1.3.4.9 Heim für soziale Betreuung (zuvor Städtische Arbeitsanstalt, Leipzig-Thonberg, Riebeckstraße 63) (Bestand)
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Stadtarchiv Leipzig (Archivtektonik) >> 1 Städtische Körperschaften und deren nachgeordnete Einrichtungen >> 1.3 Städtische Einrichtungen und Betriebe >> 1.3.4 Gesundheits- und Sozialwesen
1892 - 1978
Bestandsgeschichte: Die Arbeitsanstalt in Leipzig-Thonberg wurde am 8. November 1892 an der Riebeckstraße eingeweiht. Die neue Einrichtung (Vorgänger war das St. Georg-Hospital, als "Georgenhaus" bezeichnet, siehe 1.3.4.3) war für die "Unterbringung, angemessene Beschäftigung und sittliche Besserung arbeitsscheuer und alkoholabhängiger Armer" zuständig. Die Anstalt führte zunächst die Bezeichnung "Zwangsarbeitsanstalt (oder Zwangsarbeitshaus) zu St. Georg" und seit 1909 "Städtische Arbeitsanstalt". Ab 1923 unterstand sie dem Wohlfahrtsamt.
Die Gebäude in der Riebeckstraße wurden im Verlauf der folgenden Jahre unterschiedlich genutzt: Während des Zweiten Weltkrieges registrierte das Arbeitsamt hier u.a. Fremd- und Zwangsarbeiter. In den 1950er und 1960er Jahren beherbergten die Gebäude ein Sonderheim für soziale Betreuung mit geschlossener Unterbringung. Anfang der 1950er Jahre waren ihm zwei offene Abteilungen und eine Versorgungsabteilung für altersheimbedürftige Frauen angegliedert. Ab ca. 1975 bis nachweislich 1989 war dort die Abteilung Venerologie des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie Leipzig-Dösen untergebracht. Mitte der 90er Jahre übernahm das Sozialamt der Stadt Leipzig die in der Zwischenzeit als Wohnprojekt für Behinderte genutzte Einrichtung. Sie gehört heute zum Städtischen Eigenbetrieb "Städtische Behindertenhilfe".
Die Akten der Städtischen Arbeitsanstalt gelangten in einer ersten Überlieferungsschicht 1928 an das Stadtarchiv. Weitere Unterlagen wurden im Zuge der Erschließung aus dem Bestand Georgenhaus herausgelöst. Die Übernahme der Akten der Städtischen Arbeitsanstalt und ihrer Nachfolgeeinrichtungen durch das Stadtarchiv Leipzig erfolgte ab Mai 1990 in Zusammenhang mit der Übernahme von Unterlagen des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie Leipzig-Dösen, später die als städtischer Eigenbetrieb weitergeführte Städtische Klinik Leipzig-Südost. Die bei Bauarbeiten im Wohnprojekt Riebeckstraße 63 aufgefundene Insassenkartei aus dem Zeitraum zwischen 1911 und um 1965 wurde 2002 dem Stadtarchiv übergeben.
Signaturbeispiel: HsozB Nr. 1
Die Gebäude in der Riebeckstraße wurden im Verlauf der folgenden Jahre unterschiedlich genutzt: Während des Zweiten Weltkrieges registrierte das Arbeitsamt hier u.a. Fremd- und Zwangsarbeiter. In den 1950er und 1960er Jahren beherbergten die Gebäude ein Sonderheim für soziale Betreuung mit geschlossener Unterbringung. Anfang der 1950er Jahre waren ihm zwei offene Abteilungen und eine Versorgungsabteilung für altersheimbedürftige Frauen angegliedert. Ab ca. 1975 bis nachweislich 1989 war dort die Abteilung Venerologie des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie Leipzig-Dösen untergebracht. Mitte der 90er Jahre übernahm das Sozialamt der Stadt Leipzig die in der Zwischenzeit als Wohnprojekt für Behinderte genutzte Einrichtung. Sie gehört heute zum Städtischen Eigenbetrieb "Städtische Behindertenhilfe".
Die Akten der Städtischen Arbeitsanstalt gelangten in einer ersten Überlieferungsschicht 1928 an das Stadtarchiv. Weitere Unterlagen wurden im Zuge der Erschließung aus dem Bestand Georgenhaus herausgelöst. Die Übernahme der Akten der Städtischen Arbeitsanstalt und ihrer Nachfolgeeinrichtungen durch das Stadtarchiv Leipzig erfolgte ab Mai 1990 in Zusammenhang mit der Übernahme von Unterlagen des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie Leipzig-Dösen, später die als städtischer Eigenbetrieb weitergeführte Städtische Klinik Leipzig-Südost. Die bei Bauarbeiten im Wohnprojekt Riebeckstraße 63 aufgefundene Insassenkartei aus dem Zeitraum zwischen 1911 und um 1965 wurde 2002 dem Stadtarchiv übergeben.
Signaturbeispiel: HsozB Nr. 1
Laufmeter: 6,1
Bestand
Literatur: Verwaltungsberichte der Stadt Leipzig für 1888 bis 1931
Handbücher "Die Verwaltung der Stadt Leipzig" von 1922 bis 1949
Anne Gutsche, Die Entwicklung unseres Heimes vom Arbeitshaus zum Heim für soziale Betreuung, Ms., Hausarbeit 1963.
Verweise: Georgenhaus (1.3.4.3)
Armen-, Fürsorge- und Sozialamt (1.2.2.2)
Kapitelakten - Kapitel 10 (Personalangelegenheiten), 13 (Georgenhaus, Straf- und Versorgungsanstalt) und 44 (Finanzwesen, Hauptrechnungen) ),
Teilbestand "Stadtverordnetenversammlung und Rat der Stadt Leipzig, Teil 1" (1945 bis 1970)
Akten der Stadtverordneten
Handbücher "Die Verwaltung der Stadt Leipzig" von 1922 bis 1949
Anne Gutsche, Die Entwicklung unseres Heimes vom Arbeitshaus zum Heim für soziale Betreuung, Ms., Hausarbeit 1963.
Verweise: Georgenhaus (1.3.4.3)
Armen-, Fürsorge- und Sozialamt (1.2.2.2)
Kapitelakten - Kapitel 10 (Personalangelegenheiten), 13 (Georgenhaus, Straf- und Versorgungsanstalt) und 44 (Finanzwesen, Hauptrechnungen) ),
Teilbestand "Stadtverordnetenversammlung und Rat der Stadt Leipzig, Teil 1" (1945 bis 1970)
Akten der Stadtverordneten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gilt die Archivsatzung des Stadtarchivs Leipzig.
13.08.2025, 09:31 MESZ