Urkunde Nr. 76 - Pfändung und Verkauf eines Hauses
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A-AUS, 76
Num 38
A-AUS Allgemeine Urkundensammlung
Allgemeine Urkundensammlung >> 1401-1500
30 August 1476 (feria sexta post decollaconis Johannis Baptiste)
Vor Heinrich Kleihorst (Hinrick Kleyhorst), Richter in der Stadt Münster, bekundet der Gerichtsbote Johann Kannengießer (kannegeiter), dass er im Auftrag des bevollmächtigten Prokurators Hermann Schöning (wegen hermen schonynges vulmechtiges procuratoers) die auf dem Haus des verstorbenen Johan Wöstemanns Haus - belegen auf dem Honekamp zwischen Hahnenkamp Haus und dem des verstorbenen Hermanns von Telgte (van Telget) - lastende Rente bezahlt hat. Auf dem selben Haus lasten weiterhin: Johann Temme ein Gulden, Godeke Otte acht Schilling, Butepage eine Mark, Reineke Jüdefeld (Reyneke to yodevelde) eine halbe Mark, Johann Dichtelink eine Mark, Heinrich Selemacher (zelemaker) eine halbe Mark, Heinrich Herz (Hert) eine halbe Mark, die sich zu insgesamt 12 Mark Rückständen addieren. Hinzu kommen etwa drei Mark Unkosten des Prokurators. Deshalb hat der Gerichtsbote das Haus gepfändet und es zusammen mit dem Boten Gerhard Menke (Gerhardus Mencke) dem Prokurator zum Verkauf an einen Mitbürger übereignet. Zeugen waren davon Lodemar der Pelzer (de pelser) und Gerwert Hölscher (Holscher). Das Haus hat Schöning an drei Markttagen angeboten - Zeugen: Johan Prinz (prince) und Rekert Frenking (vrenckinck) - und dann an Johannes Starke (Johanne Starcken) verkauft - Zeugen: Lambert Gordener und Dietrich Stabträger (Diderick staffdreger). Das Haus soll dann vor den vier Stadttoren aufgekündigt werden durch die beiden städtischen Boten: Vor dem Aegidiitor (sentyliens poerten) waren als Zeugen Albert Holthaus (holthues) und Heinrich Kleimann (kleyman), vor dem Jüdefelder Tor (yodevelder poerten) Reinike Trippenmacher (trippenmaker) und Johann Rotert, vorm Neubrückentor (Nyenbruggen poerten) Anton Kind (tonyes kynt) und Gert Tesing (tesinck), vorm Hörstertor (horster poerten) Johan Karrendriver (karendryuer) sowie Johan Mölner (molner). Da sich nach gebührlicher Zeit niemand zur Auslöse bereit erklärt hat, fällt das Haus nunmehr an den Käufer. Der Richter kündigt sein Siegel an. Unterschrift des Notars Johan Soest (Johenn Zoest)
Original Pergament Niederdeutsch, Siegelrest anhängend.
Archivale
Bürgen/Zeugen: Zeugen: Helmich von Berg (Helmych van den berge); Johannes ton Keller
Rückvermerk: Joha(n) Starcke up Woistema(n)s h(uis)
Rückvermerk: Joha(n) Starcke up Woistema(n)s h(uis)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:26 MEZ