D 29 - Familiennachlass Nagel - Günther (Bestand)
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D 29
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> D - Private Nachlässe und Sammlungen
1793-1836, 1910
Einleitung: Zum Inhalt
Das Hauptstück des gemischten Bestandes bilden die Briefe von Pfarrer Johann Ludwig Nagel (1752 - 1806) aus Esslingen an seinen Sohn Andreas Ludwig Friedrich Nagel (1777 - 1859) in Maulbronn, Tübingen bzw. in Vaihingen auf den Fildern. Diese Briefe wanderten zusammen mit dem übrigen Material Mitte des 19. Jahrhunderts nach England, wo der Urenkel des Verfassers, Albert Carl Ludwig Gotthilf Günther (1830 - 1914), als Naturwissenschaftler an der Zoologischen Abteilung des Britischen Museums tätig war.
Als sehr persönliche Mitteilungen geben die Briefe Zeugnis über die äußeren Lebensverhältnisse (Lebenshaltungskosten, Besoldung, Steuern, Krankheiten etc.) und die geistige Haltung einer württembergischen Pfarrfamilie um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Die kriegerischen Ereignisse, in die Württemberg nach der Französischen Revolution verwickelt war und in deren Folge die Stadt Esslingen ihre Reichsunmittelbarkeit verlor, bilden dabei den Hintergrund. Die Mediatisierung Esslingens brachte große Veränderungen mit sich, die auch in diesen Briefen ihren Niederschlag finden, wie etwa die neue Besoldung für Staats- und Kirchendiener, die Neuordnung des Armenwesens oder die Zunahme der Auswanderungsbewegung (s. Brief vom 2. Oktober 1803). Daneben stehen väterliche Empfehlungen an den in Tübingen Theologie studierenden Sohn, die das geistige Umfeld erhellen, wie z. B. Hinweise auf Lektüre (David Cranz "Alte und neue Brüderhistorie" von 1772, "Hillerisches Schatzkästlein" von 1762) oder die Herrnhuter Konferenz und das Bengelsche System.
Die Predigten und die Tafel "Compendium Biblicum" können nicht eindeutig einem Mitglied der Familie Nagel zugeordnet werden. Wahrscheinlich stammen sie von Andreas Ludwig Friedrich Nagel, Pfarrer in Vaihingen auf den Fildern, und gelangten über dessen Tochter, Eleonore Louise Nagel verehelichte Günther, nach England. Die Handschrift des Vaihinger Nagel wurde mehrfach von dessen Vater kritisiert. So ist es durchaus möglich, dass A. L. F. Nagel seine Predigten abschreiben ließ. Ein Schriftvergleich mit der Handschrift Nagels aus den Personal- bzw. Ortsakten (A 27/2289 und A 29/4882 - 4884) ergab keine Übereinstimmung.
Das Fragment der gedruckten "Günther Family Records" verdeutlicht die verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Familien Nagel - Günther.
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Zur Bestandsgeschichte
Der vorliegende Nachlass gelangte im Sommer 1985 von Herrn A. E. Gunther aus London über das Deutsche Literaturarchiv in Marbach an das Landeskirchliche Archiv nach Stuttgart. Er wurde 1986 von Barbara Springer verzeichnet.
Einleitung: Zum Inhalt
Das Hauptstück des gemischten Bestandes bilden die Briefe von Pfarrer Johann Ludwig Nagel (1752 - 1806) aus Esslingen an seinen Sohn Andreas Ludwig Friedrich Nagel (1777 - 1859) in Maulbronn, Tübingen bzw. in Vaihingen auf den Fildern. Diese Briefe wanderten zusammen mit dem übrigen Material Mitte des 19. Jahrhunderts nach England, wo der Urenkel des Verfassers, Albert Carl Ludwig Gotthilf Günther (1830 - 1914), als Naturwissenschaftler an der Zoologischen Abteilung des Britischen Museums tätig war.
