2.2.2. Nachlässe von Vereinen, Verbänden und Vereinigungen (alph.): Stifterverband Beethovenhalle e.V. Bonn (Bestand)
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SN 30
Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn (Archivtektonik) >> A STADTARCHIV >> 2. Nichtamtliche Überlieferung >> 2.2. Sammlungen und Nachlässe >> 2.2.2. Nachlässe von Vereinen, Verbänden und Vereinigungen (alph.)
1950-1961
Gegründet 1951, aufgelöst 1958. Vereins-, Mitglieder-, Kassenangelegenheiten verzeichnet/AUGIAS-Datenbank, Online-Findbuch
Form und Inhalt: Der "Stifterverband Beethovenhalle Bonn e.V " wurde am 4. April 1951 auf Initiative einiger bedeutender Bonner Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur sowie unter Mitwirkung des damaligen Staatssekretärs im Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Hermann Wandersleb in der Industrie- und Handelskammer Bonn gegründet. Deren Geschäftsführer, Hermann Alef, wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt, dessen Hauptzweck der Mittelerwerb zum Wiederaufbau der 1944 zerstörten Bonner Beethovenhalle war. Die Aktivitäten des Stifterverbandes erstreckten sich folglich neben dem Mitgliedergewinn vor allem auf die Spendeneinwerbung sowie die Förderung und Organisation von Veranstaltungen, deren Einnahmen dem Wiederaufbau der Beethovenhalle zugute kommen sollten. So organisierte man zusammen mit der Gesellschaft der Musikfreunde Bonn am 30. September 1951 ein Klavierkonzert Elly Neys, das allein fast 9.000 Mark Einnahmen einspielte. Neben Konzerten der Beethoven-Pianistin sowie weiteren musikalischen Veranstaltungen beteiligte sich der Stifterverband bzw. dessen Vorgängerkomitee an öffentlichkeitswirksamen Spendenaktionen wie etwa der "Bröckemännchen-Aktion", bei der die Bonner Bürger dazu aufgefordert waren, zu verschiedenen Preisen erhältliche Nägel in eine überlebensgroßen Holzplastik des Bröckemännchens auf dem Münsterplatz zu schlagen. Weitere Aktionen waren der symbolischen Verkauf von Bausteinen (Käufer des ersten Bausteins war Theodor Heuss) sowie die "Beethovenhallen-Lotterie", einer Warentombola, die allerdings trotz prominenter Unterstützung durch Elly Ney sowie die Schauspielerin Marika Rökk weniger erfolgreich verlief.1956 legte Hermann Alef im Kontext der Diskussion um die Standortfrage der neuen Beethovenhalle, die sich seit 1952 zunehmend zur Streitfrage zwischen Stadt und Stifterverband entwickelt hatte, seinen Vorsitz nieder. Zu seinem Nachfolger wurde der Direktor der Deutschen Bank Herbert Zinsgen gewählt.Die Entscheidung der Stadt für das Klinikgelände an der Theaterstraße und nicht für die vom Verband favorisierte Gronau als neuem Standort empfand man angesichts des Vereinsengagements "um einen vernünftigen Standort" als Brüskierung.Immerhin belief sich das Vermögen des Verbandes und der "Sammlung Elly Ney" 1958 bereits auf eine Gesamtsumme von etwa 400.000 Mark. Während die Gelder der "Elly Ney Sammlung" für die Ausstattung von Solistenräumen vorgesehen waren, finanzierte der Stifterverband mit seinem Vermögen die Orgel der neuen Halle (Klais-Orgel) sowie die Anschaffung von Musikinstrumenten. Damit war der Hauptzweck des Vereins erfüllt, der sich schließlich in einer Mitgliederversammlung am 28. Juli 1958 auflöste - etwa ein Jahr später, am 8. September 1959, wurde die Beethovenhalle feierlich eingeweiht.Die Abwicklung der letzten Finanzgeschäfte des Vereins lag in der Zuständigkeit der Stadt, die Ende 1961 die letzten Restmittel des Stifterverbandes, insgesamt 315,49 DM, "für die Bezüge der Liegen in den Solistenzimmern und für Kopfrollen" verwendete.Nach der Liquidierung des Vereins übergab die Stadtkämmerei am 22. März 1963 dem Stadtarchiv die Akten des Stifterverbandes Beethovenhalle e.V. Bonn.Weitere relevante Unterlagen zum "Stifterverband Beethovehalle Bonn e.V.":- Stifterverband Beethovenhalle, 1948-1961 (Signatur: N 41/251)- Erbauung der Beethovenhalle: Enthält: Stifterverband; Bausteinaktion, 1957-1961 (Signatur: N 80/19)- Autografensammlung: Briefe Stephan Leys v. 19.10.1951 und 16.2.1952 (Signaturen: SN 19/508-36, SN 19/508-39)- Nachlass Elly Ney: Briefe Elly Neys v. 14.6.1951 und 9.7.1951 an Willem van Hoogstraten (Signaturen: SN 126/481, SN 126/482)
