Jakob Truchsess von Waldburg, Herr zu Wolfegg, Waldsee, Zeil etc., beurkundet für sich selbst und auch als Vertreter seiner Brüder Johann, Georg und Philipp, dass sich Hans Grösser zu Rötenbach, Sohn der daselbst wohnhaften Eheleute Jakob Grösser und Amalia Stitzenberger und bisher seiner Familie und der Herrschaft Wolfegg "zugeherig vnd verwandt", um einen nicht spezifizierten Geldbetrag, dessen Empfang er hiermit bestätigt, aus ihrer Leibherrschaft freigekauft hat. Auch namens seiner Brüder und ihrer aller Erben spricht der Aussteller genannten Hans von der Eigenschaft seines Leibes und Gutes samt den anhängenden Pflichten, Lasten und Beschränkungen los, entbindet ihn von seinem Eid, verspricht, ihn wie auch seine Erben von Leibeigenschafts wegen nicht mehr zu behelligen, gewährt ihm freien Zug und erlaubt ihm, ab sofort bei Herren, Städten oder auf dem Land Schirm oder Bürgerrecht anzunehmen und sein "wesen" zu ordnen, wo und wie er will. Falls der Freigelassene steuerbare Güter in den truchsessischen Herrschaften besitzt oder in Zukunft erwirbt, soll es mit denselben nach Maßgabe des zwischen der Familie des Ausstellers und deren Landschaft bestehenden Vertrages gehalten werden. Ferner gilt der Vorbehalt, dass Hans, sollte er über kurz oder lang wieder in waldburgische Herrschaften ziehen, sich der Leibherrschaft der Truchsessen erneut unterwerfen oder aber sich mit dem Aussteller und seinen Brüdern bzw. mit ihren Erben deswegen vertragen muss.
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Jakob Truchsess von Waldburg, Herr zu Wolfegg, Waldsee, Zeil etc., beurkundet für sich selbst und auch als Vertreter seiner Brüder Johann, Georg und Philipp, dass sich Hans Grösser zu Rötenbach, Sohn der daselbst wohnhaften Eheleute Jakob Grösser und Amalia Stitzenberger und bisher seiner Familie und der Herrschaft Wolfegg "zugeherig vnd verwandt", um einen nicht spezifizierten Geldbetrag, dessen Empfang er hiermit bestätigt, aus ihrer Leibherrschaft freigekauft hat. Auch namens seiner Brüder und ihrer aller Erben spricht der Aussteller genannten Hans von der Eigenschaft seines Leibes und Gutes samt den anhängenden Pflichten, Lasten und Beschränkungen los, entbindet ihn von seinem Eid, verspricht, ihn wie auch seine Erben von Leibeigenschafts wegen nicht mehr zu behelligen, gewährt ihm freien Zug und erlaubt ihm, ab sofort bei Herren, Städten oder auf dem Land Schirm oder Bürgerrecht anzunehmen und sein "wesen" zu ordnen, wo und wie er will. Falls der Freigelassene steuerbare Güter in den truchsessischen Herrschaften besitzt oder in Zukunft erwirbt, soll es mit denselben nach Maßgabe des zwischen der Familie des Ausstellers und deren Landschaft bestehenden Vertrages gehalten werden. Ferner gilt der Vorbehalt, dass Hans, sollte er über kurz oder lang wieder in waldburgische Herrschaften ziehen, sich der Leibherrschaft der Truchsessen erneut unterwerfen oder aber sich mit dem Aussteller und seinen Brüdern bzw. mit ihren Erben deswegen vertragen muss.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 U 3056
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 II Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe
Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe >> Leibeigenschaftsbriefe >> 1550-1599
1570 Januar 16
15,2 x 28,3 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Jakob Truchsess von Waldburg
Empfänger: Hans Grösser
Siegler: Der Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Empfänger: Hans Grösser
Siegler: Der Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Grösser, Hans
Grösser, Jakob
Stitzenberger, Amalia
Waldburg, Jakob Truchsess von
Waldburg, Philipp von; Erbtruchsess, Freiherr
Bad Waldsee RV
Rötenbach : Wolfegg RV
Schloss Zeil : Reichenhofen, Leutkirch im Allgäu RV
Wolfegg RV
Wolfegg RV; Herrschaft
Zeil
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:31 MEZ
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