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Briefe Johann Bäumler an Ruth Fiedler Zweiter Weltkrieg
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Enthält:
Briefe und Karten von Johann, genannt Hans, Bäumler, geb. 18.2.1923, wohnhaft Haslerstr. 5, an Ruth Fiedler, Meuschelstr. 7, Teil I
1. Brief vom 22.9.1939: Ist überrascht, Post und Fotos erhalten zu haben, beklagt sich über zu wenig persönliche Zeit wegen Zuteilung zum Dienst bei einem Polizeirevier, möchte sie wiedersehen
2. Briefumschlag leer nachgesendet nach Vorra, Goldene Krone, gestempelt 23.4.1940
3. Weihnachtskarte vom 24.12.1940
4. Postkarte von der Großglockner-Hochalpenstrasse
5. Brief vom 5.9.1941 aus RAD-Lager Ettleben über Schweinfurt:
Bericht vom Lagerleben, Spintordnung, Spatenputzen, straffem Zeitplan, Apfelernte der Straßenbäume, Hoffnung auf Ausgang
6. Ansichtskarte Würzburg, Am Hofgarten vom 1.11.1941: Muss den ganzen Tag zeichnen!
7. Brief vom 12.11.1941 an R. F. in Stuttgart-Degerloch, Sonnenberg, Kiesstr. 14: Zeichnung von Weinrebe am oberen Rand
8. Brief vom 30.11.1941 aus Würzburg-Zell: Bericht nach 4 Wochen Ausbildung, Stellungswechsel nach Würzburg, nicht Odessa oder Leningrad, weil zum Gaustab ausgesucht; Fliegeralarm, Appell, etc.
9. Briefumschlag mit leerem Tütchen vom 15.12.1941
10. Brief vom 14.12.1941: Weihnachtsmotiv ausgeschnitten und aufgeklebt: Dank für von Edith Fiedler erhaltenes Päckchen, Urlaub, Veränderungen im Dienst
11. Ansichtskarte Wald mit Lichtstrahl von Groh, vom 12.1.1942: Dank für die Weihnachtskarte
12. Ansichtskarte Würzburg, Roman. Kreuzgang vom Lusamgärtlein, vom 15.2.1942: Entlassung zieht sich hinaus bis Jahrgang 1924 nachwächst, wünscht Besserung für die Augenkrankheit
13. Ansichtskarte Würzburg, Hofgarten vom 22.3.1942: Entlassung zum 1.4.1942, dann in Nürnberg, Haslerstr. 5 zu erreichen.
14. Brief vom 19.4.1942, Absender Kanonier Hans Bäumler, Stabsbatterie Schwere Flak Ausbildungsabteilung 25, Schönbrunn/Oder:
Bericht von der Abreise vom Rangierbahnhof Nürnberg gegen 17.50 Uhr, Ehrenrunde um Nürnberg, dann Hersbruck, Pommelsbrunn, Oberpfalz, Furth im Wald, bei Neumond durch den Böhmer Wald, im Morgengrauen vorbei an den Skodawerken in Pilsen, entlang der Moldau nach Prag, prächtige Villen entlang der Strecke wie in Erlenstegen, nachmittags über Kolin, Olmütz nach Mährisch Ostrau, dort um 22.30 Uhr (Gesamtreisezeit 28 Stunden). Mit der Straßenbahn gings durch die Stadt, dann mitten im Wald abgesetzt, noch einige hundert Meter bis zum Kasernentor; Kaserne in Art des Nürnberger KDF mitten im Fichtenwald, modern eingerichtet; Uniform und Ausrüstungsgegenstände auch neu; Essen prima, von Tschechinnen gekocht; über Dienst will er nichts schreiben, die älteren Rekrutenjahrgänge dauern ihn; Grüße und Glückwunsch zum anstehenden 19. Geburtstag
15. Ansichtskarte aus Mährisch Ostrau mit Abbildung des Kreisgerichts vom 1.5.1942: Nach Vereidigung nächste Woche Stellungswechsel vielleicht in den "Goldenen Westen", wie im Lied der Flak "Wir fahren hin und her"