Form und Inhalt: Der "Stifterverband Beethovenhalle Bonn e.V " wurde am 4. April 1951 auf Initiative einiger bedeutender Bonner Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur sowie unter Mitwirkung des damaligen Staatssekretärs im Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Hermann Wandersleb in der Industrie- und Handelskammer Bonn gegründet. Deren Geschäftsführer, Hermann Alef, wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt, dessen Hauptzweck der Mittelerwerb zum Wiederaufbau der 1944 zerstörten Bonner Beethovenhalle war. Die Aktivitäten des Stifterverbandes erstreckten sich folglich neben dem Mitgliedergewinn vor allem auf die Spendeneinwerbung sowie die Förderung und Organisation von Veranstaltungen, deren Einnahmen dem Wiederaufbau der Beethovenhalle zugute kommen sollten. So organisierte man zusammen mit der Gesellschaft der Musikfreunde Bonn am 30. September 1951 ein Klavierkonzert Elly Neys, das allein fast 9.000 Mark Einnahmen einspielte. Neben Konzerten der Beethoven-Pianistin sowie weiteren musikalischen Veranstaltungen beteiligte sich der Stifterverband bzw. dessen Vorgängerkomitee an öffentlichkeitswirksamen Spendenaktionen wie etwa der "Bröckemännchen-Aktion", bei der die Bonner Bürger dazu aufgefordert waren, zu verschiedenen Preisen erhältliche Nägel in eine überlebensgroßen Holzplastik des Bröckemännchens auf dem Münsterplatz zu schlagen. Weitere Aktionen waren der symbolischen Verkauf von Bausteinen (Käufer des ersten Bausteins war Theodor Heuss) sowie die "Beethovenhallen-Lotterie", einer Warentombola, die allerdings trotz prominenter Unterstützung durch Elly Ney sowie die Schauspielerin Marika Rökk weniger erfolgreich verlief.1956 legte Hermann Alef im Kontext der Diskussion um die Standortfrage der neuen Beethovenhalle, die sich seit 1952 zunehmend zur Streitfrage zwischen Stadt und Stifterverband entwickelt hatte, seinen Vorsitz nieder. Zu seinem Nachfolger wurde der Direktor der Deutschen Bank Herbert Zinsgen gewählt.Die Entscheidung der Stadt für das Klinikgelände an der Theaterstraße und nicht für die vom Verband favorisierte Gronau als neuem Standort empfand man angesichts des Vereinsengagements "um einen vernünftigen Standort" als Brüskierung.Immerhin belief sich das Vermögen des Verbandes und der "Sammlung Elly Ney" 1958 bereits auf eine Gesamtsumme von etwa 400.000 Mark. Während die Gelder der "Elly Ney Sammlung" für die Ausstattung von Solistenräumen vorgesehen waren, finanzierte der Stifterverband mit seinem Vermögen die Orgel der neuen Halle (Klais-Orgel) sowie die Anschaffung von Musikinstrumenten. Damit war der Hauptzweck des Vereins erfüllt, der sich schließlich in einer Mitgliederversammlung am 28. Juli 1958 auflöste - etwa ein Jahr später, am 8. September 1959, wurde die Beethovenhalle feierlich eingeweiht.Die Abwicklung der letzten Finanzgeschäfte des Vereins lag in der Zuständigkeit der Stadt, die Ende 1961 die letzten Restmittel des Stifterverbandes, insgesamt 315,49 DM, "für die Bezüge der Liegen in den Solistenzimmern und für Kopfrollen" verwendete.Nach der Liquidierung des Vereins übergab die Stadtkämmerei am 22. März 1963 dem Stadtarchiv die Akten des Stifterverbandes Beethovenhalle e.V. Bonn.Weitere relevante Unterlagen zum "Stifterverband Beethovehalle Bonn e.V.":- Stifterverband Beethovenhalle, 1948-1961 (Signatur: N 41/251)- Erbauung der Beethovenhalle: Enthält: Stifterverband; Bausteinaktion, 1957-1961 (Signatur: N 80/19)- Autografensammlung: Briefe Stephan Leys v. 19.10.1951 und 16.2.1952 (Signaturen: SN 19/508-36, SN 19/508-39)- Nachlass Elly Ney: Briefe Elly Neys v. 14.6.1951 und 9.7.1951 an Willem van Hoogstraten (Signaturen: SN 126/481, SN 126/482)
9 Verzeichnungseinheiten (0,3 lfd. Meter)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET
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