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Kirchengemeinde Datteln (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 04. Deposita von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden >> 04.2. KG Kirchengemeinden >> 04.2.19. Kirchenkreis Recklinghausen
1885 - 2014
Evangelische Kirchengemeinde Datteln(Kirchenkreis Recklinghausen)Gründung: 1. Oktober 1920 Katechismus: Luth. Kat.Gab es im Raum Waltrop-Datteln auch bereits im Zuge der Reformation vorübergehend Anhängerder lutherischen Lehre, so liegen die eigentlichen Anfänge der evangelischen KirchengemeindeDatteln im ausgehenden 19. Jahrhundert [B 690, 47]. Bis dahin waren die vereinzeltenEvangelischen der Ämter Waltrop und Datteln in keine evangelische Gemeinde eingepfarrt, sondernhielten sich zum Gottesdienst an die Kirchen in Mengede, Brechten, Recklinghausen undLüdinghausen. Die Anlage von Rieselfeldern, der Bau des Dortmund-Ems-Kanals (1892-1898)und insbesondere die Errichtung eines Schiffshebewerks in Meckinghoven-Henrichenburg sorgtedann für weiteren Zuzug. Der im Sommer 1898 nach Waltrop-Datteln entsandte HilfspredigerHeinrich Trippe verwaltete bald die zum 1.10.1899 gegründete selbständige KirchengemeindeWaltrop-Datteln, seit 1905 als Pfarrer. Nachdem die ersten evangelischen Gottesdienste in Datteln1898 noch in Gastwirtschaften und Kantinen gefeiert werden mussten, konnte bereits am1.11.1901 in der Nähe des Hebewerks in Meckinghoven eine Kapelle („Friedenskirche“) eingeweihtwerden. 1902 wurde ein Pfarrhaus erbaut [B 1094, 5; W 10810, 7-16; LkA EKvW 3.37/489].Aufgrund des weiteren Anwachsens der Gemeindegliederzahlen in beiden Gemeindebezirkenerhielt der Bezirk Datteln zum 1.10.1909 einen ordinierten Hilfsprediger zugewiesen, währendPfarrer Trippe seinen Wohn- und Amtssitz von Meckinghoven nach Waltrop verlegte. Von 1909bis 1916 war die am Nonnenrott in Datteln aufgestellte hölzerne Notkirche das Gotteshaus derGemeinde. Ende 1911 beschloss die größere Gemeindevertretung der Kirchengemeinde Waltrop-Datteln die Errichtung einer 2. Pfarrstelle mit dem Amtssitz in dem durch die Ausbreitung desKohlenbergbaus stärker anwachsenden Gemeindeteil Datteln. Die Pfarrstellengründung erfolgtezum 1.6.1912 [KA 1912, 47f.]; die Gemeinde besaß das Pfarrwahlrecht. Am 17.12.1916 wurdein der Zechensiedlung Beisenkamp das Lutherhaus eingeweiht, in dessen Kirchsaal fortan dieGottesdienste stattfanden. Bereits 1915 und 1917 wurde die Gründung einer 2. Pfarrstelle für denGemeindebezirk Datteln und die Teilung der Kirchengemeinde Waltrop-Datteln in zwei selbständigeKirchengemeinden geplant; die Vorhaben konnten wegen des Krieges jedoch noch nichtumgesetzt werden. 1919 dann beschloss die größere Gemeindevertretung zunächst die Einrichtungeiner Hilfspredigerstelle in Datteln, sodann die Trennung der Gesamtkirchengemeinde unddie Errichtung einer 2. Pfarrstelle für die zu errichtende Kirchengemeinde Datteln. Hierzu erteiltendie Kirchenbehörden am 20.8.1920 ihre Zustimmung. Die Kirchengemeinde Datteln wurdeam 1.10.1920 mit zwei Pfarrstellen errichtet [KA 1920, 78]. Karl Ecke wurde Pfarrer der neu gebildeten2. Pfarrstelle [B 1094; B 1717, 24; W 11613].Während der französischen Besatzungszeit (1923-1925) erhielt der anwesende französischeOffizier Etienne Bach nach Bekanntschaft mit der Gemeinschaftsbewegung den Impuls zumAufbau der Chevaliers de la paix, einem Vorläufer des „Christlichen Friedensdienstes“ [B 2101,366]. Am Neumarkt wurde am 4.11.1928 die neuerbaute Lutherkirche eingeweiht (1944 bombenbeschädigt)[W 11613]. Im Sommer 1933 gründete sich kurz nach den Kirchenwahlen eineOrtsgruppe der DC in Datteln. Das Presbyterium besaß eine klare DC-Mehrheit. Im Kirchenkampfnach 1933 gehörten beide Pfarrer der BK an, wenngleich gemäß ihrer grundverschiedenenWesensarten unterschiedlich aktiv. Im Gegensatz zu dem sachlichen, theologisch nicht sonderlichinteressierten Pfarrer Wunderlich wurde der Notbundpfarrer Ecke aufgrund seiner Haltung indiesen Jahren mehrfach polizeilich und gerichtlich belangt. Als der Katechumenen- und Konfirmandenunterricht nicht mehr in den Räumen der Schulen erteilt werden durfte, erwarb PfarrerEcke die Notkirche für Meckinghoven, die zwischenzeitlich in Westerholt gestanden hatte. Hierkonnte er unterrichten und seine Gemeinde versammeln. Nach Bombenschäden an der Friedenskirche(1943) stellte Ecke der Gemeinde während des Zweiten Weltkriegs die Notkirche zur Verfügung,die daraufhin den Namen „Segenskirche“ erhielt [LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. I; W10810, 5f., 11f., 21, 43f., 53-56; LkA EKvW 2 neu/Datteln 8, Bd. I].Nach jahrelangen Renovierungsarbeiten konnte die Friedenskirche am 18.12.1949 wiedereingeweiht werden [W 10810, 12]. 1952 verstarb der pietistisch geprägte Pfarrer Ecke, dessen30-jährige Amtszeit die Kirchengemeinde „uniert mit pietistischem Einschlag“ werden ließ [B691, 192]. Die persönlich-theologische Haltung Eckes prägte manche Gemeindekreise in Lehreund Leben, u.a. durch seine „Volksmission Datteln“ [B 1094, 21; W 10810, 82]. Mitte der1950er Jahre entstand ein anstelle der abbruchreifen Notkirche erbauter Kirchsaal in Datteln-Süd:Der Kirchsaal Meckinghoven, später zur Versöhnungskirche umgestaltet, wurde am 14.3.1954im neu entstandenen Gemeindehaus eingeweiht und löste damit die Segenskirche ab. Mit demPfarrhausbau 1956 wurde die Schaffung eines kirchlichen Mittelpunktes in Meckinghoven abgeschlossen[W 11612, 8, 30; B 690, 47; LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. II].Für den südlichen Gemeindebezirk der Diasporagemeinde wurde zum 1.11.1953 eine weitere,3. Pfarrstelle errichtet [KA 1953, 78]. Unter dem Namen „Erlöserkirche“ wurde am 3.11.1963die neu erbaute evangelische Kapelle mit Jugendheim in Henrichenburg eingeweiht [LkA EKvW2 neu/Datteln 4, Bd. III]. Zum 1.3.1964 wurde eine 4. Pfarrstelle errichtet [KA 1964, 17] undzum 1.4.1970 eine 5. Pfarrstelle [KA 1970, 102f.]. Nach einer dringend notwendigen Renovierungwurde die Friedenskirche am 17.12.1967 eingeweiht [W 11612, 31]. Im 4. Pfarrbezirk Hagemwurde 1967 ein Gemeindezentrum (Pfarrhaus mit Konfirmanden- resp. Gemeindesaal) erbaut[LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. III]. Nachdem es Ende der 1960er Jahre zu Konfliktenzwischen jugendlichen Gemeindegliedern und der Erwachsenenwelt resp. dem Presbyterium gekommenwar, litt die Kirchengemeinde zwischen 1971 und 1973 an einem Pfarrermangel [W11612, 36-38]. Zum 1.7.1979 wurden die Gemeindeglieder im Stadtteil Castrop-Rauxel-Henrichenburgaus der Kirchengemeinde Datteln ausgegliedert, um künftig gemeinsam eine eigeneKirchengemeinde Henrichenburg zu bilden [KA 1979, 196f.]