Examination (= Verhör) und Urgicht des Hans Umenhofer, Bürgers allhier
Vollständigen Titel anzeigen
A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7548
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 21 Urgichten
(15)93 August 8
Regest: Ist im Beisein der Commissarii Johann Raach und Hans Reilin (?) gütlich examiniert worden und hat bekannt: Dem Hans Weiss, Tucher, auf dem Markt eine Hilf (= Decke?) gestohlen.
Zu Pliezhausen ein Leinlachen (= Leintuch) gestohlen.
Zu Hinterweiler einem Bauern 2 Tischtücher gestohlen.
Dem Bürgermeister Geyler ein Gestell entwendet, aber nachher ein anderes an die Statt (= Stelle) gemacht.
Dem Schmied Peter neue Rossnägel (= Hufnägel) gestohlen, zu Kirchen (= Kirchentellinsfurt) dem Schmied verkauft um ungefähr 400.
Zu Gönningen einem Bauern eine Kette mit ungefähr 24 Geleichen (= Gliedern, Ringen) gestohlen und einem Pfahlbauern verkauft.
Dem M ... (?) Maurer einen eisernen Truhennagel gestohlen und zu Pfullingen verkauft.
In der Tortur (= Folter) bekennt er: Zu Gomaringen eine eiserne Sperrkette gestohlen, zu Pfullingen einem Bauern hinten bei der Papirin (= Papiermühle?) um 5 Batzen verkauft.
Zu Metzingen einem Bauern eine kleine Bruchkette (= Kette zum Festmachen des Leiterwagens) gestohlen, um 6 Kreuzer verkauft.
Dem Wirt zu Nürtingen, Gorgus genannt, bei dem er zu Morgen gegessen hat, ein Zinnlin (= Zinngefäss) entwendet, daselbst einen Zaum verkauft, den er dem Pfarrherrn zu Bronnweiler gestohlen hatte.
Dem Schultheissen zu Kusterdingen eine Sperrkette genommen und einem Pfahlbauern um 4 Batzen verkauft.
Zu Pfullingen einem Bauern 2 Lannbäume (= Deichseln) entwendet.
Zu Metzingen ein Weibshemd gestohlen.
Zu Tübingen einem Rotgerber ein Paar Seiten (Seitenstücke) entwendet.
Dem Weissgerber daselbst auch ein Fell entwendet.
Vor einem Monat zu Gönningen einem Bauern einen eisernen Sperrstrick (= Kette) gestohlen und gen Pfullingen einem Bauern schier zu äusserst am Dorf um 4 Batzen käuflich hingegeben.
Daselbst 2 eiserne Stricke (= Ketten) entwendet.
2 Schleier (= Kopftücher) zu Pfullingen einem Bauern gestohlen und einer Prau zu Metzingen verkauft.
Dem Hans Tochtermann, Rotgerber, hier 3 Schöndtrotle (= ?) gestohlen und 1 dürr Hölzlein.
Dem Hans Brand ein ganzes Weingestell gestohlen und um 4 Batzen verkauft.
Dem Caspar Helb ein dürr Hölzlein entwendet.
Dem Zunftmeister Hans Wucnerer einen 3 ß-Laib gestohlen.
Beim Bürgerhaus einen Fleck (= Stück Tuch?) genommen.
Dem Becken Peter einen Arm voll Scheiter gestohlen.
Einem fremden Fuhrmann hier einen eisernen Sperrstrick gestohlen.
Dem Ludin Geckh ein Wurfseil (= grosses Seil) ab seinem Karren entwendet.
Dem Schmied Thelin einen Wetternagel aus einem Karren gestohlen.
Dem jung Martin Finckh aus seinem Laden eine Schön (= Schiene) Eisen gestohlen und dem Leonhard Frickh verkauft.
Eines Weingärtners Weib im Haus des alten Enderlin Klotz ein Goller gestohlen.
Dem Metzger Hans Büler ein eisern Sperrkettlein entwendet, gen Gomaringen einem Bauern um 5 Batzen verkauft.
Dem Stoffel Sommer eine blechene Ax (= Axt oder Achsen?) genommen.
Zu Betzingen dem Müller Böstlin 2 eiserne Strick genommen.
