt worden; auch wenn sie sich untereinander ein wenig unterscheiden, glaube ich, dass sie gleichwohl alle gleichermaßen Angones sind. Teile mir mit, bitte ich, ob Du die Exemplare meiner Abhandlung über die Gräber von Oberflacht erhalten hast, welche ich Dir und Deiner gelehrten Gesellschaft schon früher geschickt habe? Wenn sie möglicherweise auf dem [Transport-]Weg schlecht [behandelt o.ä.] worden sind - was ich sehr befürchte - werde ich die Bände zum zweiten Mal schicken. Höchst ungern habe ich in Latein geschrieben,
Lebe wohl und sei gnädig gesinnt.
London, 15. Tag vor den Kalenden des April
Schreiben, wenn es beliebt, an
W.M. Wylie Leg [?]
U. University Club
Pall Mall
London
(Nachschrift)
14. Tag vor den Kal. April
Dies schon geschrieben habend, habe ich Deine 15 [...] erhalten. Ich will nicht schreiben, was ich Dir über die Dolche Lateinisch Zuverlässigeres hoffe sagen zu können.
Transkription und Übersetzung: Hermann Ament
2 Blatt
Papier
Brief
Latein
Wylie, William
Michael - Absenderin, Absender
Smith, C. H. - Erwähnt
United University Club (London),
Pall Mall - Absenderin, Absender
London (Großbritannien) - Absendeort
Heuberg - Erwähnt
Nordendorf - Erwähnt
Oberflacht - Erwähnt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.05.2026, 11:29 MESZ
Namensnennung 4.0 International