C 30 Ortsarchiv Hagelloch (Bestand)
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C 30
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> C: Ortsarchive
1448, 1568, 1609-1971
Form und Inhalt: Der Bestand enthält die Bände, Akten, Karten und Urkunden der früher selbständigen Gemeinde Hagelloch (seit 1971 Stadtteil von Tübingen).
Zur Geschichte von Hagelloch
Hagelloch befand sich einst im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen, die es 1296 an das Kloster Bebenhausen verkauften. Die hohe Obrigkeit und Gerichtsbarkeit blieb jedoch bei den Pfalzgrafen und kam 1342 mit den pfalzgräflichen Besitzungen an Württemberg. Verwaltung und niedere Gerichtsbarkeit über Hagelloch blieben bei Bebenhausen. Nach der Reformation zog Württemberg die Besitzungen des Klosters an sich und ließ die vormals zu diesem gehörenden Gemeinden durch einen Vogt (später: Oberamtmann) verwalten. Im Jahr 1807 wurde dann das Klosteramt, dessen Sitz Lustnau war, aufgelöst. Hagelloch kam zunächst zum Amt Tübingen, aber schon 1810 zum Herrenberger Amt. Von diesem gelangte es 1842 endgültig zum Oberamt Tübingen.
Der Ort zählte im Jahr 1525: 31 Herdstätten und im Jahr 1598: 50 Bürger. Aufgrund von Angaben bei Hausleutner, Schwäbisches Archiv, lässt sich für das Jahr 1622 eine Einwohnerzahl von rund 350 und für das Jahr 1634 von etwa 380 errechnen. In der Folgezeit hatte der Ort sehr schwer zu leiden; seine Bewohnerzahl sank auf ein Drittel herab (1639: 130 E., 1645:.110 E.). Daraus mag sich auch erklären, dass im Ort kein Band aus jener Zeit erhalten blieb. Die Kirchenregister des Evangelischen Pfarramts aus der Zeit vor 1649 gingen verloren, und im Rathaus blieb nur ein einziges Aktenstück aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts erhalten: eine Papierurkunde von 1616.
Langsam nahm der Ort wieder zu und dürfte gegen das Jahr 1800 seine frühere Einwohnerzahl wieder erreicht haben. Nun erhöhte sich die Bewohnerzahl etwas stärker; im Jahr 1849 wurde die Zahl 600 zum ersten Mal überschritten. In den 50er und 60 er Jahren stagnierte die Einwohnerzahl allerdings infolge zahlreicher Auswanderungen. Vorn Jahr 1871 bis 1900 nahm der Ort aber wieder kräftig zu von 587 auf 748 Bewohner.
In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts war die Zunahme nicht bedeutend, im Jahr 1950 zählte der Ort 890 Personen. Seitdem nimmt er wieder etwas stärker zu und erreichte im Jahr 1964 mehr als 1100 Bewohner.
Der Archivbestand
Das Gemeindearchiv Hagelloch ist ein Einheitsarchiv und enthält keine Fremdarchivalien. Es umfasst Archivalien aus der Zeit von 1616 bis zur Gegenwart, also aus dreieinhalb Jahrhunderten. Die ältesten Stücke sind Urkunden von 1616 und 1659. An sie schließe sich verschiedene Akten (Bürgerrechtsverzichte 1655 ff., Besteuerung des Oberen Herbstenhofs ·1663 ff. - A 152 -, Frondienste 1680 ff. u.a.) an. lm 18.Jahrhundert setzen dann etliche Bandreihen ein wie z.B. die Inventuren und Teilungen (1711), die Güterbücher, Gerichtsprotokolle, Kaufbücher, Steuerbücher und Befehlbücher. Das Archivgut gliedert sich in 6 Abschnitte: U = Urkunden, R = Rechnungen, B = Bände, A = Akten, D = Druckschriften, K = Karten und Pläne
Die Rechnungen sind in einer Vollständigkeit erhalten, wie sie nur selten anzutreffen ist. Dabei fehlen leider die Bürgermeisterrechnungen aus der Zeit vor 1800, ebenso die Heiligenrechnungen. Dagegen sind die Pflegschaftsrechnungen ab 1780 vorhanden. Erfreulich ist der schöne Bestand an Güterbüchern sowie an Inventuren und Teilungen.
