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57. Infanterie-Division (Bestand)
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1939-1944
Geschichte des Bestandsbildners: Die organisationsgeschichtlichen Angaben und Unterstellungsübersichten sind aus dem Werk von Georg Tessin, "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945", Bd. 5, Seite 211-212, Frankfurt/Main und Osnabrück, 1966 ff. übernommen.
57. Infanterie-Division
(WK VII; E 199 Brannenburg, Reichenhall)
*26.8.1939 als Div. 2. Welle (Res. Div. des WK VII, München) durch den Inf. Kdr. 7 in Landshut:
Inf. Rgt. 179 I.-III. (Ers. Btl. in München) (7.Inf.Div.)
Inf. Rgt. 199 I.-III. (Ers. Btl. in Freising) (7.Inf.Div.)
Am 21.9.1939 erhielt das Inf. Rgt. 199 den Namen "List" als Traditionsregiment des bayr. Res. Inf. Rgt. 16 des 1. Weltkrieges, in dem Hitler gedient hatte. Am 28.1.1940 wurde das II./Inf. Rgt. 217 als II./523 an die 297. Inf. Div. (8.Welle) abgegeben; am 20.10.1940 ein Drittel der Division, darunter Stab Inf. Rgt. 217, III./179, III./199, III./217 an die 337. Inf. Div. (14. Welle), die Abgaben wurden ersetzt; am 31.12.1941 wurde das I./Inf. Rgt. 444 der aufgelösten 239. ID (Ldw. Kdr. Oppeln WK VIII) an Stelle des aufgelösten III./179 eingegliedert. Im Februar 1942 wurde das detachiert bei der 62. ID eingesetzt Rgt. 179 gegen das dafür bei der 57. ID stehende Inf. Rgt. 164 der 62. Inf. Div. (2. Welle, WK VIII) ausgetauscht.
Am 18.8.1943 wurde das Gren. Rgt. 676 (aus den Resten der aufgelösten 332. Inf. Div.) unterstellt, an 1.11.43 eingegliedert, dafür das Inf. Rgt. 164 aufgelöst, dessen II. zum I./676 wurde.
Nach dem Ausbruch aus dem Kessel von Tscherkassy wurde die Division auf dem Truppen-Übungsplatz Debica (Gen. Gouv.) aufgefrischt. Das Gren. Rgt. 676 erhielt am 20.4.1944 aus Traditionsgründen die Bezeichnung Gren. Rgt. 164; beim Art. Rgt. 157 wurden die I. und II. Abt. durch die I. und II. des Art. Rgt. 86 der 112. Inf. Div. (Korps-Abt. "B") ersetzt.
Gren. Rgt. 164 I., II.
Gren. Rgt. 199 I., II.
Gren. Rgt. 217 I., II.
Div. Füs. Btl. (A.A.) 57
Art. Rgt. 157 I.-IV.
Div. Einheiten 157.
Im Juni 1944 wurde die Division bei Mogilew (4. Armee, Rußland-Mitte) vernichtet und mit OKH-Verfügung vom 3.8.1944 aufgelöst. Die Reste der Division (mit Fp. Nummer des I./217) traten am 3.8.1944 als II./Div. Gruppe 57 zur Korps-Abt. "G".
Die "Schematischen Kriegsgliederungen" setzen erst mit dem 8. Juni 1940 ein; aus dem ersten Vierteljahr 1944 fehlen sie.
