Briefwechsel des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher mit seiner Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (7)
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E 29/VIII Nr. 111
E 29/VIII Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
04.07.1869 - 29.09.1869
Enthält:
1869 Juli 4: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Die Nachrichten über Friedrich sprechen von Lungenentzündung, was Schreiber gar nicht glauben mag. Der Sohn hatte früher einmal Scharlach gehabt und letzten Sommer (s. Nr. 110) hatte er Husten und Fieber gehabt, aber von einer Entzündung war nichts zu merken. Die Ärzte widersprechen sich auch in Beurteilung der Lunge Friedrichs, sind sich jedoch in einem Punkt einig, dass nämlich die Lunge nicht so beschaffen ist, wie sie sein sollte. Adressatin hält sich noch bis Spätherbst mit Friedrich im Gebirge auf. Wenn die Bedingungen dort gut sind, dann soll sie in Reichenhall bleiben. Brief von Susanna erwähnt. Das Zahnpulver sendet Schreiber aus Kostengründen in Briefform. - Besuch von Frieda Egloffstein und Tochter Lina, die bei Schreiber wohnten. - Unter Beratung durch Helene hat Schreiber eine Ringmaschine (= Wringmaschine) bei Scharrer erstanden, die beim Wäschewaschen sehr dienlich war. Grüße an Frau, Sohn Friedrich und Tochter Marie. Anbei Brief von Auguste (von Meyer?) und von Montigny (hier nicht enthalten).
1869 August 18: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Schreiber war unterwegs gewesen und hatte auch in der Brauerei zu tun. Dank für die Photographien an Adressatin und an Friedrich. 100 Gulden wurden überwiesen. Kistchen für Marie. - Die Reise Schreibers hatte folgenden Anlass: Max befürchtete, wegen einer fehlenden Examensnote zu einer anderen Waffengattung versetzt zu werden und bat, ihn im Kriegsministerium unterzubringen, von wo aus er die Artillerieschule besuchen könnte. Schreiber wandte sich brieflich an Steinsdorf in der irrigen Meinung, dieser sei Stadtkommandant von München - tatsächlich ist er Kommandant in Würzburg. So reiste Schreiber zusammen mit Tochter Helene zu Max, der in Pfaffenhofen wartete. Helene besuchte unterdessen die Familie in Leitheim. Max wurde nun doch zum Artilleriejunker befördert. Rückreise über München, wo Schreiber (im Glaspalast) die (1. internationale) Kunstausstellung besuchte - des Schönen ist da sehr viel aber auch manche Nutität (!). Verwandte und Bekannte in München erwähnt, darunter Luise Löffelholz, bei der sich (Bruder) Sigmund und (Schwägerin) Marie aufhielten, die wegen des schlechten Wetters auf eine Gebirgsreise verzichtet hatten.
1869 August 21: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla in Bad Reichenhall, Apotheke.
Max befindet sich in Ingolstadt. Wegen des Examens war Schreiber in Sorge, denn im letzten Brief hatte Max berichtet, er sei an der Münchner Krankheit erkrankt. Sein heutiger Brief beseitigt alle Sorgen. - Guido (von) Meyer ist am Freitag früh in Schnaittach nach mehreren Schlaganfällen verstorben und wurde am Samstag begraben. Er hatte nach seinen Kindern verlangt, die auch kamen. Auguste blieb bei ihm bis zu seinem Tod. Kiesers sind zufrieden mit der Witwe Meyers, die ihn mit Liebe und Sorgfalt gepflegt hat. Schreiber empfindet keine große Trauer, es freut ihn jedoch, dass Meyer, wie Auguste erzählte, große Reue in Beziehung auf seine erste Frau (Sophie Marie Friederike, geb. Tucher) gezeigt hat.
1869 September 19: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Adressatin macht viele Bekanntschaften, darunter eine Gräfin Degen. Bedenklich erscheint Schreiber die Neigung Friedrichs (10 Jahre alt!) zu einer Gräfin Olga. Schreiber und Helene haben den Kunstreiterzirkus der Wolff'schen Gesellschaft und das Theater besucht. - Verschiedene Gesellschaftsnachrichten. Max ist zur Zeit hier. Theodor scheint sich verheiraten zu wollen. Schreiber will deswegen zu ihm, um darüber zu reden. - Bei einer Versammlung der Erbinteressenten des verstorbenen Guido von Meyer lernte Schreiber dessen Witwe kennen. Schreiber war dort wegen der Vermögensanteile seiner Schwester Fritz (= Sophie Marie Friederike).
1869 September 29: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Schreiber war in Leitheim und sah Susanna und Theodor. Die delikate Angelegenheit erwähnt (Verlobungsabsicht). Berechnung der bisherigen Kosten des Aufenthalts der Adressatin. Zusendung von Geld und Silber. Adressatin plant die Heimreise nach Leitheim. Heute reiste Helene mit Sophie von Aretin nach München ab. Begleiter sind Friedrich Grundherr und seine Rosa, die beide eine Gebirgsreise vorhaben.
