Finanzamt Bad Mergentheim: Steuerakten jüdischer Bürger (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, K 28 I
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Reichs-/Bundesbehörden und Reichs-/Bundesorganisationen >> Geschäftsbereich Reichs-/Bundesfinanzministerium >> Geschäftsbereich Reichsfinanzministerium >> Finanzämter
1911-1965
Überlieferungsgeschichte
Im März 2011 teilte der Leiter des Finanzamtes Bad Mergentheim dem Staatsarchiv Ludwigsburg mit, dass sich in einem Schrank auf dem Dachboden des Finanzamtes zahlreiche Steuerakten von jüdischen Bürgern befinden würden. Entdeckt wurden sie dort, nachdem Herr Hartwig Behr, der seit vielen Jahren über die Juden im Kreis Mergentheim forscht, dem Hinweis eines pensionierten Finanzbeamten nachging, der noch aus der Anfangszeit seiner Berufstätigkeit von der Existenz dieser Akten wusste. Gesichert ist, dass die Steuerakten in den 1950er Jahren für die Erteilung von Auskünften in laufenden Wiedergutmachungsverfahren herangezogen wurden.
Inhalt und Bewertung
Bereits Ende März 2011 kam das Schriftgut des Finanzamtes Bad Mergentheim im Staatsarchiv Ludwigsburg ein (Zugang 2011/31).
Es umfasst den Zeitraum 1911-1965 und enthält neben einigen wenigen Steuerstrafakten von jüdischen und nichtjüdischen Bürgern auch einen geringfügigen Anteil von Verwaltungsschriftgut zur Geschäftsorganisation des Finanzamts und zur Vermögenssituation der Juden, wobei hier die Handakte eines Finanzbeamten über die Versteigerungen von jüdischem Besitz besonders hervorzuheben ist. Den umfangreichen Hauptteil bilden aber die Steuerakten von jüdischen Bürgern und jüdischen Firmen, insbesondere Unterlagen zur Einkommen-und Vermögensteuer, zu Einheitswert, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Von einigen Bürgern blieb auch der Schriftwechsel zur Erhebung der Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe erhalten.
Alle nach 1945 entstandenen Aktenteile sind im Zusammenhang mit Wiedergutmachungsverfahren entstanden.
Inhaltlich sei hier auf die ausführliche Vorbemerkung zu Bestand K 26 Finanzamt Heilbronn: Steuerakten jüdischer Bürger verwiesen.
Bei den Titelaufnahmen der Steuerakten wurde versucht, alle Angaben zu den steuerpflichtigen Personen einer Akte zu erfassen, worunter Name und Geburtsdatum des Steuerpflichtigen, bei Verheirateten auch Name und Geburtsdatum des Ehepartners, der Wohnort und eventuell vorhandene Angaben zur Auswanderung zu verstehen sind. Vorhandene Angaben zu weiteren im Haushalt lebenden Personen, z.B. Kinder, Geschwister oder Haushaltshilfen, konnten jedoch ebensowenig wie gelegentlich auftauchende sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen für andere Personen aus der Familie aufgeführt werden.
Bü 120 wurde im November 2020 in den Bestand integriert. Die Steuerakte stammt aus dem unverzeichneten Teil der Verwaltungsakten des Landesamts für Wiedergutmachung (Bestand EL 350 II).
Im März 2011 teilte der Leiter des Finanzamtes Bad Mergentheim dem Staatsarchiv Ludwigsburg mit, dass sich in einem Schrank auf dem Dachboden des Finanzamtes zahlreiche Steuerakten von jüdischen Bürgern befinden würden. Entdeckt wurden sie dort, nachdem Herr Hartwig Behr, der seit vielen Jahren über die Juden im Kreis Mergentheim forscht, dem Hinweis eines pensionierten Finanzbeamten nachging, der noch aus der Anfangszeit seiner Berufstätigkeit von der Existenz dieser Akten wusste. Gesichert ist, dass die Steuerakten in den 1950er Jahren für die Erteilung von Auskünften in laufenden Wiedergutmachungsverfahren herangezogen wurden.
Inhalt und Bewertung
Bereits Ende März 2011 kam das Schriftgut des Finanzamtes Bad Mergentheim im Staatsarchiv Ludwigsburg ein (Zugang 2011/31).
Es umfasst den Zeitraum 1911-1965 und enthält neben einigen wenigen Steuerstrafakten von jüdischen und nichtjüdischen Bürgern auch einen geringfügigen Anteil von Verwaltungsschriftgut zur Geschäftsorganisation des Finanzamts und zur Vermögenssituation der Juden, wobei hier die Handakte eines Finanzbeamten über die Versteigerungen von jüdischem Besitz besonders hervorzuheben ist. Den umfangreichen Hauptteil bilden aber die Steuerakten von jüdischen Bürgern und jüdischen Firmen, insbesondere Unterlagen zur Einkommen-und Vermögensteuer, zu Einheitswert, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Von einigen Bürgern blieb auch der Schriftwechsel zur Erhebung der Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe erhalten.
Alle nach 1945 entstandenen Aktenteile sind im Zusammenhang mit Wiedergutmachungsverfahren entstanden.
Inhaltlich sei hier auf die ausführliche Vorbemerkung zu Bestand K 26 Finanzamt Heilbronn: Steuerakten jüdischer Bürger verwiesen.
Bei den Titelaufnahmen der Steuerakten wurde versucht, alle Angaben zu den steuerpflichtigen Personen einer Akte zu erfassen, worunter Name und Geburtsdatum des Steuerpflichtigen, bei Verheirateten auch Name und Geburtsdatum des Ehepartners, der Wohnort und eventuell vorhandene Angaben zur Auswanderung zu verstehen sind. Vorhandene Angaben zu weiteren im Haushalt lebenden Personen, z.B. Kinder, Geschwister oder Haushaltshilfen, konnten jedoch ebensowenig wie gelegentlich auftauchende sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen für andere Personen aus der Familie aufgeführt werden.
Bü 120 wurde im November 2020 in den Bestand integriert. Die Steuerakte stammt aus dem unverzeichneten Teil der Verwaltungsakten des Landesamts für Wiedergutmachung (Bestand EL 350 II).
120 Büschel (2,8 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:40 PM CET
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