Appellationis Auseinandersetzung um Zueignung des Gutes Pütnitz
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(1) 0163
Rep. 29, Nr. 409
LAG, Rep. 29 Wismarer Tribunal
Wismarer Tribunal >> 01. Prozeßakten >> 01.04. 1. Kläger D
(1732-1765) 23.09.1765-06.03.1767
Kläger: (2) Witwe des mecklenburgischen Landmarschalls Baltzer Carl von Dechow namens ihrer Kinder (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Johann Friedrich von Dechow (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N Lange (A), Dr. Joachim Christoph Gabriel Hasse (P) Bekl.: L. Haselberg (A), Dr. Joachim Christian Ungnade (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl.in vom 23.09.1765 um Fristverlängerung zum Einreichen ihres Schriftsatzes und erteilter Bewilligung des Tribunals vom 25.09. trägt die Klin am 11.11. ihre Beschwerden gegen ein Urteil des Pommerschen Hofgerichts vor. Die Familie von Dechow zerfällt in zwei Linien, die auf Pantelitz und die auf Pütnitz. Erstere ist 1670 ausgestorben, die Parteien gehören der letzteren an, in der es zum Streit um die Verteilung der Pantelitzer Güter (Pantlitz, Ahrenshagen, 2/3 von Plummendorf, Anteile in Tempel, Neuen Rost, Ravenhorst und Stormsdorf) gekommen ist. Nach einem 1726 geschlossenen Vergleich soll der Bekl. Plummendorf und Tempel erhalten, Baltzer Carl und sein Vetter, der Landrat Carl Christoph von Dechow, die anderen Pantelitzer Güter und Pütenitz. Letzteres kauft Baltzer Carl hochverschuldet vom Oberst von Pfuel, an den es durch die verstorbenen Brüder des Bekl. verpfändet gewesen war. Nach dem Tode Baltzer Carls macht der Bekl. vor dem Greifswalder Hofgericht Ansprüche an Pütnitz geltend, die das Gericht anerkennt. Die Kl.in appelliert gegen dieses Urteil und erbittet mit Hinweis auf den 1726 geschlossenen Vergleich seine Berichtigung. Das Tribunal lehnt die Annahme der Appellation am 12.07.1766 ohne Angabe von Gründen ab. Am 22.08. erklärt die Kl.in, dagegen Rechtsmittel einlegen zu wollen und bittet um Fristverlängerung, die sie am 23.08. und nach erneuter Bitte vom 02.10. am 03.10. erhält. Am 13.11. trägt sie neue Argumente für die Annahme der Appellation vor, das Tribunal lehnt diese am 06.03.1767 erneut ab, nachdem der Bekl. am 14. und 18.11.1766 sowie am 27.02.1767 um schnelle Entscheidung der Sache gebeten hatte.
Instanzenzug: 1. Greifswalder Hofgericht 1765 2. Tribunal 1765-1766 3. Tribunal 1766-1767
Prozessbeilagen: (7) von Notar Dionysus Christian Droysen aufgenommene Appellation vom 30.06.1765; Urteile des Greifswalder Hofgerichts vom 19.03.1732 und 25.06.1765; Berichte des Notars Carl Ludwig Friedrich Winnemer über Holzverkauf in Damgarten vom 07.11.1766 und 24.01.1767
Beklagter: Johann Friedrich von Dechow (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: N N Lange (A), Dr. Joachim Christoph Gabriel Hasse (P) Bekl.: L. Haselberg (A), Dr. Joachim Christian Ungnade (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl.in vom 23.09.1765 um Fristverlängerung zum Einreichen ihres Schriftsatzes und erteilter Bewilligung des Tribunals vom 25.09. trägt die Klin am 11.11. ihre Beschwerden gegen ein Urteil des Pommerschen Hofgerichts vor. Die Familie von Dechow zerfällt in zwei Linien, die auf Pantelitz und die auf Pütnitz. Erstere ist 1670 ausgestorben, die Parteien gehören der letzteren an, in der es zum Streit um die Verteilung der Pantelitzer Güter (Pantlitz, Ahrenshagen, 2/3 von Plummendorf, Anteile in Tempel, Neuen Rost, Ravenhorst und Stormsdorf) gekommen ist. Nach einem 1726 geschlossenen Vergleich soll der Bekl. Plummendorf und Tempel erhalten, Baltzer Carl und sein Vetter, der Landrat Carl Christoph von Dechow, die anderen Pantelitzer Güter und Pütenitz. Letzteres kauft Baltzer Carl hochverschuldet vom Oberst von Pfuel, an den es durch die verstorbenen Brüder des Bekl. verpfändet gewesen war. Nach dem Tode Baltzer Carls macht der Bekl. vor dem Greifswalder Hofgericht Ansprüche an Pütnitz geltend, die das Gericht anerkennt. Die Kl.in appelliert gegen dieses Urteil und erbittet mit Hinweis auf den 1726 geschlossenen Vergleich seine Berichtigung. Das Tribunal lehnt die Annahme der Appellation am 12.07.1766 ohne Angabe von Gründen ab. Am 22.08. erklärt die Kl.in, dagegen Rechtsmittel einlegen zu wollen und bittet um Fristverlängerung, die sie am 23.08. und nach erneuter Bitte vom 02.10. am 03.10. erhält. Am 13.11. trägt sie neue Argumente für die Annahme der Appellation vor, das Tribunal lehnt diese am 06.03.1767 erneut ab, nachdem der Bekl. am 14. und 18.11.1766 sowie am 27.02.1767 um schnelle Entscheidung der Sache gebeten hatte.
Instanzenzug: 1. Greifswalder Hofgericht 1765 2. Tribunal 1765-1766 3. Tribunal 1766-1767
Prozessbeilagen: (7) von Notar Dionysus Christian Droysen aufgenommene Appellation vom 30.06.1765; Urteile des Greifswalder Hofgerichts vom 19.03.1732 und 25.06.1765; Berichte des Notars Carl Ludwig Friedrich Winnemer über Holzverkauf in Damgarten vom 07.11.1766 und 24.01.1767
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:27 AM CET