1869 Juli 4: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Die Nachrichten über Friedrich sprechen von Lungenentzündung, was Schreiber gar nicht glauben mag. Der Sohn hatte früher einmal Scharlach gehabt und letzten Sommer (s. Nr. 110) hatte er Husten und Fieber gehabt, aber von einer Entzündung war nichts zu merken. Die Ärzte widersprechen sich auch in Beurteilung der Lunge Friedrichs, sind sich jedoch in einem Punkt einig, dass nämlich die Lunge nicht so beschaffen ist, wie sie sein sollte. Adressatin hält sich noch bis Spätherbst mit Friedrich im Gebirge auf. Wenn die Bedingungen dort gut sind, dann soll sie in Reichenhall bleiben. Brief von Susanna erwähnt. Das Zahnpulver sendet Schreiber aus Kostengründen in Briefform. - Besuch von Frieda Egloffstein und Tochter Lina, die bei Schreiber wohnten. - Unter Beratung durch Helene hat Schreiber eine Ringmaschine (= Wringmaschine) bei Scharrer erstanden, die beim Wäschewaschen sehr dienlich war. Grüße an Frau, Sohn Friedrich und Tochter Marie. Anbei Brief von Auguste (von Meyer?) und von Montigny (hier nicht enthalten).
1869 August 18: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Schreiber war unterwegs gewesen und hatte auch in der Brauerei zu tun. Dank für die Photographien an Adressatin und an Friedrich. 100 Gulden wurden überwiesen. Kistchen für Marie. - Die Reise Schreibers hatte folgenden Anlass: Max befürchtete, wegen einer fehlenden Examensnote zu einer anderen Waffengattung versetzt zu werden und bat, ihn im Kriegsministerium unterzubringen, von wo aus er die Artillerieschule besuchen könnte. Schreiber wandte sich brieflich an Steinsdorf in der irrigen Meinung, dieser sei Stadtkommandant von München - tatsächlich ist er Kommandant in Würzburg. So reiste Schreiber zusammen mit Tochter Helene zu Max, der in Pfaffenhofen wartete. Helene besuchte unterdessen die Familie in Leitheim. Max wurde nun doch zum Artilleriejunker befördert. Rückreise über München, wo Schreiber (im Glaspalast) die (1. internationale) Kunstausstellung besuchte - des Schönen ist da sehr viel aber auch manche Nutität (!). Verwandte und Bekannte in München erwähnt, darunter Luise Löffelholz, bei der sich (Bruder) Sigmund und (Schwägerin) Marie aufhielten, die wegen des schlechten Wetters auf eine Gebirgsreise verzichtet hatten.
1869 August 21: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla in Bad Reichenhall, Apotheke.
Max befindet sich in Ingolstadt. Wegen des Examens war Schreiber in Sorge, denn im letzten Brief hatte Max berichtet, er sei an der Münchner Krankheit erkrankt. Sein heutiger Brief beseitigt alle Sorgen. - Guido (von) Meyer ist am Freitag früh in Schnaittach nach mehreren Schlaganfällen verstorben und wurde am Samstag begraben. Er hatte nach seinen Kindern verlangt, die auch kamen. Auguste blieb bei ihm bis zu seinem Tod. Kiesers sind zufrieden mit der Witwe Meyers, die ihn mit Liebe und Sorgfalt gepflegt hat. Schreiber empfindet keine große Trauer, es freut ihn jedoch, dass Meyer, wie Auguste erzählte, große Reue in Beziehung auf seine erste Frau (Sophie Marie Friederike, geb. Tucher) gezeigt hat.
1869 September 19: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Adressatin macht viele Bekanntschaften, darunter eine Gräfin Degen. Bedenklich erscheint Schreiber die Neigung Friedrichs (10 Jahre alt!) zu einer Gräfin Olga. Schreiber und Helene haben den Kunstreiterzirkus der Wolff'schen Gesellschaft und das Theater besucht. - Verschiedene Gesellschaftsnachrichten. Max ist zur Zeit hier. Theodor scheint sich verheiraten zu wollen. Schreiber will deswegen zu ihm, um darüber zu reden. - Bei einer Versammlung der Erbinteressenten des verstorbenen Guido von Meyer lernte Schreiber dessen Witwe kennen. Schreiber war dort wegen der Vermögensanteile seiner Schwester Fritz (= Sophie Marie Friederike).
1869 September 29: Brief des Karl Friedrich Wilhelm von Tucher aus Nürnberg an seine Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla (in Bad Reichenhall).
Schreiber war in Leitheim und sah Susanna und Theodor. Die delikate Angelegenheit erwähnt (Verlobungsabsicht). Berechnung der bisherigen Kosten des Aufenthalts der Adressatin. Zusendung von Geld und Silber. Adressatin plant die Heimreise nach Leitheim. Heute reiste Helene mit Sophie von Aretin nach München ab. Begleiter sind Friedrich Grundherr und seine Rosa, die beide eine Gebirgsreise vorhaben.
Umfang/Beschreibung: 5 Prod
Archivale
Indexbegriff Person: Aretin, Sophie von
Indexbegriff Person: Degen, N (Gräfin von)
Indexbegriff Person: Egloffstein, Frieda von
Indexbegriff Person: Egloffstein, Lina von
Indexbegriff Person: Grundherr, Friedrich
Indexbegriff Person: Grundherr, Rosa
Indexbegriff Person: Kieser, N (Nürnberg)
Indexbegriff Person: Loeffelholz, Luise Karoline Marie Ernestine geb Tucher
Indexbegriff Person: Meyer, Auguste von
Indexbegriff Person: Meyer, Guido von
Indexbegriff Person: Meyer, Sophie Marie Friederike von - geb Tucher
Indexbegriff Person: Montingny, N
Indexbegriff Person: N, Olga (Gräfin von)
Indexbegriff Person: Scharrer, N (Kaufmann)
Indexbegriff Person: Steinsdorf, N (Stadtkommandant Würzburg)
Indexbegriff Person: Tucher, Friederike Karoline Wilhelmine Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Friedrich Sigmund Gottlieb Wilhelm Carl Camille
Indexbegriff Person: Tucher, Helene Louise Caroline Ernestine Friederike Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Johann Sigmund Karl
Indexbegriff Person: Tucher, Karl Friedrich Wilhelm
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Franziska Karoline Friederike Wilhelmine Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Magdalena Karoline Katharina, geb. von Grundherr
Indexbegriff Person: Tucher, Maximilian Joseph Friedrich Wilhelm Karl Camille
Indexbegriff Person: Tucher, Susanna Maria Karoline Wilhelmine Friederike Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Theodor Friedrich Camill Karl Wilhelm
Indexbegriff Person: Wolff, N (Kunstreiterzirkus)
Indexbegriff Person: Degen, N (Gräfin von)
Indexbegriff Person: Egloffstein, Frieda von
Indexbegriff Person: Egloffstein, Lina von
Indexbegriff Person: Grundherr, Friedrich
Indexbegriff Person: Grundherr, Rosa
Indexbegriff Person: Kieser, N (Nürnberg)
Indexbegriff Person: Loeffelholz, Luise Karoline Marie Ernestine geb Tucher
Indexbegriff Person: Meyer, Auguste von
Indexbegriff Person: Meyer, Guido von
Indexbegriff Person: Meyer, Sophie Marie Friederike von - geb Tucher
Indexbegriff Person: Montingny, N
Indexbegriff Person: N, Olga (Gräfin von)
Indexbegriff Person: Scharrer, N (Kaufmann)
Indexbegriff Person: Steinsdorf, N (Stadtkommandant Würzburg)
Indexbegriff Person: Tucher, Friederike Karoline Wilhelmine Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Friedrich Sigmund Gottlieb Wilhelm Carl Camille
Indexbegriff Person: Tucher, Helene Louise Caroline Ernestine Friederike Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Johann Sigmund Karl
Indexbegriff Person: Tucher, Karl Friedrich Wilhelm
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Franziska Karoline Friederike Wilhelmine Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Magdalena Karoline Katharina, geb. von Grundherr
Indexbegriff Person: Tucher, Maximilian Joseph Friedrich Wilhelm Karl Camille
Indexbegriff Person: Tucher, Susanna Maria Karoline Wilhelmine Friederike Camilla
Indexbegriff Person: Tucher, Theodor Friedrich Camill Karl Wilhelm
Indexbegriff Person: Wolff, N (Kunstreiterzirkus)
Bad Reichenhall
Ingolstadt
Leitheim
München
München, Glaspalast
Pfaffenhofen
Reichenhall
Reichenhall, Apotheke
Schnaittach
Tucherbrauerei
Würzburg
Briefwechsel Karl Friedrich Wilhelm von Tucher
Lungenentzündung Verdacht
Scharlach
Husten
Fieber
Lungenschwäche
Luftkurort
Zahnpulver
Verwandtenbesuch
Ringmaschine (= Wring-)
Wringmaschine
Brauerei Tucher
Photographie
Geldüberweisung
Kiste
Examensnote
Versetzung
Waffengattung
Kriegsministerium
Artillerieschule
Stadtkommandant München
Stadtkommandant Würzburg
Reise
Beförderung
Artilleriejunker
Kunstausstellung München - 1. internationale
1. internationale Kunstausstellung München
Nudität
Witterung
Gebirgsreise
Examen
Münchner Krankheit
Krankheit - Münchner
Todesfall
Schlaganfall
Krankenpflege
Reue
Bekanntschaft
Gräfin
Schwärmerei
Kunstreiter
Zirkus
Theater
Gesellschaftsnachrichten
Erbinteressenten
Versammlung
Witwe
Gebirgsreise
Kostenabrechnung
Silber
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:00 PM CEST
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Hierarchy detail view
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