Zuchthaus Ludwigsburg: Rechnungen (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, E 226/426
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden 1806-um 1945 >> Geschäftsbereich Finanzministerium >> Rechnungen von Ober- und Mittelbehörden >> Rechnungen Geschäftsbereich Justizministerium
1815-1917
Überlieferungsgeschichte
Das Arbeitshaus und spätere Zuchthaus in Ludwigsburg wurde 1736 gegründet und hat in der Folgezeit verschiedene Umorganisationen erfahren (vgl. dazu Bestand E 356 d I). Seit 1887 war die Zivilfestungsstrafanstalt auf dem Hohenasperg organisatorisch mit dem Ludwigsburger Zuchthaus vereinigt.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält neben den Hauptbüchern Bauconsignationen und Menagerechnungen. Vorhanden sind auch Hauptbücher der Gewerbe-Abteilung mit Abrechnungen für einzelne Gewerbe, der Abteilung für jugendliche Gefangene (1839/40-1845/46) sowie diverse Rechnungsserien der Filialstrafanstalt auf dem Hohenasperg (u.a. Bauconsignationen, Menage- und Gewerberechnungen) ab 1890. Die reichhaltige Aktenüberlieferung der Strafanstalt wird in den Beständen E 356 d I-VI verwahrt.
Vorbemerkung: Die erste Strafanstalt Württemberg war das durch Verfügung vom 8.2.1710 (Reyscher XIII, S. 874) in Stuttgart in Verbindung mit einem Waisenhaus gegründete Zucht- und Arbeitshaus. Dieses Zucht- und Arbeitshaus wurde durch Verfügung vom 29.5.1736 (Reyscher XIV, S. 173) in dem noch heute von der Vollzugsanstalt genutzten Gebäudekomplex an der Schorndorfer Straße nach Ludwigsburg verlegt. Es diente zugleich zur Verwahrung von Armen, Waisen, und Landstreichern, ab 1746 auch als "Tollhaus" zur Unterbringung von Geisteskranken. Durch Verfügung vom 11.2.1810 (Reg. Bl. S. 57) kam es zu einer Neueinteilung der Waisen- Zucht- und Irrenanstalten in Württemberg, wobei Ludwigsburg ausschließlich als Strafanstalt für Frauen vorgesehen wurde. So wurden nacheinander abgetrennt: 1812 das Tollhaus, 1813 die Armen- und Beschäftigungsanstalt und 1824 das Armen- und Waisenhaus, das zunächst nach Weingarten, später nach Ochsenhausen verlegt wurde. Aufgrund des Edikts über die Strafgattungen und Strafanstalten vom 17.7.1824 (Reg. Bl. S. 589), wurden folgende Strafanstalten für einfache Strafen eingerichtet: Polizeihäuser, Arbeitshäuser, das Zuchthaus in Gotteszell und die Zivil-Festungs-Strafanstalt Hohenasperg. Die Bekanntmachung vom 10.10.1825 (Reg. Bl. S. 656) bestimmte neben Markgröningen und Heilbronn auch Ludwigsburg als Arbeitshaus, dem bis zur Errichtung der Jugendstrafanstalt Hall am 20,10.1846 auch eine Abteilung für jugendliche Gefangene angegliedert war. Die Umwandlung in ein Zuchthaus (neben Stuttgart und Gotteszell) erfolgte durch Verfügung vom 28.12.1871. Nach er Auflösung des Zuchthauses in Stuttgart im Jahre 1902 war Ludwigsburg das einzige Männerzuchthaus. Schon 1884 wurde dem Zuchthaus Ludwigsburg eine Nebenanstalt auf dem bisher nur als Zivil-Festungs-Strafanstalt dienenden Hohenasperg angegliedert; in der Folge richtete man dort weitere Abteilungen ein: 1888 eine Invalidenabteilung für körperlich oder geistig Gebrechliche, durch Verfügung vom 11.1.1905 (Reg. Bl. S. 9) eine Irrenabteilung, 1908 eine Tuberkuloseabteilung, 1914 eine epileptische und 1950 eine psychiatrische Abteilung. Ab 1886 wurde auch die Zivilfestungsstrafanstalt Hohenasperg gemeinsam mit der Filialstrafanstalt vom Zuchthaus Ludwigsburg verwaltet. Der nachstehend verzeichnete Bestand, 1917 als Teilbestand der Neueren Rechnungen im Finanzarchiv Ludwigsburg summarisch aufgenommen (altes Rep. E 225/226), wurde im Dezember 1977 und Januar 1978 neu verzeichnet und geordnet. Die Titelaufnahmen fertigte die Zeitangestellte Ute Etienne unter Leitung der Unterzeichneten, die auch die Abschlußarbeiten besorgte. Dabei wurden die im Bestand vorgefundenen 27 Gefangenenbücher und Beilagen im Umfang von 1,4 lfd.m. ausgegliedert und als Bestand E 356 d II, Strafanstalt Ludwigsburg II, verselbständigt. Der Bestand E 226/426 umfasst 680 Bände und Büschel = 10,3 lfd. m. Ludwigsburg, Januar 1978 D. Bader
Liste der Rechner: Bd. 1 - 5 Johann Gottlieb Roller Bd. 6 - 9 Barth Bd. 10 Luypoldt, Ludwig Bd. 11 - 35 Klett Bd. 36 Klett, Mayer Bd. 37 - 44 Mayer Bd. 45 Mayer, Bechstein Bd. 46 - 60 Bechstein Bd. 61 - 62 Daser Bd. 63 - 68 Sichart Bd. 69 - 89 Ungeheuer Bd. 90 Ungeheuer, Banz Bd. 91 - 94 Banz Bd. 95 - 96 Wieland
Das Arbeitshaus und spätere Zuchthaus in Ludwigsburg wurde 1736 gegründet und hat in der Folgezeit verschiedene Umorganisationen erfahren (vgl. dazu Bestand E 356 d I). Seit 1887 war die Zivilfestungsstrafanstalt auf dem Hohenasperg organisatorisch mit dem Ludwigsburger Zuchthaus vereinigt.