Als sehr persönliche Mitteilungen geben die Briefe Zeugnis über die äußeren Lebensverhältnisse (Lebenshaltungskosten, Besoldung, Steuern, Krankheiten etc.) und die geistige Haltung einer württembergischen Pfarrfamilie um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Die kriegerischen Ereignisse, in die Württemberg nach der Französischen Revolution verwickelt war und in deren Folge die Stadt Esslingen ihre Reichsunmittelbarkeit verlor, bilden dabei den Hintergrund. Die Mediatisierung Esslingens brachte große Veränderungen mit sich, die auch in diesen Briefen ihren Niederschlag finden, wie etwa die neue Besoldung für Staats- und Kirchendiener, die Neuordnung des Armenwesens oder die Zunahme der Auswanderungsbewegung (s. Brief vom 2. Oktober 1803). Daneben stehen väterliche Empfehlungen an den in Tübingen Theologie studierenden Sohn, die das geistige Umfeld erhellen, wie z. B. Hinweise auf Lektüre (David Cranz "Alte und neue Brüderhistorie" von 1772, "Hillerisches Schatzkästlein" von 1762) oder die Herrnhuter Konferenz und das Bengelsche System.
Die Predigten und die Tafel "Compendium Biblicum" können nicht eindeutig einem Mitglied der Familie Nagel zugeordnet werden. Wahrscheinlich stammen sie von Andreas Ludwig Friedrich Nagel, Pfarrer in Vaihingen auf den Fildern, und gelangten über dessen Tochter, Eleonore Louise Nagel verehelichte Günther, nach England. Die Handschrift des Vaihinger Nagel wurde mehrfach von dessen Vater kritisiert. So ist es durchaus möglich, daß A. L. F. Nagel seine Predigten abschreiben ließ. Ein Schriftvergleich mit der Handschrift Nagels aus den Personal- bzw. Ortsakten (A 27/2289 und A 29/4882 - 4884) ergab keine Übereinstimmung.
Das Fragment der gedruckten "Günther Family Records" verdeutlicht die verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Familien Nagel - Günther.
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Zur Bestandsgeschichte
Der vorliegende Nachlaß gelangte im Sommer 1985 von Herrn A. E. Gunther aus London über das Deutsche Literaturarchiv in Marbach an das Landeskirchliche Archiv nach Stuttgart. Er wurde 1986 von Barbara Springer verzeichnet.
Das Hauptstück des gemischten Bestandes bilden die Briefe von Pfarrer Johann Ludwig Nagel (1752 - 1806) aus Esslingen an seinen Sohn Andreas Ludwig Friedrich Nagel (1777 - 1859) in Maulbronn, Tübingen bzw. in Vaihingen auf den Fildern. Diese Briefe wanderten zusammen mit dem übrigen Material Mitte des 19. Jahrhunderts nach England, wo der Urenkel des Verfassers, Albert Carl Ludwig Gotthilf Günther (1830 - 1914), als Naturwissenschaftler an der Zoologischen Abteilung des Britischen Museums tätig war.
Als sehr persönliche Mitteilungen geben die Briefe Zeugnis über die äußeren Lebensverhältnisse (Lebenshaltungskosten, Besoldung, Steuern, Krankheiten etc.) und die geistige Haltung einer württembergischen Pfarrfamilie um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Die kriegerischen Ereignisse, in die Württemberg nach der Französischen Revolution verwickelt war und in deren Folge die Stadt Esslingen ihre Reichsunmittelbarkeit verlor, bilden dabei den Hintergrund. Die Mediatisierung Esslingens brachte große Veränderungen mit sich, die auch in diesen Briefen ihren Niederschlag finden, wie etwa die neue Besoldung für Staats- und Kirchendiener, die Neuordnung des Armenwesens oder die Zunahme der Auswanderungsbewegung (s. Brief vom 2. Oktober 1803). Daneben stehen väterliche Empfehlungen an den in Tübingen Theologie studierenden Sohn, die das geistige Umfeld erhellen, wie z. B. Hinweise auf Lektüre (David Cranz "Alte und neue Brüderhistorie" von 1772, "Hillerisches Schatzkästlein" von 1762) oder die Herrnhuter Konferenz und das Bengelsche System.