Er bekennt auch, dass er ins Kaufhaus eingebrochen, (?) und etlich Geld, das auf dem Tisch in Guckausen (= Gucken, Tüten) lag, genommen, ungefähr 3 fl - Auf dem Rand: Revocavit = Hat er widerrufen).
Seinem Vetter, dem Pfarrherrn zu Hausen sei er zum Küchenladen hineingestiegen, doch habe er am Tag zuvor die Gelegenheit abgesehen, seine Becher gestohlen und zu Bissingen einem Juden um 7 fl verkauft. - Auf dem Rand: Revocavit.
Zu Eningen dem Bauern Caspar Hespeler 2 Mannshemden, 1 Weibsgoller, 2 eiserne Speidel (= Keile) entwendet und zu Pfullingen einem Schuhmacher namens Veltin um 7 Batzen verkauft.
Seinem Vetter zu Hausen, dem Pfarrer, ein Tischtuch an der Leine gestohlen.
Zu Ohmenhausen dem Georg Schlotterbeck eine Sperrkette entwendet und gen Neera (Nehren) dem Ferber Peter um 9 Batzen verkauft.
Zu Betzingen einem Bauern ab einem Wagen, der im Garten stand, ein paar eiserne Stricke gestohlen.
Dem Spital hier 3 Nötteln (= Schüsseln, Teller?) und 2 Leiterbäume (= die Längsstangen der Leiter am Leiterwagen) entwendet.
Dem Zunftmeister Georg Weiss einen Ablasshahn und einem Fremden eine Werkschiene gestohlen, den Ablasszapfen einem Küfer zu Metzingen beim Rathaus um 4 Batzen, die Schiene einem fremden Schmied verkauft.
Dem Lorenz Roth ein Haumesser genommen. Wurde aber wieder bei ihm geholt.
Dem Balthes Leicht ein Paar Schuh genommen. Musste er ihm nachher bezahlen.
Dem Hans Ackhermann, Wagner der Stadt, eine Axt und einen Lanbaum (= Deichsel) vor seinem Haus gestohlen.
Vor seinem Haus ab einem Karren 2 Brüchkettlein entwendet und einem Bauern beim Pfullinger Siechenhäuslein um 10 Kreuzer verkauft.
Vor dem Haus des Schmid Peter einem ein Brüchkettlein entwendet und daraus 6 ß erlöst.
Dem Lazarus Schmid, Fuhrmann der Armen (= Armenpflege) auch ein Brüchkettlein gestohlen und 6 Kreuzer daraus erlöst.
Dem Hans Göppinger ein Dürrhölzlein vor seinem Haus gestohlen und Schwingen daraus gemacht.
Beim Haus von Schultheiss Lamparter 2 Wurfseile gestohlen.
Dem Caspar Wetzel eine Pfahlhape (= krummes Messer, mit dem die Weinbergpfähle gespitzt werden) gestohlen, an einen Bauern zu Pfullingen gegen 2 Axen (= Äxte) vertauscht.
Dem Georg Steffler ein Weibshemd genommen. Wurde aber wieder bei ihm geholt.
Dem Georg Fassnacht vor seinem Haus eine Schwelle (= Grundbalken, besonders an der Tür) genommen und verbrannt.
Bei der Kirche ab einem Wagen 2 Wurfseile entwendet und in Pfullingen gegen Holz vertauscht.
Zu Pfullingen einem eine Kanne um 4 Batzen verkauft und ihm nachher wieder entwendet.
Dem Conrad Reiser ein Darrhölzlein genommen und daraus Schwingen gemacht, sowie ein Brüchkettlein gestohlen.
Zu Sondelfingen dem Spleiss ein Brüchkettlein entwendet und einem Bauern um 5 Kreuzer verkauft.
Dem Metzger Hans Pflüeger hier ein Beil entwendet und zu Eningen gegen Holz vertauscht.
Dem Georg Hummel eine Kette entwendet. Eine Hilf (= Halfter?) um 4 Batzen nach Jettenburg verkauft, die er wieder gelöst hat.
Dem unteren Ziegler einen eisernen Strang und Sperrstrick gestohlen.
Auf der Bleiche eine eiserne Kette entwendet und gen Metzingen versetzt, die man wieder gelöst hat.