Inhalt und Bewertung
Der Bestand enthält neben den Hauptbüchern Bauconsignationen und Menagerechnungen. Vorhanden sind auch Hauptbücher der Gewerbe-Abteilung mit Abrechnungen für einzelne Gewerbe, der Abteilung für jugendliche Gefangene (1839/40-1845/46) sowie diverse Rechnungsserien der Filialstrafanstalt auf dem Hohenasperg (u.a. Bauconsignationen, Menage- und Gewerberechnungen) ab 1890. Die reichhaltige Aktenüberlieferung der Strafanstalt wird in den Beständen E 356 d I-VI verwahrt.
Vorbemerkung: Die erste Strafanstalt Württemberg war das durch Verfügung vom 8.2.1710 (Reyscher XIII, S. 874) in Stuttgart in Verbindung mit einem Waisenhaus gegründete Zucht- und Arbeitshaus. Dieses Zucht- und Arbeitshaus wurde durch Verfügung vom 29.5.1736 (Reyscher XIV, S. 173) in dem noch heute von der Vollzugsanstalt genutzten Gebäudekomplex an der Schorndorfer Straße nach Ludwigsburg verlegt. Es diente zugleich zur Verwahrung von Armen, Waisen, und Landstreichern, ab 1746 auch als "Tollhaus" zur Unterbringung von Geisteskranken. Durch Verfügung vom 11.2.1810 (Reg. Bl. S. 57) kam es zu einer Neueinteilung der Waisen- Zucht- und Irrenanstalten in Württemberg, wobei Ludwigsburg ausschließlich als Strafanstalt für Frauen vorgesehen wurde. So wurden nacheinander abgetrennt: 1812 das Tollhaus, 1813 die Armen- und Beschäftigungsanstalt und 1824 das Armen- und Waisenhaus, das zunächst nach Weingarten, später nach Ochsenhausen verlegt wurde. Aufgrund des Edikts über die Strafgattungen und Strafanstalten vom 17.7.1824 (Reg. Bl. S. 589), wurden folgende Strafanstalten für einfache Strafen eingerichtet: Polizeihäuser, Arbeitshäuser, das Zuchthaus in Gotteszell und die Zivil-Festungs-Strafanstalt Hohenasperg. Die Bekanntmachung vom 10.10.1825 (Reg. Bl. S. 656) bestimmte neben Markgröningen und Heilbronn auch Ludwigsburg als Arbeitshaus, dem bis zur Errichtung der Jugendstrafanstalt Hall am 20,10.1846 auch eine Abteilung für jugendliche Gefangene angegliedert war. Die Umwandlung in ein Zuchthaus (neben Stuttgart und Gotteszell) erfolgte durch Verfügung vom 28.12.1871. Nach er Auflösung des Zuchthauses in Stuttgart im Jahre 1902 war Ludwigsburg das einzige Männerzuchthaus. Schon 1884 wurde dem Zuchthaus Ludwigsburg eine Nebenanstalt auf dem bisher nur als Zivil-Festungs-Strafanstalt dienenden Hohenasperg angegliedert; in der Folge richtete man dort weitere Abteilungen ein: 1888 eine Invalidenabteilung für körperlich oder geistig Gebrechliche, durch Verfügung vom 11.1.1905 (Reg. Bl. S. 9) eine Irrenabteilung, 1908 eine Tuberkuloseabteilung, 1914 eine epileptische und 1950 eine psychiatrische Abteilung. Ab 1886 wurde auch die Zivilfestungsstrafanstalt Hohenasperg gemeinsam mit der Filialstrafanstalt vom Zuchthaus Ludwigsburg verwaltet. Der nachstehend verzeichnete Bestand, 1917 als Teilbestand der Neueren Rechnungen im Finanzarchiv Ludwigsburg summarisch aufgenommen (altes Rep. E 225/226), wurde im Dezember 1977 und Januar 1978 neu verzeichnet und geordnet. Die Titelaufnahmen fertigte die Zeitangestellte Ute Etienne unter Leitung der Unterzeichneten, die auch die Abschlußarbeiten besorgte. Dabei wurden die im Bestand vorgefundenen 27 Gefangenenbücher und Beilagen im Umfang von 1,4 lfd.m. ausgegliedert und als Bestand E 356 d II, Strafanstalt Ludwigsburg II, verselbständigt. Der Bestand E 226/426 umfasst 680 Bände und Büschel = 10,3 lfd. m. Ludwigsburg, Januar 1978 D. Bader
Liste der Rechner: Bd. 1 - 5 Johann Gottlieb Roller Bd. 6 - 9 Barth Bd. 10 Luypoldt, Ludwig Bd. 11 - 35 Klett Bd. 36 Klett, Mayer Bd. 37 - 44 Mayer Bd. 45 Mayer, Bechstein Bd. 46 - 60 Bechstein Bd. 61 - 62 Daser Bd. 63 - 68 Sichart Bd. 69 - 89 Ungeheuer Bd. 90 Ungeheuer, Banz Bd. 91 - 94 Banz Bd. 95 - 96 Wieland
672 Bände (11,8 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ
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