Notariat und Evangelisches Pfarramt besitzen keine Gemeindearchivalien. Der Bestand wurde nach den Richtlinien der Württembergischen Archivdirektion von 1951 geordnet.
Zur Geschichte des Archivs
Im Bestand befindet sich kein Repertorium der Gemeinderegistratur. Eine erste Inventarisierung des Archivguts fand ihren Niederschlag in Heft 11 der Württembergischen Archivinventare (Oberamt Tübingen) von 1914. Dort sind bei Hagelloch 7 Archivstücke bzw. Bandreihen aufgeführt. Sie sind alle vorhanden. Bei den Inventuren und Teilungen klaffen zwar einige Lücken; doch dürften diese Verluste schon vor 1914 eingetreten sein. Der Bestand war seit längerer Zeit in eine gewisse Ordnung gebracht worden, ohne daß die Notwendigkeit einer Verzeichnung empfunden wurde. In den Jahren 1967-1968 unternahm Wilhelm Böhringer die Neuaufstellung des Archivs und die Anfertigung des Findbuchs. Dabei wurden Rechnungsakten wie Kassentagebücher, Zahlungsverzeichnisse, Belege über Heizung, Beleuchtung und Schreibbedarf kassiert, insgesamt rund 3 laufende Meter.
Der Bestand befand sich bis Oktober 2021 in einem Archivraum auf der Bühne des Rathauses Hagelloch. Im Rahmen einer Bestandsschutzmaßnahme wurde der Bestand und noch nicht verzeichnete 9 lfd. Meter Altregistratur (Rechnungsakten) in den Jahren 2021/2022 von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Matthias Raum gereinigt sowie teilweiser Schimmelbefall dekontaminiert und in Archivkartons verpackt. Im Juli 2022 wurde der Bestand im Magazin Kirchentellinsfurt eingelagert. Der ursprüngliche Umfang von 39 lfd. m hat sich durch das Verpacken der Akten in Archivkartons auf 50 lfd. m erhöht. Die unverzeichneten Rechnungsakten befinden sich am Ende des Bestandes.
Zur Geschichte von Hagelloch
Hagelloch befand sich einst im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen, die es 1296 an das Kloster Bebenhausen verkauften. Die hohe Obrigkeit und Gerichtsbarkeit blieb jedoch bei den Pfalzgrafen und kam 1342 mit den pfalzgräflichen Besitzungen an Württemberg. Verwaltung und niedere Gerichtsbarkeit über Hagelloch blieben bei Bebenhausen. Nach der Reformation zog Württemberg die Besitzungen des Klosters an sich und ließ die vormals zu diesem gehörenden Gemeinden durch einen Vogt (später: Oberamtmann) verwalten. Im Jahr 1807 wurde dann das Klosteramt, dessen Sitz Lustnau war, aufgelöst. Hagelloch kam zunächst zum Amt Tübingen, aber schon 1810 zum Herrenberger Amt. Von diesem gelangte es 1842 endgültig zum Oberamt Tübingen.
Der Ort zählte im Jahr 1525: 31 Herdstätten und im Jahr 1598: 50 Bürger. Aufgrund von Angaben bei Hausleutner, Schwäbisches Archiv, lässt sich für das Jahr 1622 eine Einwohnerzahl von rund 350 und für das Jahr 1634 von etwa 380 errechnen. In der Folgezeit hatte der Ort sehr schwer zu leiden; seine Bewohnerzahl sank auf ein Drittel herab (1639: 130 E., 1645:.110 E.). Daraus mag sich auch erklären, dass im Ort kein Band aus jener Zeit erhalten blieb. Die Kirchenregister des Evangelischen Pfarramts aus der Zeit vor 1649 gingen verloren, und im Rathaus blieb nur ein einziges Aktenstück aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts erhalten: eine Papierurkunde von 1616.