Dem Ludwig Kübelwein, als er bei ihm zu Hause war, einen eisernen Hafen entwendet und gen Lustnau um 5 Batzen versetzt.
Dem Bastian Schlayer hier ein Darrholz entwendet.
Zu Neuhausen einem Bauern eine Hilf (= Halfter?) entwendet und einem fremden Bauern um 5 Batzen verkauft.
Zu Rommelsbach einem Bauern eine Hilf (= Halfter?) entwendet. Sie wurde wieder bei ihm erhebt (= geholt).
Daselbst einem Bauern, Christa (Christian) genannt, einen eisernen Sperrstrick entwendet und einem Fremden um 4 Batzen verkauft.
Dem alt Stoffel Sommer eine Hilf gestohlen und einem Albbauern um 4 oder 5 Batzen verkauft.
Dem Ludwig Sommer eine Hilf entwendet und zu Pfullingen gegen Holz vertauscht.
Zu Mittelstadt einem Bauern ein Bogenkettlein (= ?) entwendet und einem Bauern auf der Strass um 10 Kreuzer verkauft.
Dem Ludwig Geckheler ein Eschenholz entwendet, welches er zu einem Karrenbaum brauchen (= benützen) wollte.
Dem Caspar Hirnlinger einen Lanbaum (= Deichsel) gestohlen.
Beim obern Tor ab einem Heukarren ein Wurfseil entwendet.
Bei Sondelfingen seien zwei gelegen, die betrunken waren und schliefen. Dem einen habe er eine Wehr entwendet und zu Rottenburg verkaufen wollen. Darüber wurde er eingelegt (= eingesperrt). Sie liegt noch dort.
Im Kutzenbad, worin er gebadet, ein Paar Schuhe angezogen, das man wieder bei ihm geholt hat.
Dem Hans alt Helb ein Brüchkettlein gestohlen und gegen Holz vertauscht.
Einem Lumpensammler beim Haus des David Koch 2 Wurfseile entwendet.
In der oberen Ziegelhütte 2 Lonnen (= Achsennägel) entwendet.
Dem Hans Maurer aus einem Truhenkarren (= Karren, dessen Obergestell aus einer Truhe besteht, für Kies, Sand und dergleichen) eine Lonne gestohlen.
Dem Schultheiss Lamparter ein Darrhölzlein entwendet.
Dem Georg Knapp eine Hape (= vorn abwärts gekrümmtes starkes Messer) in seinem Haus genommen.
Zu Oberhausen einem Wirt eine Hilf gestohlen und zu Pfullingen verkauft.
Einem fremden Karrenmann hier beim Haus des David Koch ein kleines Brüchkettlein gestohlen.
Beim Schaf zu Tüwingen kleines Imlin (= Imifässlein?) entwendet.
Bei der Kirche hier ab einem Wagen 2 Wurfseile gestohlen.
Dem Weissgerber Peter Ruof 3 Rick (= Bündel mit Garn?) hinten an seinem Haus gestohlen und gen Pfullingen einem Becken um einen Laib Brot gegeben.
Bei B. Samuel Grötzingers Haus ab einem Wagen eine Axt entwendet.
Seinem Vetter selig Franz Wucher eine Hape genommen.
Dem Thoma Humel ab seinem Karren ein Spannseil genommen und zu Sondelfingen gegen Holz vertauscht.
Dem Totengräber Conrad Haid ein Beil entwendet, das das Zeichen der Stadt hatte, und einem fremden Bauern um 6 Kreuzer verkauft.
Zu Pfullingen einem Bauern einen Tragbaum entwendet.
Dem Hafner Jerglin 2 gläste (= glasierte) Schüsselein genommen.
Hans Umenhofer hat gestanden, innerhalb etlicher Jahre hier in der Stadt und in den umliegenden Flecken über 90 Stück gestohlen zu haben. Deshalb ist vom Rat mit Urteil zu Recht erkannt worden, dass er dem Nachrichter übergeben, von diesem 1/4 Stunde an das Halseisen gestellt, zum Etmanns (= Metmanns)- Tor mit Ruten hinausgestrichen und über den Rhein ausgewiesen werden und schwören solle, ohne Begnadigung bei Verlust des Lebens nicht mehr herüber und hierher zu kommen, ihm zu wohlverdienter Straf und anderen zu einem Exempel, sich vor dergleichen Untaten zu hüten.