16. Brief vom 2.5.1942 aus Mährisch Ostrau: Gute Laune, weil gestern Vereidigung, heute Maifeier und morgen Sonntag, d.h. 3 dienstfreie Tage mit Schlafen bis 7.00 Uhr, statt 5.15 Uhr, keinen Infanteriedienst, keine stundenlangen Serien von Exerzieren, keine Schnauze voll Dreck, usw.; beantwortet Fragen nach Interessen, berichtet über anstehende Fahrt durch Deutschland, vielleicht im Güterwaggon, erzählt über das Straßenbild in M.O., die Männer, die dort unbrauchbar herumlungern, das vom Bergbau bestimmte Ortsbild, Kohlengruben, Hochöfen; Vorgesetzter aus Stuttgart; Geburtstag im nächsten Jahr am 18.2.; Lust auf süße Sachen, Speiseplan; kein Fliegeralarm; Vergleich zu Ruths Bruder Armin, der den polnischen Dreck nicht verträgt; will sich nicht erschüttern lassen; Grüße
17. Brief mit Feldpostabsender Lg. P.A. Brüssel vom 17.5.1942: Bericht von 17 Std. Fahrt durch Mitteldeutschland in extra Wagenklasse im Güterwaggon, das bedeutet Vorzüge wie auf den Boden legen, Stiefel ausziehen, Beine aus der Tür baumeln lassen, bei passablem Wetter; im Reich wurde aus den Häusern und Fabriken gewunken, Mädchen werfen Kusshände, im Rheinland stieg die Stimmung noch; Holland fabelhaftes Land, nur noch wenig von Kriegszerstörungen zu sehen, blühender Garten mit Windmühlen, peinlich saubere Häuser, Sonne versinkt; Frankreich Enttäuschung, fehlt der Reinlichkeitssinn; bei Ankunft am Bahnhof werden die Rucksäcke auf Autos verladen, bei Regimentsmusik in Marschordnung angetreten und in neue Garnisonsstadt eingezogen. Verwunderung über Wegweiser "Über ... nach Cambrai" und "Nach Dünkirchen .. km"; schildert die unterschiedlichen Reaktionen der "Franzosen", erzählt davon dass die Prostitution in dieser Stadt konzentriert sein soll. Er hat aber vorläufig keinen Ausgang; Kaserne in bedauernswertem Zustand, war früher von franz. Soldaten benutzt und ist jetzt für Deutsche umgebaut worden; soll auf die Funkerschule kommen.
18. Brief aus Erfurt von der Luftflottenwehrschule 5, 5. Schülerkompanie vom 18.6.1942: Bericht vom plötzlichen Abschied von Brüssel, Ende der Rekrutenzeit und Reise mit dem Fronturlauberzug über Brüssel, Lüttich, Aachen, Köln, Wuppertal, Eisenach, Gotha; In Brüssel 10 Std. Aufenthalt, Jammer dass er kein Geld mehr für Einkauf hatte, blieb nur Soldatenkino und Straßenbahnfahren, da dies für Soldaten kostenlos; Warenangebot groß aber teuer; Beispiele, wie Praline 20 - 30 Pfennige; beschreibt Zustand in Köln, Bahnhof intakt, aber viele Ruinen, italienischer Charakter, kolossaler Dombau; Dank für Brief, entschuldigt sich, dass er keine Schuhe besorgen konnte; bedankt sich für Fotos und schickt selbst ein Foto mit; befindet sich auf einem modernen Flugplatz, sehnt sich nicht nach Dreckloch zurück;
19. Ansichtskarte Erfurt, Am Kreuzsand, vom 28.6.1942: Dank für Brief, versucht noch Schuhe zu kriegen, vielleicht am nächsten Einsatzort, besseres Foto soll noch geschickt werden, Hoffnung auf ein Wiedersehen, Grüße
20. Ansichtskarte Erfurt, Rathaus, mit aufgeklebten Papierausschnitten von einem Flieger, einem Vogel und einem Liebespaar auf einer Bank, vom 18.7.1942: Dank für Karten, geht ihm gut im "Paradies der Junggesellen", wünscht sich aber Veränderung, hofft auf einen Heimatsonntag; Karte wurde auch nachgeschickt mit Blumenstängel; Gruß von unter und über den Wolken
21. Ansichtskarte aus der Foto-Serie "Unsere Luftwaffe" mit zweimotrigem Kampfflugzeug Dornier DO 17, geschrieben aus Erfurt am 3.8.1942 an Ruth F. in Höchenschwand (Schwarzwald), Augensanatorium Sonnenhof: Dank für Karte, rechnet mit Einsatz in 14 Tagen im Osten
