Klage wegen Landfriedensbruchs. Gerhard Meyrodt hat in der Nacht des 12. Juni 1578 zu Münstereifel die Brandglocke läuten lassen und mit ca. 500 Personen, davon 300 mit Sturmhauben, Panzern, Büchsen, Hellebarden, Spießen, langen Rohren, Pfeifen und Trommeln bewaffnet, das Schloß Satzvey (Gem. Veytal, Kr. Euskirchen) überfallen, das mit Gericht und Vogtei dem Adeligen Wilhelm Spieß vom Erzbischof von Köln zu Lehen gegeben worden ist. Die Beklagten haben außer zahlreichen Räubereien und Verwüstungen den aufrührerischen kölnischen Untertan zu Satzvey und im Schloß gefangengehaltenen Reinhard Vaßbender befreit, Dietrich Kessel, einen Verwandten des Wilhelm Spieß, geschlagen und als Gefangenen nach Münstereifel geführt und dem Wilhelm Spieß 16 städtische und 1 Königstaler abgenommen, was sie als Pfändung der Türkensteuer ausgeben. Der Kläger behauptet, Satzvey sei kurkölnisch. Es sei vom dortigen Gericht immer an Vogt und Schöffen des Hohen Weltlichen Gerichts zu Bonn und von dort an den regierenden Kurfürsten zu Köln appelliert worden, und die Bürgersteuer sei nach Poppelsdorf (Stadt Bonn) geliefert worden. Seit 1580 verhandeln die Parteien um die Ernennung von Kommissaren.
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Klage wegen Landfriedensbruchs. Gerhard Meyrodt hat in der Nacht des 12. Juni 1578 zu Münstereifel die Brandglocke läuten lassen und mit ca. 500 Personen, davon 300 mit Sturmhauben, Panzern, Büchsen, Hellebarden, Spießen, langen Rohren, Pfeifen und Trommeln bewaffnet, das Schloß Satzvey (Gem. Veytal, Kr. Euskirchen) überfallen, das mit Gericht und Vogtei dem Adeligen Wilhelm Spieß vom Erzbischof von Köln zu Lehen gegeben worden ist. Die Beklagten haben außer zahlreichen Räubereien und Verwüstungen den aufrührerischen kölnischen Untertan zu Satzvey und im Schloß gefangengehaltenen Reinhard Vaßbender befreit, Dietrich Kessel, einen Verwandten des Wilhelm Spieß, geschlagen und als Gefangenen nach Münstereifel geführt und dem Wilhelm Spieß 16 städtische und 1 Königstaler abgenommen, was sie als Pfändung der Türkensteuer ausgeben. Der Kläger behauptet, Satzvey sei kurkölnisch. Es sei vom dortigen Gericht immer an Vogt und Schöffen des Hohen Weltlichen Gerichts zu Bonn und von dort an den regierenden Kurfürsten zu Köln appelliert worden, und die Bürgersteuer sei nach Poppelsdorf (Stadt Bonn) geliefert worden. Seit 1580 verhandeln die Parteien um die Ernennung von Kommissaren.
AA 0627, 980 - C 476/1270
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1578 - 1591 (1578 - 1582)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erzbischof Gebhard von Köln Beklagter: Gerhard Meyrodt von Reifferscheid, Vogt zu Münstereifel, und Konsorten: die dortigen Bürger Philipp Esch, Stadtschreiber, Konrad Bois, Heinrich von Essen, Dietrich Grilling gen. Nideggen, Wirt „Im Schwan“, Gillis, ehemaliger Stadtschreiber, Johann Hoen, Theis in der Cronen, Chrisant Schumacher, Wilhelm Sattler, Hubsch Herman, Stephan der Gewandmacher, Lang Johann, Scherer Johann, Peter Deuffeln, Simon Zimmermann und sein Sohn Johann, Hilgar Schumacher, Lang Herman, Wirt zu „Wyrichs farnen haus“, Hensgen von Buigeichumb, Reinhard Kraichen, Leyendecker, Lambert Muchschiede, Walters Sohn, Leyendecker, Kilian Hutmacher, Typen Groß (der Große, des Tippen Sohn) und seit 1580 Hans Wilhelm von Gertzen gen. Sintzig, Amtmann zu Münstereifel, Euskirchen und Tomburg Prokuratoren (Kl.): Dr. Laurentz Wildhelm 1578 - Ramminger (1582) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoff Reiffsteck 1578 - Dr. Laurentius Vomelius Stapert 1580 - Vaius (1582) - Kremer (1582) - Cogman (1582) Prozeßart: Primae fractae pacis cum annexo mandato de restituendo Instanzen: RKG 1578 - 1591 (1578 - 1582) Beweismittel: Originalvollmacht der Beklagten mit anhängendem Schöffenamtssiegel (Q 4). RKG-(Bei-)Urteile vom 21. Nov. 1581 und 14. März 1582 (Prot.). Beschreibung: 1,5 cm, 46 Bl., lose; Q 1 - 8, 10 - 15, eine Beilage prod. 5. Juli 1582. Vgl. RKG 981 (C 477/1271).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)