Publiciert und exequiert den 1. September (15)93.
Zu Pliezhausen ein Leinlachen (= Leintuch) gestohlen.
Zu Hinterweiler einem Bauern 2 Tischtücher gestohlen.
Dem Bürgermeister Geyler ein Gestell entwendet, aber nachher ein anderes an die Statt (= Stelle) gemacht.
Dem Schmied Peter neue Rossnägel (= Hufnägel) gestohlen, zu Kirchen (= Kirchentellinsfurt) dem Schmied verkauft um ungefähr 400.
Zu Gönningen einem Bauern eine Kette mit ungefähr 24 Geleichen (= Gliedern, Ringen) gestohlen und einem Pfahlbauern verkauft.
Dem M ... (?) Maurer einen eisernen Truhennagel gestohlen und zu Pfullingen verkauft.
In der Tortur (= Folter) bekennt er: Zu Gomaringen eine eiserne Sperrkette gestohlen, zu Pfullingen einem Bauern hinten bei der Papirin (= Papiermühle?) um 5 Batzen verkauft.
Zu Metzingen einem Bauern eine kleine Bruchkette (= Kette zum Festmachen des Leiterwagens) gestohlen, um 6 Kreuzer verkauft.
Dem Wirt zu Nürtingen, Gorgus genannt, bei dem er zu Morgen gegessen hat, ein Zinnlin (= Zinngefäss) entwendet, daselbst einen Zaum verkauft, den er dem Pfarrherrn zu Bronnweiler gestohlen hatte.
Dem Schultheissen zu Kusterdingen eine Sperrkette genommen und einem Pfahlbauern um 4 Batzen verkauft.
Zu Pfullingen einem Bauern 2 Lannbäume (= Deichseln) entwendet.
Zu Metzingen ein Weibshemd gestohlen.
Zu Tübingen einem Rotgerber ein Paar Seiten (Seitenstücke) entwendet.
Dem Weissgerber daselbst auch ein Fell entwendet.
Vor einem Monat zu Gönningen einem Bauern einen eisernen Sperrstrick (= Kette) gestohlen und gen Pfullingen einem Bauern schier zu äusserst am Dorf um 4 Batzen käuflich hingegeben.
Daselbst 2 eiserne Stricke (= Ketten) entwendet.
2 Schleier (= Kopftücher) zu Pfullingen einem Bauern gestohlen und einer Prau zu Metzingen verkauft.
Dem Hans Tochtermann, Rotgerber, hier 3 Schöndtrotle (= ?) gestohlen und 1 dürr Hölzlein.
Dem Hans Brand ein ganzes Weingestell gestohlen und um 4 Batzen verkauft.
Dem Caspar Helb ein dürr Hölzlein entwendet.
Dem Zunftmeister Hans Wucnerer einen 3 ß-Laib gestohlen.
Beim Bürgerhaus einen Fleck (= Stück Tuch?) genommen.
Dem Becken Peter einen Arm voll Scheiter gestohlen.
Einem fremden Fuhrmann hier einen eisernen Sperrstrick gestohlen.
Dem Ludin Geckh ein Wurfseil (= grosses Seil) ab seinem Karren entwendet.
Dem Schmied Thelin einen Wetternagel aus einem Karren gestohlen.
Dem jung Martin Finckh aus seinem Laden eine Schön (= Schiene) Eisen gestohlen und dem Leonhard Frickh verkauft.
Eines Weingärtners Weib im Haus des alten Enderlin Klotz ein Goller gestohlen.
Dem Metzger Hans Büler ein eisern Sperrkettlein entwendet, gen Gomaringen einem Bauern um 5 Batzen verkauft.
Dem Stoffel Sommer eine blechene Ax (= Axt oder Achsen?) genommen.
Zu Betzingen dem Müller Böstlin 2 eiserne Strick genommen.
Er bekennt auch, dass er ins Kaufhaus eingebrochen, (?) und etlich Geld, das auf dem Tisch in Guckausen (= Gucken, Tüten) lag, genommen, ungefähr 3 fl - Auf dem Rand: Revocavit = Hat er widerrufen).