. Die Gemeindebezirksgrenzen wurdenin der Folge neu festgesetzt [W 11612, 54]. Nach einem länger geplanten Umbau konnte derKirchsaal am 30.11.1980 wieder seiner Bestimmung übergeben werden; gelegentlich der Einweihungeiner neuen Orgel am 15.2.1981 erhielt der Kirchsaal dann den Namen „Versöhnungskirche“[W 11612, 44-49]. Seit den 1980er Jahren wurden die ökumenischen Beziehungen seitensder Kirchengemeinde entwickelt und ausgebaut. Zum 1.2.1992 gewann die KirchengemeindeDatteln durch die Neufestsetzung der Grenze zur Kirchengemeinde Erkenschwick (im Bereich„Im Bollwerk“) weitere Gemeindeglieder hinzu [KA 1992, 29f.]. Die zwischen 1983 und 1985grundlegend renovierte Lutherkirche steht seit 1985 unter Denkmalschutz [W 11613, 3; LkAEKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. V].Datteln419Series pastorum: 1. Pfarrstelle (1905):1898-1909 Heinrich Trippe [#6378] (bis 1905 Hpr in Henrichenburg)1912-1916 Christian Kleikamp [#3184] (seit 1909 Hpr)1916-1948 Friedrich Wunderlich [#7136]1948-1957 Günther Karstedt1958-1965 Friedrich Kratzer1969-1971 Pfvw Prediger (Pastor) Heinz Hoffmann1973-1978 Hans-Traugott Künkler1983-2001 Karl-Heinz Schluckebier (seit 1982 Prediger (Pastor))seit 2001 Thomas Mämecke2. Pfarrstelle (1920):1921-1952 Lic. Karl Ecke [#1420]1953-1963 Dr. Paul-Gerhard Hübner1965-1970 Friedrich Bastert1972-1977 Odo Wunnickeseit 1978 Georg Sieberg3. Pfarrstelle (1953):1952-1953 Dr. Paul-Gerhard Hübner1955-1966 Otto-Albrecht von Oppen (seit 1953 Hpr)1967-1975 Paul Papenberg1977-1993 Ernst Breutmann1993-2001 Katharina Tönsseit 2002 Christian Hüging4. Pfarrstelle (1964):1968-1972 Heinz Eckart1973-1997 Ernst-Peter Oettingseit 1995 Elke Engel-Braeuer5. Pfarrstelle (1970):1985-2004 Hansjörg Richard (seit 1998 beurlaubt)seit 1996 Antje Umbach (bis 2004 Pfr’in i.Pr.)Krankenhausseelsorge in Datteln, Oer-Erkenschwick und Waltrop:1984-2001 Barbara OettingGemeindeglieder:250 (1898); 715 (1903); 1.200 (1904); 1.482 (1908); 3.165 (1910); 5.000 (1914); 5.522 (1920);7.321 (1924); 7.700 (1928); 7.850 (1930); 12.150 (1958); 13.420 (1965); 15.200 (1970); 15.337(1978); 13.561 (1985); 12.893 (1989); 12.272 (1993); 11.867 (2000).Findmittel / Archiv: nicht erschlossenQuellen und Literatur:LkA EKvW 3.37/489; LkA EKvW 3.37/396 (Waltrop-Datteln); LkA EKvW 2/1219-2/1227; LkAEKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. I (1930-1949); LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. II (1950-1958); LkAEKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. III (1958-1968); LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. IV, Fasz. 1 (1969-1981); LkA EKvW 2 neu/Datteln 4, Bd. IV, Fasz. 2 (1969-1981); LkA EKvW 2 neu/Datteln V(1982-1987); LkA EKvW 2 neu/Datteln VI (1988-1991); LkA EKvW 2 neu/Datteln 8, Bd. I (1932-1959); EZA 7/6288; Evangelische Kirchengemeinde Datteln, o.J. (B 1094); Hermann Grochtmann:Geschichte des Kirchspiels Datteln v.d. Anfängen bis zur Gegenwart, 1951 (B 691); Festschrift zurEinweihung der Erlöserkirche Henrichenburg, (1987) (W 6305); Pfarrer lic. Karl Ecke. Ein Streiterder Bekennenden Kirche, 2001 (W 10810); Zur Geschichte des Kirchsaals Meckinghofen 1954-2004: 50 Jahre Versöhnungskirche, 2004 (W 11612); Lutherkirche Datteln, 2003 (W 11613).
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.