Als Telo Schurgiin von Bergheim (Bercheym), Schultheiß auf dem Fronhof zu Rheidt (Reyde) des Propstes, Dekans und Kapitels der Kirche St. Cassius zu Bonn, mit den Hofesgeschworenen namens Sibel in der Butgassen, Wilhelm van Keren van Eschmar, Herman in hern Wynantzhoue, Gobel Bick, Arnd van Mundorpp, Jacob ymme Doemhoue, Hennes van Alke, Telo Kemmer, Costgin Bick van Eschmar, Tilgin Abelen, Heyno Hickeler, Herman Rouer, Herman Zanders, Jacob in der Clarenhoue, Hennes in der Clarenhoue, Herman Scroder, Christian ymme Houe, Johannes Scheffer, Hennes Gerartzson van Bercheym, Ludewich Offerman, Gerhard Brant, Meuss Peter Vaitzson, Cluseman van Bercheym ind Contzo Wyntz das ungebotene Hofgeding hielt und Bann und Friede wie üblich geboten hatte, erschien Wilhelm Zudendorpp von Bonn, Priester, Vikar in St. Cassius, Syndikus und Prokurator des Propstes, Dekans und Kapitels, und forderte den Schultheißen auf, die Geschworenen zu befragen, welches Recht sie dem Propst, Dekan und Kapitel zu Rheidt bekennten. Der Schultheiß wandte sich an Jakob in der Clarenhoue und sämtliche Geschworenen, dass sie sich abseits bei ihren Eiden berieten, was sie dem Propst, Dekan und Kapitel zu Rheidt bekennten, ferner ob der Hof in seiner Herrlichkeit irgendwie verkürzt werde, ob Hofesgüter verlorengegangen, versplissen oder entfremdet worden seien und ob vom Hof lehnrühriges Gut unempfangen wäre. Jakob ging mit den übrigen Geschworenen hinaus; sie berieten und kehrten zurück und rügten und wiesen durch Jakob wie folgt: Die Mühle zu Rheidt hängt in Eigentum und Grund des Propstes, Dekans und Kapitels. Ferner wiesen sie denselben deren Recht und Herrlichkeit zu Rheidt wie folgt: Sie weisen dem Propst, Dekan und Kapitel Grund, Eigentum, Herrlichkeit in Wasser, Weide und Feld von der Erde bis in den Himmel, so weit Herrlichkeit und Bann von Rheidt gehen. Sie weisen den Herrn von Löwenburg (Lewenburgh) als gekorenen Vogt zu Rheidt. Darum sollen die Herren von Bonn einen aufgerichteten Galgen, einen sicheren Stock auf dem Hof und eine sichere Fessel (vessere) halten. Falls ein Übeltäter (versumelich man) binnen der Herrlichkeit von Rheidt gefangen wird, soll man ihn in den Stock sperren. Der Baumeister soll ihm die Fessel um die Füße legen und die Splinter inbieden. Dann soll der Landbote die Splinter induggen. Der Baumeister soll den Schlüssel verwahren und den Gefangenen bis auf den dritten Tag auf dem Hof halten. Dann soll er den Schlüssel mit dem Gefangenen dem Landboten überliefern. - Instrumentierungsgeheiß Wilhelms. - Zeugen: Heinrich von Grafschaft (Graschaff), Priester, Johann van der Hoy, Notar des Gerichts zu Bonn, Gerard Roden von Blankenberg (Blanckenbergh), Telo Meister von Kassel (C-), Landbote im Unterland (nederlande) von Löwenburg, Arnold von Keren von Siegburg (Sibergh), Telo Hunnenbergh von Mondorf (Mundorpp) und Hannes Piifer von Rheidt. ... 1455 in der dritten indictien ader gebode up den dynsdagh der da was der seessindzwentzichste dagh in dem mande Augusti ... Disse sachen ind punte synt allit geschiet, angestalt ind gewiist up dem vroenhove zo Reyde der herren vurg. van Bonne in dem kelterhuys daselbs ...