Johann Stigel, Kleriker zu Worms, kraft päpstlicher Freiheit und kaiserlicher Gewalt Notar und offener Schreiber fertigt auf Bitten des Burggrafen von Alzey, Eberhard Vetzer von Geispitzheim, und Landschreibers von Neustadt an der Weinstraße, Meister Jost Keppler, folgendes, offenes Instrument aus: Am 22.1.1499, um 9 Uhr vormittags, waren die genannten Burggraf und Landschreiber im Bürgerhof zu Worms in der Ratsstube vor dem dortigen versammelten Rat erschienen und hatten im Namen ihres Herrn, Kurfürst Philipp von der Pfalz, gegen den neuen Bau von Turm und Befestigung seitens der Stadt Worms beim Kloster Nonnenmünster [= Maria Münster] vor der Vorstadt protestiert. Das Kloster stünde unter dem Schirm der Pfalz und der Neubau wäre außerhalb der Mauern auf fremdem Grund geschehen, was im Fürstentum der Pfalz läge und ohne Wissen und Einwilligung des Pfalzgrafen geschehen sei, der dazu auch seine Einwilligung nicht geben wolle. Burggraf und Landschreiber wurden in die kleine Stube geführt, während der Rat sich beriet und nach kurzer Zeit durch den Bürgermeister Johann Wolf, Johann Stefan, Stefan Besseler und den Stadtschreiber Adam die Antwort mitteilte: Die Ratsmitglieder hätten das Anbringen, die Denuntation, Protestation und Rede angehört, wollten das "fur irn werdt"stehen lassen und "sich darunder geburlich halten". Zeugen dieser Angelegenheiten sind Jakob Kaufmann von Oppenheim und Hans Drautz von Gemmingen, beide Diener von Balthasar Schuffeler, Johanniterkomtur zu Worms. Der Notar war bei der Protestation ebenfalls zugegen und unterzeichnet das Instrument mit seinem Namen und Zeichen.

Show full title
Landesarchiv Baden-Württemberg
Data provider's object view
Loading...