Bearbeitungshinweis: Die Bestände der Divisionskommandos waren bereits im Jahr 1988 verzeichnet worden (Frau Ganser). Das hieraus im April 1988 fertiggestellte Findbuch wurde 2010 retrodigitalisiert und 2011 sowie 2015 überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Wie die Kriegstagebücher (KTB) aller anderen Verbände und Dienststellen des Heeres waren auch die KTB der Divisionen vom Mobilmachungstag (26. August 1939) an das Heeresarchiv Potsdam abzugeben, wo sie eine Zugangssignatur erhielten (anfangs getrennt nach Kriegsschauplätzen: P für Polen, W für Westen; nach Beendigung des West- und des Norwegenfeldzuges aber nur nach laufender Nummer) und in dieser Reihenfolge eingelagert, dann aber systematisch nach den KTB-führenden Stellen und Abteilungen in Eingangslisten erfasst wurden. Diese Listen (so genannte "Potsdam-Listen") sind erhalten geblieben. Aus ihnen geht hervor, dass noch bis Anfang bzw. Mitte 1944 Kriegstagebücher von Divisionen beim Heeresarchiv eingegangen sind. Jedoch sind die Kriegstagebücher, die später als Mitte oder Ende 1943 in Potsdam eingingen, offenbar nicht mehr in die Zweigstelle Liegnitz ausgelagert und mit allen anderen Beständen, die sich noch in Potsdam befanden, beim Brand des Heeresarchivs im April 1945 vernichtet worden. Weitere Aktenverluste, die nur zum Teil durch Ersatzakten aus Doppelüberlieferungen aufgefüllt werden konnten, waren bereits beim Brand in der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Generalstabs des Heeres im Februar 1942 entstanden. Die nach Liegnitz ausgelagerten Divisionsbestände gelangten mit einem Evakuierungszug Anfang 1945 nach Thüringen, wo sie im April 1945 von amerikanischen Truppen erbeutet und über Frankfurt/Main in die USA gebracht wurden. Dort wurden sie nochmals erfasst und - mit Ausnahme der Quartiermeister-Unterlagen - verfilmt. Ab 1962 erfolgte die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Die Unterlagen kamen zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, von wo sie nach deren Auflösung Anfang 1968 in die Abteilung Militärarchiv gelangten.
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei den Infanterie-Divisionen nur in drei Ausnahmefällen in größerer Zahl überliefert: - 7., 10. und 17. Inf.Div.; diese drei Divisionen waren im Wehrkreis VII (München), bzw. im später (1937) eingerichteten, ebenfalls bayerischen Wehrkreis XIII (Nürnberg) beheimatet. Für beide Wehrkreise muss etwa Anfang 1941 eine Aktensammelaktion befohlen worden sein, ohne dass hierüber Näheres bekannt geworden wäre. Unbekannt ist auch, wo sich die Aktensammelstelle befand, in der amerikanische Truppen 1945 mehrere tausend Akten von Stäben, Truppenteilen und Dienststellen mit bayerischen Standorten aus der Zeit 1919 bis 1941 erbeuteten. Dieses Schriftgut wurde nach der Rückgabe aufgeteilt; Divisionsakten kamen in die Bestandsgruppe RH 26. Von diesen drei Ausnahmen also abgesehen, ist aus den Vorkriegsjahren praktisch nichts vorhanden; Gleiches gilt für das bei den einzelnen Abteilungen der Divisionsstäbe außerhalb der Kriegstagebuch-Unterlagen angefallene Routine-Schriftgut.
In den einzelnen Rückgaben waren enthalten:
- Sept. 1962: 1.-6. Division
- März 1963: 7.-18. Division
- Juli 1963: 19.-23. Division
- März 1964: 24.-34. und 73. bis 79. Division
- Juli 1964: 35.-72. und 81. Division
- März 1964: 82.-100. Division
- Sept. 1965: 101.-125. Division
- Mai 1966: 126.-212. und 215.-217. Division
- Juli 1966: 213. Sich. Division
- Dez. 1966: 218.-295. Division
- Mai 1967: 296.-383. Division, 999. le. Afrika-Division, Div. Brandenburg
Das Aktenmaterial aus Potsdam bzw. Liegnitz, das etwa 95 bis 98% der Bestände ausmacht, wird ergänzt durch Beuteschriftgut vom westlichen Kriegsschauplatz, das in den USA zumeist "Pseudo-Potsdam-Nummern" ab 70.000 erhalten hat, sowie durch Einzelakten aus anderen in den USA zum Teil unter Sachbetreffen gebildeten Schriftgutgruppen (z.B. „EAP") und durch Abgaben aus Privathand, darunter auch Nachkriegs-Ausarbeitungen der Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army/Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer.