Seinem Vetter, dem Pfarrherrn zu Hausen sei er zum Küchenladen hineingestiegen, doch habe er am Tag zuvor die Gelegenheit abgesehen, seine Becher gestohlen und zu Bissingen einem Juden um 7 fl verkauft. - Auf dem Rand: Revocavit.
Zu Eningen dem Bauern Caspar Hespeler 2 Mannshemden, 1 Weibsgoller, 2 eiserne Speidel (= Keile) entwendet und zu Pfullingen einem Schuhmacher namens Veltin um 7 Batzen verkauft.
Seinem Vetter zu Hausen, dem Pfarrer, ein Tischtuch an der Leine gestohlen.
Zu Ohmenhausen dem Georg Schlotterbeck eine Sperrkette entwendet und gen Neera (Nehren) dem Ferber Peter um 9 Batzen verkauft.
Zu Betzingen einem Bauern ab einem Wagen, der im Garten stand, ein paar eiserne Stricke gestohlen.
Dem Spital hier 3 Nötteln (= Schüsseln, Teller?) und 2 Leiterbäume (= die Längsstangen der Leiter am Leiterwagen) entwendet.
Dem Zunftmeister Georg Weiss einen Ablasshahn und einem Fremden eine Werkschiene gestohlen, den Ablasszapfen einem Küfer zu Metzingen beim Rathaus um 4 Batzen, die Schiene einem fremden Schmied verkauft.
Dem Lorenz Roth ein Haumesser genommen. Wurde aber wieder bei ihm geholt.
Dem Balthes Leicht ein Paar Schuh genommen. Musste er ihm nachher bezahlen.
Dem Hans Ackhermann, Wagner der Stadt, eine Axt und einen Lanbaum (= Deichsel) vor seinem Haus gestohlen.
Vor seinem Haus ab einem Karren 2 Brüchkettlein entwendet und einem Bauern beim Pfullinger Siechenhäuslein um 10 Kreuzer verkauft.
Vor dem Haus des Schmid Peter einem ein Brüchkettlein entwendet und daraus 6 ß erlöst.
Dem Lazarus Schmid, Fuhrmann der Armen (= Armenpflege) auch ein Brüchkettlein gestohlen und 6 Kreuzer daraus erlöst.
Dem Hans Göppinger ein Dürrhölzlein vor seinem Haus gestohlen und Schwingen daraus gemacht.
Beim Haus von Schultheiss Lamparter 2 Wurfseile gestohlen.
Dem Caspar Wetzel eine Pfahlhape (= krummes Messer, mit dem die Weinbergpfähle gespitzt werden) gestohlen, an einen Bauern zu Pfullingen gegen 2 Axen (= Äxte) vertauscht.
Dem Georg Steffler ein Weibshemd genommen. Wurde aber wieder bei ihm geholt.
Dem Georg Fassnacht vor seinem Haus eine Schwelle (= Grundbalken, besonders an der Tür) genommen und verbrannt.
Bei der Kirche ab einem Wagen 2 Wurfseile entwendet und in Pfullingen gegen Holz vertauscht.
Zu Pfullingen einem eine Kanne um 4 Batzen verkauft und ihm nachher wieder entwendet.
Dem Conrad Reiser ein Darrhölzlein genommen und daraus Schwingen gemacht, sowie ein Brüchkettlein gestohlen.
Zu Sondelfingen dem Spleiss ein Brüchkettlein entwendet und einem Bauern um 5 Kreuzer verkauft.
Dem Metzger Hans Pflüeger hier ein Beil entwendet und zu Eningen gegen Holz vertauscht.
Dem Georg Hummel eine Kette entwendet. Eine Hilf (= Halfter?) um 4 Batzen nach Jettenburg verkauft, die er wieder gelöst hat.
Dem unteren Ziegler einen eisernen Strang und Sperrstrick gestohlen.
Auf der Bleiche eine eiserne Kette entwendet und gen Metzingen versetzt, die man wieder gelöst hat.
Dem Ludwig Kübelwein, als er bei ihm zu Hause war, einen eisernen Hafen entwendet und gen Lustnau um 5 Batzen versetzt.
Dem Bastian Schlayer hier ein Darrholz entwendet.