Die Predigten und die Tafel "Compendium Biblicum" können nicht eindeutig einem Mitglied der Familie Nagel zugeordnet werden. Wahrscheinlich stammen sie von Andreas Ludwig Friedrich Nagel, Pfarrer in Vaihingen auf den Fildern, und gelangten über dessen Tochter, Eleonore Louise Nagel verehelichte Günther, nach England. Die Handschrift des Vaihinger Nagel wurde mehrfach von dessen Vater kritisiert. So ist es durchaus möglich, dass A. L. F. Nagel seine Predigten abschreiben ließ. Ein Schriftvergleich mit der Handschrift Nagels aus den Personal- bzw. Ortsakten (A 27/2289 und A 29/4882 - 4884) ergab keine Übereinstimmung.
Das Fragment der gedruckten "Günther Family Records" verdeutlicht die verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Familien Nagel - Günther.
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Zur Bestandsgeschichte
Der vorliegende Nachlass gelangte im Sommer 1985 von Herrn A. E. Gunther aus London über das Deutsche Literaturarchiv in Marbach an das Landeskirchliche Archiv nach Stuttgart. Er wurde 1986 von Barbara Springer verzeichnet.
Einleitung: Zum Inhalt
Das Hauptstück des gemischten Bestandes bilden die Briefe von Pfarrer Johann Ludwig Nagel (1752 - 1806) aus Esslingen an seinen Sohn Andreas Ludwig Friedrich Nagel (1777 - 1859) in Maulbronn, Tübingen bzw. in Vaihingen auf den Fildern. Diese Briefe wanderten zusammen mit dem übrigen Material Mitte des 19. Jahrhunderts nach England, wo der Urenkel des Verfassers, Albert Carl Ludwig Gotthilf Günther (1830 - 1914), als Naturwissenschaftler an der Zoologischen Abteilung des Britischen Museums tätig war.
Als sehr persönliche Mitteilungen geben die Briefe Zeugnis über die äußeren Lebensverhältnisse (Lebenshaltungskosten, Besoldung, Steuern, Krankheiten etc.) und die geistige Haltung einer württembergischen Pfarrfamilie um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Die kriegerischen Ereignisse, in die Württemberg nach der Französischen Revolution verwickelt war und in deren Folge die Stadt Esslingen ihre Reichsunmittelbarkeit verlor, bilden dabei den Hintergrund. Die Mediatisierung Esslingens brachte große Veränderungen mit sich, die auch in diesen Briefen ihren Niederschlag finden, wie etwa die neue Besoldung für Staats- und Kirchendiener, die Neuordnung des Armenwesens oder die Zunahme der Auswanderungsbewegung (s. Brief vom 2. Oktober 1803). Daneben stehen väterliche Empfehlungen an den in Tübingen Theologie studierenden Sohn, die das geistige Umfeld erhellen, wie z. B. Hinweise auf Lektüre (David Cranz "Alte und neue Brüderhistorie" von 1772, "Hillerisches Schatzkästlein" von 1762) oder die Herrnhuter Konferenz und das Bengelsche System.
Die Predigten und die Tafel "Compendium Biblicum" können nicht eindeutig einem Mitglied der Familie Nagel zugeordnet werden. Wahrscheinlich stammen sie von Andreas Ludwig Friedrich Nagel, Pfarrer in Vaihingen auf den Fildern, und gelangten über dessen Tochter, Eleonore Louise Nagel verehelichte Günther, nach England. Die Handschrift des Vaihinger Nagel wurde mehrfach von dessen Vater kritisiert. So ist es durchaus möglich, daß A. L. F. Nagel seine Predigten abschreiben ließ. Ein Schriftvergleich mit der Handschrift Nagels aus den Personal- bzw. Ortsakten (A 27/2289 und A 29/4882 - 4884) ergab keine Übereinstimmung.
Das Fragment der gedruckten "Günther Family Records" verdeutlicht die verwandtschaftlichen Beziehungen der beiden Familien Nagel - Günther.
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Zur Bestandsgeschichte
Der vorliegende Nachlaß gelangte im Sommer 1985 von Herrn A. E. Gunther aus London über das Deutsche Literaturarchiv in Marbach an das Landeskirchliche Archiv nach Stuttgart. Er wurde 1986 von Barbara Springer verzeichnet.
0,2 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