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A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. 0844
A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6) >> Bd. 2 Testamente
1609 November 10, Freitag
Regest: Stoffel Mayer, weiland Martin Mayers, Bürgers und Goldschmieds, hinterlassener Sohn, anjetzo Stiefsohn Mattheiß Lachenmanns, Ratsverwandten allhie zu Reutlingen, hat den Apotheker Lorenz Dhen, Ludwig Dieringer, Johann Ditzinger, Urban Zaininger, Johann Neher, Joachim Knoll, Jörg Keppler mit und neben Johann Khuon, alle Bürger zu Reutlingen, zu sich in Georg Schneiders, seines Herrn, Behausung bei der oberen Pfarrkirche zusammenberufen lassen und seinen letzten Willen mündlich eröffnet. Gott hat ihn mit Gütern von seinem Vater und auch seiner vor wenig Wochen verstorbenen Mutter gesegnet. Er aber ist ledig und hat keinen Leibeserben, dem er das Seinige ganz oder zum Teil von Rechts wegen zu hinterlassen schuldig wäre, sondern kann über sein Vermögen frei verfügen. Er erklärt zum ersten: nachdem er mit Empfahung des hochwürdigen Abendmahls, das ihm der Pfarrherr M. Heinrich Weißkircher gereicht hat, den rechten wahren Glauben bekräftigt hat, befiehlt er seine Seele in die Hand des Schöpfers und einigen Erlösers und den Leichnam zu christlichem Begräbnis. Zum andern: von seiner Verlassenschaft vermacht er der studierenden Jugend, damit sie zu Tübingen ihre angefangene Studia desto besser continuieren möge, das jährliche Interesse aus 300 Gulden, das auf einen Reutlinger Studiosum verwandt werden soll. Zum dritten: seinem Stiefvater Mathis Lachenmann, Ratsverwandten, der sich nicht wie ein Stiefvater, sondern wie ein leiblicher Vater gegen ihn erzeigt habe, vermacht er 400 Gulden. Zum vierten: Georg Schneider und seiner Hausfrau legiert er wegen bewiesener Guttaten 400 Gulden. Zum fünften: den Kindern Georg Schneiders insgemein seinen Baumgarten im Khüerein (= Kührain). Zum sechsten: Johann Ditzinger, Zusprecher (= Leichenbesorger), 80 Gulden. Zum siebenten: Mr. Heinrich Weißkircher, Pfarrherrn, 10 Gulden. Zum achten: Stoffel Hoß, dem Kind der Schwester seiner Mutter, damit es desto besser auferzogen werden möge, 200 Gulden. Zum neunten: Anna Lamparterin, der Magd in Georg Schneiders Haus, 100 Gulden. Zum zehnten: Stoffel Grötzinger, seinem Vetter, 100 Gulden. Zum elften: Barbara, Ulrich Spenglers Hausfrau, so seiner in der Krankheit beschickt worden aufzuwarten, 20 Gulden. Zum zwölften: Agnes, Michel Rockhenstils Tochter, 15 Gulden. Zum dreizehnten: Ulrich Keppeler, so seiner auch gewartet, neben seinem Trauermantel 20 Gulden. Zum vierzehnten: Joachim Knoll, Schneider, 4 Gulden. Zum fünfzehnten: Georg Schneiders Kindsmädlin Dorothea Binerin (?) 5 Gulden. Zum sechzehnten: der Maria Faßnächtin sollen die 20 Gulden, die sie ihm schuldig ist, nach seinem Tode geschenkt sein. Zum siebzehnten: Friedrich Meni, seinem guten Freund, 20 Gulden. Zum achtzehnten: Johann Khuon, Bürger allhie, 4 Gulden. Zum neunzehnten: den eingangs genannten Zeugen wegen ihrer gehabten Mühe neben einer Mahlzeit je 1 Gulden. Zum zwanzigsten setzt er zu seinen wahren, rechten, unzweifenlichen Erben ein die Brüder seiner Mutter Agnes selig zu Neuffen oder ihre ehelichen Kinder und Erben dergestalt, daß sie seine gesamte Hinterlassenschaft, ausgenommen die oben nacheinander spezifizierten Legata, erben. - Er behält sich vor, diesen seinen letzten Willen zu ändern oder abzutun.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Unterschriften der eingangs genannten Zeugen
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.