Zu Neuhausen einem Bauern eine Hilf (= Halfter?) entwendet und einem fremden Bauern um 5 Batzen verkauft.
Zu Rommelsbach einem Bauern eine Hilf (= Halfter?) entwendet. Sie wurde wieder bei ihm erhebt (= geholt).
Daselbst einem Bauern, Christa (Christian) genannt, einen eisernen Sperrstrick entwendet und einem Fremden um 4 Batzen verkauft.
Dem alt Stoffel Sommer eine Hilf gestohlen und einem Albbauern um 4 oder 5 Batzen verkauft.
Dem Ludwig Sommer eine Hilf entwendet und zu Pfullingen gegen Holz vertauscht.
Zu Mittelstadt einem Bauern ein Bogenkettlein (= ?) entwendet und einem Bauern auf der Strass um 10 Kreuzer verkauft.
Dem Ludwig Geckheler ein Eschenholz entwendet, welches er zu einem Karrenbaum brauchen (= benützen) wollte.
Dem Caspar Hirnlinger einen Lanbaum (= Deichsel) gestohlen.
Beim obern Tor ab einem Heukarren ein Wurfseil entwendet.
Bei Sondelfingen seien zwei gelegen, die betrunken waren und schliefen. Dem einen habe er eine Wehr entwendet und zu Rottenburg verkaufen wollen. Darüber wurde er eingelegt (= eingesperrt). Sie liegt noch dort.
Im Kutzenbad, worin er gebadet, ein Paar Schuhe angezogen, das man wieder bei ihm geholt hat.
Dem Hans alt Helb ein Brüchkettlein gestohlen und gegen Holz vertauscht.
Einem Lumpensammler beim Haus des David Koch 2 Wurfseile entwendet.
In der oberen Ziegelhütte 2 Lonnen (= Achsennägel) entwendet.
Dem Hans Maurer aus einem Truhenkarren (= Karren, dessen Obergestell aus einer Truhe besteht, für Kies, Sand und dergleichen) eine Lonne gestohlen.
Dem Schultheiss Lamparter ein Darrhölzlein entwendet.
Dem Georg Knapp eine Hape (= vorn abwärts gekrümmtes starkes Messer) in seinem Haus genommen.
Zu Oberhausen einem Wirt eine Hilf gestohlen und zu Pfullingen verkauft.
Einem fremden Karrenmann hier beim Haus des David Koch ein kleines Brüchkettlein gestohlen.
Beim Schaf zu Tüwingen kleines Imlin (= Imifässlein?) entwendet.
Bei der Kirche hier ab einem Wagen 2 Wurfseile gestohlen.
Dem Weissgerber Peter Ruof 3 Rick (= Bündel mit Garn?) hinten an seinem Haus gestohlen und gen Pfullingen einem Becken um einen Laib Brot gegeben.
Bei B. Samuel Grötzingers Haus ab einem Wagen eine Axt entwendet.
Seinem Vetter selig Franz Wucher eine Hape genommen.
Dem Thoma Humel ab seinem Karren ein Spannseil genommen und zu Sondelfingen gegen Holz vertauscht.
Dem Totengräber Conrad Haid ein Beil entwendet, das das Zeichen der Stadt hatte, und einem fremden Bauern um 6 Kreuzer verkauft.
Zu Pfullingen einem Bauern einen Tragbaum entwendet.
Dem Hafner Jerglin 2 gläste (= glasierte) Schüsselein genommen.
Hans Umenhofer hat gestanden, innerhalb etlicher Jahre hier in der Stadt und in den umliegenden Flecken über 90 Stück gestohlen zu haben. Deshalb ist vom Rat mit Urteil zu Recht erkannt worden, dass er dem Nachrichter übergeben, von diesem 1/4 Stunde an das Halseisen gestellt, zum Etmanns (= Metmanns)- Tor mit Ruten hinausgestrichen und über den Rhein ausgewiesen werden und schwören solle, ohne Begnadigung bei Verlust des Lebens nicht mehr herüber und hierher zu kommen, ihm zu wohlverdienter Straf und anderen zu einem Exempel, sich vor dergleichen Untaten zu hüten.
Publiciert und exequiert den 1. September (15)93.
13 S.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