Militärischer Nachlass Carl Brandes, Rittmeister, *1886 +1952 (Bestand)
Show full title
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/062
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1916-1917
1. Zur Biografie Carl Brandes': Carl Friedrich Wilhelm Brandes wurde am 24. September 1886 in Tönning (Kreis Eiderstedt, Schleswig) als Sohn des Bankdirektors Friedrich Brandes geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums in Husum trat er am 1. Oktober 1906 als Einjährig-Freiwilliger in das württembergische Dragoner Regiment Königin Olga (1. Württ.) Nr. 25 ein. Dieser Formation gehörte er während seiner gesamten militärischen Laufbahn an. Am 30. September 1907 wurde Brandes zur Reserve entlassen. Er studierte daraufhin Rechtswissenschaften an den Universitäten in Tübingen, Berlin und Kiel. Nach bestandener juristischer Prüfung war er als Gerichtsreferendar tätig. Am 25. Februar 1911 wurde Brandes zum Leutnant der Reserve befördert. Am 25. Februar des folgenden Jahres trat er wieder in den aktiven Dienst ein. Im Ersten Weltkrieg war Brandes mit seinem Regiment zunächst in die Grenzschutzgefechte in Lothringen verwickelt (August/September 1914). Später wurde die 7. Kavalleriedivision, der die Olga-Dragoner angehörten, an die weiter westlich gelegenen Frontabschnitte zwischen Oise und Lys (Leie) verlegt. Dort nahm die württembergische Kavallerieformation unter anderem an der Ersten Flandernschlacht bei Ypern teil (Oktober/ November 1914). Von November 1914 bis Oktober 1915 kämpfte Brandes mit seiner Einheit im Elsass und in Lothringen. Er wurde am 18. Oktober 1915 zum Oberleutnant befördert. Anschließend war Brandes etwa ein Jahr lang im belgischen Besatzungsgebiet stationiert. Von Oktober 1916 bis Januar 1917 nahm Brandes' Regiment am Rumänienfeldzug teil. Nach dem erfolgreichen Abschluss der dort von den Mittelmächten durchgeführten Offensive wurden die Olga-Dragoner nach Belgien verlegt, wo sie bis Mai 1917 beim Bahnschutz und im Polizeidienst eingesetzt waren. Im April 1917 erlangte Brandes die Funktion eines Regimentsadjutanten. Von Mai 1917 bis Mai 1918 kämpfte er mit seiner Einheit im Oberelsass, anschließend bis Anfang Juli 1918 in Lothringen. Während dieser militärischen Auseinandersetzungen wurde ihm am 27. Januar 1918 das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. In den letzten Kriegsmonaten waren die Olga-Dragoner an verschiedenen Frontabschnitten in Flandern, in der Picardie sowie im Oberelsass im Einsatz. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sorgte Brandes im April 1919 mit einem Zeitungsartikel für Unmut, in dem er die in Ludwigsburg stationierten württembergischen Sicherheitstruppen und deren Führung scharf kritisierte. Der befehlshabende Bataillonsführer Major Fischer beleidigte ihn daraufhin als "Denunzianten", und eine Untersuchung des Falles wurde eingeleitet. Im Zuge der Ermittlungen wurde zwar ein Fehlverhalten von Brandes festgestellt, dieses blieb jedoch ungeahndet. Infolge der Verminderung des Heeres wurde Brandes am 26. Januar 1920 unter Verleihung des Charakters eines Rittmeisters aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Im Jahre 1924 war er wegen eines Streitfalls in ein ehrengerichtliches Verfahren verwickelt. Carl Brandes heiratete am 28. September 1912 in Stuttgart Johanna Freifrau von Ziegesar. Sein Sohn Hans-Gerd wurde am 18. Oktober 1918 in Ludwigsburg geboren. Carl Brandes, der seit den 1920er Jahren wieder in Husum gelebt hatte, starb am 22. Februar 1952.
2. Zum Nachlass Carl Brandes': Der Nachlass von Carl Brandes besteht aus einem während des Rumänienfeldzugs 1916/1917 geführten Tagebuch. Die Aufzeichnungen dokumentieren die Kriegsgeschehnisse zwischen dem 1. Oktober 1916 und dem 4. Januar 1917. Das Tagebuch Brandes' wurde im Jahr 1938 an das Heeresarchiv Stuttgart abgegeben. 1951 erstellte Alfons Beiermeister eine Kurzbiografie Brandes' und registrierte das Diarium. Im September 2009 erarbeitete der Praktikant Marco Birn unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle ein neues Findhilfsmittel.
3. Quellen- und Literaturhinweise: a) Quellen - Personalakte von Carl Brandes: M 430/2, Bü 220; - Traditionsmappe Dragoner-Regiment Königin Olga (1. Württ.) Nr. 25: M 739, Bü 29. b) Literatur - Gais, Hans, Mit den Olgadragonern im Weltkrieg (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914-1918), Stuttgart 1920. Stuttgart, im September 2009 Marco Birn Dr. Wolfgang Mährle
2. Zum Nachlass Carl Brandes': Der Nachlass von Carl Brandes besteht aus einem während des Rumänienfeldzugs 1916/1917 geführten Tagebuch. Die Aufzeichnungen dokumentieren die Kriegsgeschehnisse zwischen dem 1. Oktober 1916 und dem 4. Januar 1917. Das Tagebuch Brandes' wurde im Jahr 1938 an das Heeresarchiv Stuttgart abgegeben. 1951 erstellte Alfons Beiermeister eine Kurzbiografie Brandes' und registrierte das Diarium. Im September 2009 erarbeitete der Praktikant Marco Birn unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle ein neues Findhilfsmittel.
3. Quellen- und Literaturhinweise: a) Quellen - Personalakte von Carl Brandes: M 430/2, Bü 220; - Traditionsmappe Dragoner-Regiment Königin Olga (1. Württ.) Nr. 25: M 739, Bü 29. b) Literatur - Gais, Hans, Mit den Olgadragonern im Weltkrieg (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914-1918), Stuttgart 1920. Stuttgart, im September 2009 Marco Birn Dr. Wolfgang Mährle
0,01
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:39 PM CET