Gesuch des Buchbinders Johann Jacob Horlandt an den Magistrat, dem deutschen Schulmeister Hofstetter den Bücherverkauf niederzulegen
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A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 3021
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 9 Zünfte Buchbinder
1668 November 21
Regest: Johann Jacob Horlandt hat laut Lehrbriefs die Buchbinderei erlernt, ist dann 13 Jahre darauf gewandert, hat vor 1/2 Jahr auf Vorweisung seines Geburtsbriefs vom Magistrat das Bürgerrecht erhalten, Daraufhin ist ihm die Zunft bei den Kromern verliehen worden. Er ist dabei verpflichtet worden, gemäss den Zunftartikeln nur die Buchbinderei und was dazu gehört zu betreiben. Es fällt ihm aber sehr beschwerlich, dass Lorenz Hofstetter, welcher zu einem deutschen Schulmeister und zu nichts anderem berufen worden ist, den Buchbinderei-Handel, obwohl er solches keineswegs erlernt, auch darum nichts vorzuweisen hat, neben seinem Schuldienst zu treiben und, wie leichtlich zu präsumieren (= anzunehmen) ist, die Jugend dadurch zu versäumen sich untersteht mit dem Vorwand, dass er doch auch ein Bürger sei, diesen Handel seit seiner bürgerlichen Beiwohnung getrieben und noch namhafte Bücher im Vorrat habe und daher davon nicht ablassen könne. Er könnte aber doch seine Ware entweder bei andern Buchhändlern unterbringen oder ihm selbst, Horlandt, überlassen, der erbötig ist, ihm einen Sohn zu lehren und die Bücher an dem Lehrgeld anzunehmen (auf das Lehrgeld zu verrechnen). Er hätte diesfalls keinen Schaden zu erwarten. Dem Horlandt ist bereits von Buchbindern etlicher Städte bedütten (= bedeutet) worden, wenn er nicht um Abstellung von dergleichen Stümpeleien (= unzünftiger Tätigkeit) an gehörigen (= zuständigen) Orten klagend einkomme, so wollen sie ihm weder einen Gesellen zu befördern noch einen Jungen lernen zu lassen passieren lassen. Horlandt bittet den Magistrat, dem deutschen Schulmeister unvorschreiblich zu injungieren (= aufzuerlegen), dass er unverlängt (= ungesäumt) davon abstehen und seiner Schule, wie billig, obwarten tue.
Johann Jacob Horlandt, Buchbinder.
Johann Jacob Horlandt, Buchbinder.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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