Langsam nahm der Ort wieder zu und dürfte gegen das Jahr 1800 seine frühere Einwohnerzahl wieder erreicht haben. Nun erhöhte sich die Bewohnerzahl etwas stärker; im Jahr 1849 wurde die Zahl 600 zum ersten Mal überschritten. In den 50er und 60 er Jahren stagnierte die Einwohnerzahl allerdings infolge zahlreicher Auswanderungen. Vorn Jahr 1871 bis 1900 nahm der Ort aber wieder kräftig zu von 587 auf 748 Bewohner.
In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts war die Zunahme nicht bedeutend, im Jahr 1950 zählte der Ort 890 Personen. Seitdem nimmt er wieder etwas stärker zu und erreichte im Jahr 1964 mehr als 1100 Bewohner.
Der Archivbestand
Das Gemeindearchiv Hagelloch ist ein Einheitsarchiv und enthält keine Fremdarchivalien. Es umfasst Archivalien aus der Zeit von 1616 bis zur Gegenwart, also aus dreieinhalb Jahrhunderten. Die ältesten Stücke sind Urkunden von 1616 und 1659. An sie schließe sich verschiedene Akten (Bürgerrechtsverzichte 1655 ff., Besteuerung des Oberen Herbstenhofs ·1663 ff. - A 152 -, Frondienste 1680 ff. u.a.) an. lm 18.Jahrhundert setzen dann etliche Bandreihen ein wie z.B. die Inventuren und Teilungen (1711), die Güterbücher, Gerichtsprotokolle, Kaufbücher, Steuerbücher und Befehlbücher. Das Archivgut gliedert sich in 6 Abschnitte: U = Urkunden, R = Rechnungen, B = Bände, A = Akten, D = Druckschriften, K = Karten und Pläne
Die Rechnungen sind in einer Vollständigkeit erhalten, wie sie nur selten anzutreffen ist. Dabei fehlen leider die Bürgermeisterrechnungen aus der Zeit vor 1800, ebenso die Heiligenrechnungen. Dagegen sind die Pflegschaftsrechnungen ab 1780 vorhanden. Erfreulich ist der schöne Bestand an Güterbüchern sowie an Inventuren und Teilungen.
Notariat und Evangelisches Pfarramt besitzen keine Gemeindearchivalien. Der Bestand wurde nach den Richtlinien der Württembergischen Archivdirektion von 1951 geordnet.
Zur Geschichte des Archivs
Im Bestand befindet sich kein Repertorium der Gemeinderegistratur. Eine erste Inventarisierung des Archivguts fand ihren Niederschlag in Heft 11 der Württembergischen Archivinventare (Oberamt Tübingen) von 1914. Dort sind bei Hagelloch 7 Archivstücke bzw. Bandreihen aufgeführt. Sie sind alle vorhanden. Bei den Inventuren und Teilungen klaffen zwar einige Lücken; doch dürften diese Verluste schon vor 1914 eingetreten sein. Der Bestand war seit längerer Zeit in eine gewisse Ordnung gebracht worden, ohne daß die Notwendigkeit einer Verzeichnung empfunden wurde. In den Jahren 1967-1968 unternahm Wilhelm Böhringer die Neuaufstellung des Archivs und die Anfertigung des Findbuchs. Dabei wurden Rechnungsakten wie Kassentagebücher, Zahlungsverzeichnisse, Belege über Heizung, Beleuchtung und Schreibbedarf kassiert, insgesamt rund 3 laufende Meter.
Der Bestand befand sich bis Oktober 2021 in einem Archivraum auf der Bühne des Rathauses Hagelloch. Im Rahmen einer Bestandsschutzmaßnahme wurde der Bestand und noch nicht verzeichnete 9 lfd. Meter Altregistratur (Rechnungsakten) in den Jahren 2021/2022 von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Matthias Raum gereinigt sowie teilweiser Schimmelbefall dekontaminiert und in Archivkartons verpackt. Im Juli 2022 wurde der Bestand im Magazin Kirchentellinsfurt eingelagert. Der ursprüngliche Umfang von 39 lfd. m hat sich durch das Verpacken der Akten in Archivkartons auf 50 lfd. m erhöht. Die unverzeichneten Rechnungsakten befinden sich am Ende des Bestandes.
Ortsverwaltung Hagelloch
50 lfd. m
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.04.2025, 8:21 AM CEST