Dr. Emil Kronenberg (Bestand)
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Na 025
Stadtarchiv Solingen (Archivtektonik) >> Bestände nichtstädtischer Provenienz >> Nachlässe und Sammlungen
1829 - 1955
Vorwort Dr. Emil Kronenberg Geboren am 2. Oktober 1864 in Leichlingen; Kronenbergs Vater war praktischer Arzt in Leichlingen, später in Höhscheid. Emil Kronenberg besuchte das Gymnasium in Münster, das er 1885 mit dem Abitur abschloss. Dort lernte er den späteren Journalisten und Schriftsteller Hermann Löns kennen. Nach dem Abitur Studium der Medizin in Freiburg, Bonn, München 1889 Promotion Nach dem Ende des Militärdienstes ab 1891 Niederlassung in Höhscheid als praktischer Landarzt 1892 Assistenzarzt in Berlin bei Prof. Heymann 1894 Hals-, Nasen-, Ohrenarzt in Solingen 1896 Hochzeit mit Adele Becker (1871-1943) 1897 Mitbegründer des Vereins westdeutscher Hals- und Ohrenärzte (1912-14 Vorsitzender) 1899 mit Prof. Selter, Quint und Penthorst Begründer der Heilanstalt Bethesda 1902 Ernennung zum Stabsarzt 1909 Eintritt in die Freimaurerloge "Die Wahrheit am Rhein" in Köln, dann durch Paul Selter Beitritt zur Großloge zur Sonne 1914-1918 Stabsarzt, ab 1915 Oberstabsarzt im Krieg in Frankreich seit 1918 im Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei Solingen 1919-1933 Vorsitzender der Solinger Lesegesellschaft bis 1933 Mitglied in städtischen Kommissionen, u.a. in der Gesundheits- und Bildungskommission 1935 als Jude aus der Heilanstalt Bethesda entfernt; Aufgabe der ärztlichen Tätigkeit 1943 Entzug des gesamten Vermögens 17.9.1944 Verhaftung und Transport ins KZ Theresienstadt 1945 Rückkehr nach Solingen 1949 zum Ehrenmitglied der "Gesellschaft deutscher Hals-, Nasen- und Ohrenärzte" ernannt Mitarbeit an wissenschaftlichen Werken und Beiträge in Fachzeitschriften; Betätigung auch auf dichterischem Gebiet Emil Kronenberg starb am 31.März 1954 in Solingen. Zum Nachlass: Der Nachlass besteht zum größten Teil aus von Kronenberg selbst verfassten Schriften. Neben medizinischen Abhandlungen (1-2) sind dies Aufsätze zu politischen Fragen (3), wie zur "Judenfrage" (4) und zur Freimaurerloge (5). Daneben war Kronenberg auch dichterisch tätig. Dies zeigen die Märchen (6- 8), Novellen (9-11) und andere Stücke (12-14). Auch die biografischen Unterlagen sind zum größten Teil von ihm selbst verfasste Erinnerungen (17-19) neben Dokumenten aus seiner Militärzeit (16) und Zeugnissen (15). Dazu kommen Fotos aus seinem persönlichen Besitz (20-22) und einige Briefe verschiedener Briefpartner (23). Der Nachlass wird ergänzt durch Zeitungsartikel über Kronenberg und Nachrufe (24). Die alten Archivsignaturen waren1015-408-1-10 und 1016-408-1-8. Ergänzungen erhielt das Archiv 1995 von Frau Brigitte Schmidt (s. Nr. 25) und 1998 von Herrn Dr. Fritz Assenheimer, Kinderarzt und Enkel von Emil Kronenbergs Schwester Adele, die in Bremen lebte. Im Dritten Reich war er nach Belgien gegangen, nach der Besetzung Belgiens wurde er in Frankreich interniert, von dort gelang ihm noch gerade rechtzeitig die Flucht in die Schweiz. Seine Frau, eine gebürtige Kölnerin, kam schon als Kind nach Holland, wo sie überlebte. Beide sprechen fließend Deutsch, untereinander sprechen sie aber niederländisch. Der Nachlass wurde 1991 erstmalig von Claudia Winkler verzeichnet und 2010 überarbeitet. Ein Erinnerungsbericht über die Zeit des Nationalsozialismus und v. a. den Aufenthalt in Theresienstadt findet sich im Archiv unter Signatur GF 106. Solingen, März 2011
Eingrenzung und Inhalt: * 2.10.1864 in Leichlingen † 31.3.1954 in Solingen. Sanitätsrat. Bestand enthält u.a.: Von K. verfaßte Schriften (med. Abhandlungen, Aufsätze zu politischen Fragen, "Judenfrage"; Freimaurerloge; Märchen, Novellen, Erinnerungen, etc.); Zeitungsartikel; Nachrufe; Briefe sowie Fotos
Eingrenzung und Inhalt: * 2.10.1864 in Leichlingen † 31.3.1954 in Solingen. Sanitätsrat. Bestand enthält u.a.: Von K. verfaßte Schriften (med. Abhandlungen, Aufsätze zu politischen Fragen, "Judenfrage"; Freimaurerloge; Märchen, Novellen, Erinnerungen, etc.); Zeitungsartikel; Nachrufe; Briefe sowie Fotos
Findbuch: 29 AE
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET