Archiv der Freiherren von Gemmingen-Treschklingen: Akten (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 von Gemmingen-Treschklingen
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Familien- und Herrschaftsarchive >> Adel >> von Gemmingen-Treschklingen >> Familien- und Herrschaftsarchiv von Gemmingen-Hornberg-Treschklingen
1222-1929
Familie: Die Linie Gemmingen-Treschklingen ist der älteste Ast des jüngeren respektive Hornberger Hauptstamms der weitverzweigten freiherrlichen Familie von Gemmingen; seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unterteilt er sich weiter in die Äste Bürg und Fränkisch Crumbach. Der Stammvater der Linie, Eberhard von Gemmingen zu Treschklingen (1688-1767), brachte es in kaiserlichen Kriegsdiensten zum Feldmarschalleutnant und Kommandanten der Festung Luxemburg. Sein Sohn Sigmund (1724-1806), ebenfalls in kaiserlichen Militärdiensten, konvertierte 1764 von der lutherischen zur katholischen Konfession und brachte es schließlich zum Feldzeugmeister. Ein weiterer Sohn Eberhards war der zu Hoffenheim gesessene Otto Heinrich von Gemmingen (1727-1797), der gemeinsam mit Sigmund zur römischen Kirche konvertierte; sein gleichnmiger Sohn (1755-1836) erlangte als Dichter des Schauspiels "Der deutsche Hausvater" (1779) literarischen Ruhm. Noch heute floriert der Stamm Gemmingen-Treschklingen mit Zweigen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der Schweiz sowie in Fränkisch Crumbach; in Bürg am Kocher hat inzwischen ein Zweig der Familie von Mentzingen das Erbe angetreten.
Besitz: Die Güter und Gerechtsame der Freiherren von Gemmingen zu Treschklingen waren jahrhundertelang weit gestreut. Zum einen lagen sie natürlich im Kraichgau, namentlich in Adersbach, Hoffenheim, Ittlingen, Rappenau und Treschklingen, zum anderen mit Bürg und seinen Zugehörungen um Kocher und Jagst. Daneben gab es einen größeren, im 16. Jahrhundert von den Herren von Wolfskehlen ererbten, später noch weiter ausgebauten Besitzkomplex um Oppenheim am Rhein und um Wolfskehlen im Hessischen Ried sowie um Fränkisch Crumbach im Odenwald. Aus dem Erbe der 1613 erloschenen Linie von Gemmingen-Michelfeld kamen auch noch Güter und Rechte in Michelfeld im Kraichgau sowie in Ingenheim im südlichen Speyergau hinzu. Darüber hinaus streuten die gemmingischen Besitzungen zeitweise bis nach Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb, infolge der österreichischen Engagements um die Wende des 18. Jahrhunderts sogar bis nach Österreich und Ungarn. Besitzteilungen mit dauerhafter Wirkung erfolgten zu Beginn des 18. Jahrhunderts in die Linien Treschklingen, Babstadt und Neckarzimmern sowie in der Treschklinger Branche noch einmal Mitte des 19. Jahrhunderts in die Zweige Bürg und Fränkisch Crumbach.
Archiv: Im November 1786 beschlossen alle Agnaten des jüngeren gemmingischen Hauptstamms die Errichtung eines gemeinschaftlichen Familienarchivs. In dieses sollten binnen eines halben Jahres alle die Gesamtfamilie betreffenden Privilegien, Verträge, Kauf-, Lehn- und Stiftungsbriefe sowie dergleichen mehr eingeliefert werden. Ob dieses zentrale Archiv tatsächlich mit aller Konsequenz realisiert wurde, lässt sich schwer beurteilen, aber zumindest wurde damit angefangen, es aufzubauen. Umfang, Inhalte und Struktur des heutigen Gemmingen-Hornberger Archivs scheinen darauf hinzudeuten, dass die Zusammenführung der zentralen Bestände in Neckarzimmern erfolgte. Daneben existierte weiterhin das hier in Rede stehende, sehr reichhaltige Partikulararchiv der Linie Gemmingen-Treschklingen, gespeist aus deren verschiedenen Rentamtsregistraturen, allerdings mit auffällig vielen Abschriften in seinem Urkundenbestand, die auf entsprechende Ablieferungen nach Neckarzimmern schließen lassen. In erster Linie birgt das Treschklinger Archiv naturgemäß Überlieferungen zu den Angehörigen und zur weitgestreuten Begüterung dieser Linie, darüber hinaus aber auch - von größter Bedeutung für die Erforschung der Adels- und Landesgeschichte weit über den Kraichgau hinaus - die umfangreichen Materialsammlungen zu dem von Reinhard von Gemmingen (+1635) verfassten "Gemmingischen Stammbaum", die strenggenommen an das 1786 errichtete Gesamtarchiv hätten abgegeben werden sollen. Das im Wasserschloss zu Bad Rappenau höchst unzulänglich untergebrachte Treschklinger Archiv wurde im Spätjahr 1935 auf Wunsch der damaligen Eigentümer in Bad Rappenau, Bürg und Darmstadt als Hinterlegung unter Eigentumsvorbehalt ins Generallandesarchiv verbracht; in den folgenden Jahren kam es noch mehrfach zur Nachlieferung einzelner Stücke, aber auch ganzer Teilbestände durch verschiedene Eigentümer. Die sogleich in Angriff genommene Neuordnung und Erschließung des Aktenbestands nach Gesichtspunkten der Brauer'schen Archivordnung musste infolge kriegsbedingter Auslagerung unterbrochen werden und kam erst nach der Mitte der 1950er Jahre durch Julius Friedrich Kastner zum Abschluss. Zu Beginn des Jahres 1965 war das Repertorium endlich ins Reine geschrieben. Dessen digitale Konversion bei gleichzeitiger redaktioneller Überarbeitung besorgte im Herbst 2016 Kurt Andermann. Karlsruhe, im November 2016 Kurt Andermann
Literaturhinweise: Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker, Chronik der Familie von Gemmingen und ihrer Besitzungen, 3 Bde. in 6 Heften, Heidelberg und Heilbronn 1865-1880 Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker, Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen, Heilbronn 1895 Hans-Lothar Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Stammreihen und Stammbaum der Freiherren von Gemmingen, Heidelberg 1949 Georg Schmidt, Adeliges Selbstverständnis und späthumanistische Geschichtsschreibung: der Stammbaum des Reinhard von Gemmingen, in: Stefan Rhein (Hg.), Die Kraichgauer Ritterschaft in der frühen Neuzeit (Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten 3), Sigmaringen 1993, S. 257-288 [ohne Berücksichtigung des Treschklinger Archivs]
Besitz: Die Güter und Gerechtsame der Freiherren von Gemmingen zu Treschklingen waren jahrhundertelang weit gestreut. Zum einen lagen sie natürlich im Kraichgau, namentlich in Adersbach, Hoffenheim, Ittlingen, Rappenau und Treschklingen, zum anderen mit Bürg und seinen Zugehörungen um Kocher und Jagst. Daneben gab es einen größeren, im 16. Jahrhundert von den Herren von Wolfskehlen ererbten, später noch weiter ausgebauten Besitzkomplex um Oppenheim am Rhein und um Wolfskehlen im Hessischen Ried sowie um Fränkisch Crumbach im Odenwald. Aus dem Erbe der 1613 erloschenen Linie von Gemmingen-Michelfeld kamen auch noch Güter und Rechte in Michelfeld im Kraichgau sowie in Ingenheim im südlichen Speyergau hinzu. Darüber hinaus streuten die gemmingischen Besitzungen zeitweise bis nach Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb, infolge der österreichischen Engagements um die Wende des 18. Jahrhunderts sogar bis nach Österreich und Ungarn. Besitzteilungen mit dauerhafter Wirkung erfolgten zu Beginn des 18. Jahrhunderts in die Linien Treschklingen, Babstadt und Neckarzimmern sowie in der Treschklinger Branche noch einmal Mitte des 19. Jahrhunderts in die Zweige Bürg und Fränkisch Crumbach.
Archiv: Im November 1786 beschlossen alle Agnaten des jüngeren gemmingischen Hauptstamms die Errichtung eines gemeinschaftlichen Familienarchivs. In dieses sollten binnen eines halben Jahres alle die Gesamtfamilie betreffenden Privilegien, Verträge, Kauf-, Lehn- und Stiftungsbriefe sowie dergleichen mehr eingeliefert werden. Ob dieses zentrale Archiv tatsächlich mit aller Konsequenz realisiert wurde, lässt sich schwer beurteilen, aber zumindest wurde damit angefangen, es aufzubauen. Umfang, Inhalte und Struktur des heutigen Gemmingen-Hornberger Archivs scheinen darauf hinzudeuten, dass die Zusammenführung der zentralen Bestände in Neckarzimmern erfolgte. Daneben existierte weiterhin das hier in Rede stehende, sehr reichhaltige Partikulararchiv der Linie Gemmingen-Treschklingen, gespeist aus deren verschiedenen Rentamtsregistraturen, allerdings mit auffällig vielen Abschriften in seinem Urkundenbestand, die auf entsprechende Ablieferungen nach Neckarzimmern schließen lassen. In erster Linie birgt das Treschklinger Archiv naturgemäß Überlieferungen zu den Angehörigen und zur weitgestreuten Begüterung dieser Linie, darüber hinaus aber auch - von größter Bedeutung für die Erforschung der Adels- und Landesgeschichte weit über den Kraichgau hinaus - die umfangreichen Materialsammlungen zu dem von Reinhard von Gemmingen (+1635) verfassten "Gemmingischen Stammbaum", die strenggenommen an das 1786 errichtete Gesamtarchiv hätten abgegeben werden sollen. Das im Wasserschloss zu Bad Rappenau höchst unzulänglich untergebrachte Treschklinger Archiv wurde im Spätjahr 1935 auf Wunsch der damaligen Eigentümer in Bad Rappenau, Bürg und Darmstadt als Hinterlegung unter Eigentumsvorbehalt ins Generallandesarchiv verbracht; in den folgenden Jahren kam es noch mehrfach zur Nachlieferung einzelner Stücke, aber auch ganzer Teilbestände durch verschiedene Eigentümer. Die sogleich in Angriff genommene Neuordnung und Erschließung des Aktenbestands nach Gesichtspunkten der Brauer'schen Archivordnung musste infolge kriegsbedingter Auslagerung unterbrochen werden und kam erst nach der Mitte der 1950er Jahre durch Julius Friedrich Kastner zum Abschluss. Zu Beginn des Jahres 1965 war das Repertorium endlich ins Reine geschrieben. Dessen digitale Konversion bei gleichzeitiger redaktioneller Überarbeitung besorgte im Herbst 2016 Kurt Andermann. Karlsruhe, im November 2016 Kurt Andermann
Literaturhinweise: Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker, Chronik der Familie von Gemmingen und ihrer Besitzungen, 3 Bde. in 6 Heften, Heidelberg und Heilbronn 1865-1880 Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker, Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen, Heilbronn 1895 Hans-Lothar Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Stammreihen und Stammbaum der Freiherren von Gemmingen, Heidelberg 1949 Georg Schmidt, Adeliges Selbstverständnis und späthumanistische Geschichtsschreibung: der Stammbaum des Reinhard von Gemmingen, in: Stefan Rhein (Hg.), Die Kraichgauer Ritterschaft in der frühen Neuzeit (Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten 3), Sigmaringen 1993, S. 257-288 [ohne Berücksichtigung des Treschklinger Archivs]
3344 Akten
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ
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