Das neue Europa: 15 plus 10 - Gewinner und Verlierer der Osterweiterung. Was kommt auf uns zu?
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/015 R040022/103
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/015 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2004
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2004 >> April 2004
29. April 2004
Am ersten Mai ist es soweit: das neue Europa kommt. 10 Staaten treten der EU bei. Viele Bürger sind skeptisch: Wandern Arbeitsplätze in den Osten ab? Gibt es mehr Verkehr und mehr Staus? Macht die Billigkonkurrenz aus dem Osten unsere Landwirtschaft kaputt?
Angst um Arbeitsplätze
Die Osterweiterung wird die EU grundlegend verändern. Mit Billiglöhnen und Niedrigsteuern fordern Beitrittsländer wie Tschechien, Polen oder Litauen die etablierten EU-Mitglieder heraus. Deutschland muss sich darauf einstellen, wenn es nicht zu den Verlierern des neuen Europa zählen will. Bundeskanzler Schröder (SPD) sagt: Wer Jobs ins Ausland verlagert, handelt unpatriotisch. Doch Monatslöhne, die ein Fünftel der deutschen Tariflöhne betragen, sind für viele Unternehmer allzu verlockend. Einer aktuellen Infratest-Umfrage zufolge erwarten 73 Prozent der Deutschen von der EU-Erweiterung Gefahren für Arbeitsplätze in Deutschland. Dagegen sehen nur 35 Prozent der Befragten Vorteile für die deutsche Wirtschaft.
Stundenlohn in Tschechien: 2 bis 3 Euro
Die Firma Weinhardt im württembergischen Dettenhausen produziert bereits seit drei Jahren in Tschechien. In Lomnice, einem kleinen Ort in Südböhmen, wenige Kilometer von Budweis entfernt, stellen 17 tschechische Arbeiter Ladungsträger für die Autoindustrie her. Stundenlohn: 2 bis 3 Euro. Rechnet Firmenchef Rolf Weinhardt noch Lohnnebenkosten und Steuern dazu, kommt er auf Kosten von 10 Euro pro Arbeitsstunde - in Deutschland ist es das fünffache. Dennoch hat er den Betrieb in Dettenhausen nicht aufgegeben. Nach wie vor beschäftigt der Zulieferbetrieb hier 24 Mitarbeiter. Allerdings wird in Dettenhausen geplant und in Lomnice produziert. Rolf Weinhardt sagt, auch die Arbeitsplätze hierzulande stünden auf dem Spiel, wenn er die Tochterfirma in Tschechien nicht hätte. Denn dem Preisdruck der Autoindustrie könne er nur auf diese Weise standhalten. Die Großen der Branche - von Daimler bis Peugeot - zählen zu seinen Kunden. Rolf Weinhardt fährt fast jede Woche zwischen Dettenhausen und Lomnice hin und her.
Angst um Arbeitsplätze
Die Osterweiterung wird die EU grundlegend verändern. Mit Billiglöhnen und Niedrigsteuern fordern Beitrittsländer wie Tschechien, Polen oder Litauen die etablierten EU-Mitglieder heraus. Deutschland muss sich darauf einstellen, wenn es nicht zu den Verlierern des neuen Europa zählen will. Bundeskanzler Schröder (SPD) sagt: Wer Jobs ins Ausland verlagert, handelt unpatriotisch. Doch Monatslöhne, die ein Fünftel der deutschen Tariflöhne betragen, sind für viele Unternehmer allzu verlockend. Einer aktuellen Infratest-Umfrage zufolge erwarten 73 Prozent der Deutschen von der EU-Erweiterung Gefahren für Arbeitsplätze in Deutschland. Dagegen sehen nur 35 Prozent der Befragten Vorteile für die deutsche Wirtschaft.
Stundenlohn in Tschechien: 2 bis 3 Euro
Die Firma Weinhardt im württembergischen Dettenhausen produziert bereits seit drei Jahren in Tschechien. In Lomnice, einem kleinen Ort in Südböhmen, wenige Kilometer von Budweis entfernt, stellen 17 tschechische Arbeiter Ladungsträger für die Autoindustrie her. Stundenlohn: 2 bis 3 Euro. Rechnet Firmenchef Rolf Weinhardt noch Lohnnebenkosten und Steuern dazu, kommt er auf Kosten von 10 Euro pro Arbeitsstunde - in Deutschland ist es das fünffache. Dennoch hat er den Betrieb in Dettenhausen nicht aufgegeben. Nach wie vor beschäftigt der Zulieferbetrieb hier 24 Mitarbeiter. Allerdings wird in Dettenhausen geplant und in Lomnice produziert. Rolf Weinhardt sagt, auch die Arbeitsplätze hierzulande stünden auf dem Spiel, wenn er die Tochterfirma in Tschechien nicht hätte. Denn dem Preisdruck der Autoindustrie könne er nur auf diese Weise standhalten. Die Großen der Branche - von Daimler bis Peugeot - zählen zu seinen Kunden. Rolf Weinhardt fährt fast jede Woche zwischen Dettenhausen und Lomnice hin und her.
0:06:00; 0'06
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Ländersache - Politik in Baden-Württemberg
Dziennisiewicz, Marta
Kaczmarczyk, Marek; Erntehelfer
Wahl, Alexander von der
Weinhardt, Rolf
Europa
Lomnice nad Luznici [CZ]
Polen [PL]
Arbeitsplatz
Ernte
Landwirtschaft
Pflanze: Spargel
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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21.11.2025, 3:19 PM CET
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- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
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- Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2004 (Archival holding)
- April 2004 (Classification)