Die Gliederung des Aktenmaterials ist stets die gleiche:
- Stammtafeln (mit organisationsgeschichtlichen Angaben auch zu den Divisionseinheiten)
- Abteilung Ia (Führungsabteilung; auch Ausbildungsangelegenheiten)
- Abteilung Ic (Feindaufklärung, Spionage- und Sabotageabwehr, Truppenbetreuung)
- Abteilung IIa/IIb (Adjutantur: Personalwesen)
- Abteilung Ib (Quartiermeister) mit den Unterabteilungen
III (Gericht)
IVa (Intendant)
IVb (Div.Arzt)
IVc (Div.Veterinär)
IVd ev./kath. (Div. Geistliche)
- Kommandant des Div.Stabsquartiers (nur im ersten Kriegsjahr)
- Sonstige Unterlagen
Inhaltliche Charakterisierung: Ia: KTB von Ende Okt. 1939 (Anlagen ab Sept.) bis Jan. 1941 und von Juni 1941 bis Juni 1943.
Ib: KTB von Mitte Mai 1940 bis Sept. 1942 und von Jan. bis Anfang Juli 1943.
Ic: TB Nov. 1939 bis Mitte Juni 1940, Juli 1940 bis Jan. 1941, Juni 1941 bis Sept. 1942 und Apr. bis Juni 1943.
IIa: Tätigkeitsbericht von Mitte Mai 1940 bis Jan. 1941, von Juni 1941 bis Sept. 1942 und von Jan. bis März 1943.
Ferner liegen Befehls- und Meldehefte aus 1939-1942, 1943 vor.
Erschließungszustand: Vollständig erschlossen
Zitierweise: BArch RH 26-57/...
57. Infanterie-Division (57. ID), 1939-1945
175 Aufbewahrungseinheiten; 6,0 laufende Meter
Bestand
deutsch
Fremde Archive: Deutsche Dienststelle (WASt) Berlin: Erkennungsmarken-Verzeichnisse und namentliche Verlustmeldungen
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
RH 7 (OKH / Heerespersonalamt, darin Verleihungsvorschläge und Verleihungslisten)
RH 15 (OKH/Allgemeines Heeresamt)
RH 19-II (Oberkommando der Heeresgruppe Nord, Heeresgruppe Mitte, Heeresgruppe Nord)
RW 60 (Gerichte der Reichswehr und Wehrmacht)
PERS 15 (Verfahrensakten von Gerichten der Reichswehr und Wehrmacht)
ZA 1 (Operational History (German) Section der Historical Division der US-Army / Studiengruppe Wehrmachtführung und Heer)
MSG 2 (Militärgeschichtliche Sammlung)
Akten:
RH 15/329 und 378: Gefechtsbericht Juni/Juli 1944
RH 19-II/315: Einsatz 24. Juni - 6. Juli 1944
ZA1/ 1598: Blümm, Oskar: Vorgehen der russischen 3. Kavallerie-Div. in den Rücken des deutschen II. Panzerkorps und Abwehr dieses Angriffs, 6.8. - 10.8.1941
ZA1/ 1982: Abberger, Erich: Pioniere im Kampf um ständige Befestigungen
MSG 2/3218 Der letzte Kampf der 57. Infanterie-Division. Tagebuchaufzeichnungen von Generalmajor Trowitz
Literatur: Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bd. 64
Held, Walter: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. 5 Bde. Osnabrück 1978 ff.
Preis, Kurt: Erinnerungsbuch der Division Blumm. München 1941
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 20 Bde. Osnabrück 1967 ff.
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