Klage wegen Landfriedensbruchs. Johann Kremer soll einen Offermann in Dahlen erschossen haben. Darauf befahl der Herzog seinen Amtleuten die Festnahme Kremers und ließ ihn dem Bischof von Lüttich „als seinem Ordinario“ überstellen. Nach Beratung der Räte des Bischofs und des Herzogs wurde Kremer des Amts Brüggen verwiesen und sollte keinen Zugang zu seiner Vikarie zu Brüggen mehr haben, was er in einem Vertrag anerkannt haben soll. Vom Herzog erhielt er sogar noch 15 Malter Roggen für seinen Unterhalt. Kremer dagegen bestreitet jede Tötungsabsicht. Der Vorfall habe sich vor 36 Jahren zugetragen. In Notwehr habe er dem Glöckner mit einem kleinen „Brotmesserlein“ eine kleine Wunde am Hals zugefügt, an der dieser verstorben sei. Nach Absolution durch den Bischof von Lüttich und nachdem er sich mit der Verwandtschaft des Getöteten verglichen hatte, habe er seine Benefizien zurückerhalten. Völlig überraschend sei er dann nach über zwanzig Jahren festgenommen worden.
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Klage wegen Landfriedensbruchs. Johann Kremer soll einen Offermann in Dahlen erschossen haben. Darauf befahl der Herzog seinen Amtleuten die Festnahme Kremers und ließ ihn dem Bischof von Lüttich „als seinem Ordinario“ überstellen. Nach Beratung der Räte des Bischofs und des Herzogs wurde Kremer des Amts Brüggen verwiesen und sollte keinen Zugang zu seiner Vikarie zu Brüggen mehr haben, was er in einem Vertrag anerkannt haben soll. Vom Herzog erhielt er sogar noch 15 Malter Roggen für seinen Unterhalt. Kremer dagegen bestreitet jede Tötungsabsicht. Der Vorfall habe sich vor 36 Jahren zugetragen. In Notwehr habe er dem Glöckner mit einem kleinen „Brotmesserlein“ eine kleine Wunde am Hals zugefügt, an der dieser verstorben sei. Nach Absolution durch den Bischof von Lüttich und nachdem er sich mit der Verwandtschaft des Getöteten verglichen hatte, habe er seine Benefizien zurückerhalten. Völlig überraschend sei er dann nach über zwanzig Jahren festgenommen worden.
AA 0627, 3177 - K 594/1503
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 2. Buchstabe K
1535 - 1542 (1535 - 1542)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johann Kremer, Priester zu Dahlen (Hzm. Jülich, Amt Brüggen; Rheindahlen, Mönchengladbach) Beklagter: Herzog Johann von Jülich, Kleve und Berg und seine Amtleute Gotthard Angris zu Kirchhoven (Hzm. Jülich, Amt Heinsberg; Selfkantkr. Geilenkirchen-Heinsberg), Heinrich Meutter, Dahlen, und Christian Büchsenschütz, Vogt zu Dahlen Prokuratoren (Kl.): Lic. Valentin Gottfried (1536) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Hieronymus Lerchenfelder 1536 - Dr. Ludwig Ziegler 1540 Prozeßart: Zitationsprozeß Instanzen: RKG 1535 - 1542 (1535 - 1542) Beschreibung: 2 cm, 53 Bl., lose; Q 1 - 16.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:45 AM CEST