22. Brief aus Erfurt vom 7.8.1942: Wegen der Scharlacherkrankung eines Stubenkameraden war 5 Wochen Quarantäne mit Faulenzen und Diensten wie Kaninchenfüttern, leider ohne Ausgang und Urlaub; wegen einer übermütigen Wasserschlacht kam dann wieder 14 Tage Ausgangssperre, vielleicht müssen "Kaninchenfütterer" nochmals einen Lehrgang absolvieren; Grüße in den Schwarzwald
23. Feldpostbrief aus Erfurt vom 19.8.1942: Enttäuschung, dass er nach 2 Wochen Pauken nicht an der Funkerprüfung teilnehmen durfte, muss noch 3 - 4 Wochen in Erfurt bleiben, wegen Quarantäne; Vergleich mit Armin, der im Osten ist, wo wenigstens was los ist; Meinung, dass im Schwarzwald auch nicht viel vom Krieg zu spüren ist und das Essen auch zufriedenstellend; Karnickel werden bald schlachtreif sein; kein Urlaub; Grüße
24. Feldpostbrief aus Erfurt vom 6.9.1942: Beklagt sich über Eintönigkeit, Dienst von 5.00 - 22.00 Uhr; Baracke schrubben, Unterricht, Putzen, Unterricht, Renovierungen; Ausgang fällt flach; ist stur geworden; Kameraden ohne Quarantäne waren schon wieder in Frankreich und Mähren; am 15.9. soll es weggehen; weiß von Angriffen der Engländer auf Nürnberg, hat noch keine Post von der Mutter. Hoffnung, dass es der letzte Brief aus Erfurt sein wird, Grüße.
25. Brief aus Mährisch Ostrau vom 29.9.42: Schickt Foto, ist beim "Ersatzhaufen", warten auf Versetzung in Mitte Ostfront oder Sizilien; wartet noch immer auf Urlaub; zufrieden über Dienst, Ausgang mit Theater, Essen
26. Brief aus Mährisch Ostrau vom 29.10.1942: Schickt Bilder aus dem Urlaub; berichtet von landwirtschaftlichem Einsatz mit Petersilienernte; bei Vereidigung der neuen Rekruten war er Bildberichterstatter, abends zapfte er Bier; wahrlich nicht die Arbeit eines Flakkanoniers! Angst vor Verblödung.
27. Brief aus Mährisch-Ostrau vom 8.11.1942: Lobt die Zusammenarbeit mit den Tschechen, Tausch mit Fettmarken, Preise, z. B. bester Platz im Kino 5 Kronen=50 Pfennige, für 11 Pf. kann man 14 km mit der Straßenbahn fahren; Heizung gut, da ja Kohlenreichtum in der Umgebung; gratuliert R. F. zum bevorstehenden Wechsel zur Arbeit im Baureferat.
28. Brief aus Mährisch-Ostrau vom 4.12.1942: Berichtet über Schießübungen in den Beskiden bei leichtem Schnee und mäßiger Kälte, bezeichnet seine Flinte als Braut; Ärger über Kartoffelberge zum Aussortieren, dafür hat er die Schulbank gedrückt! Mutmaßung, dass er, weil er einziges Kind ist, noch nicht an die Front darf; er zeigt Verständnis, dass R.F. sich neuen Freund angeschlossen hat, meint sie passen nicht so gut zusammen, aber in ihrer Familie fühlt er sich so gut angenommen; meint, HJ, RAD und Rekrutenzeit haben ihn verändert; Hoffnung auf glückliche Stunden; braucht die gesendeten Bilder noch einmal, weil die Negative im Ofen gelandet sind; stört sich an stupidem Dienst, mit Essen zufrieden; Grüße
29. Weihnachtskarte mit Kreis tanzender Weihnachtsmänner von A. Roeseler, gesendet aus Schönbrunn/Oder vom 8.12.1942: Entschuldigung, dass so frühe Weihnachtsgrüße, aber morgen gehts ins "Paradies"; Christkind muss die Päckchen selber essen.
Umfang/Beschreibung: 29 Briefe und Postkarten
Archivale
Indexbegriff Person: Bäumler, Johann
Indexbegriff Person: Fiedler, Armin
Indexbegriff Person: Fiedler, Edith
Indexbegriff Person: Fiedler, Ruth
Indexbegriff Person: Groh, N
Indexbegriff Person: Roeseler, A.
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: NL Kinder Ruth und Armin Fiedler
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.