Heinrich v. Ense reversiert über die Verpfändung des Schoßgelds (schot) der Stadt Warstein (Warsteyn) durch Erzbischof Dietrich1 von Köln. Er hatte die Burg Anröchte (hier Haus Anröchte genannt) (Anruchte) zwei Jahre lang bis zum vergangenen Lichtmess (2. Februar) gehalten, wofür ihm der Erzbischof noch 708 Gulden, 1 Schilling und 6 Pfennige Arnsberger Währung schuldig geblieben ist, und auch für weitere vereinbarte Kosten 255 Gulden. Und dann war ab vergangenem Lichtmess vereinbart worden, dass er Anröchte für ein witeres Jahr halten soll, aber vereinbarte Zahlungen (des ersten Vierteljahres2) über zusammen 525 Gulden an den beiden vergangenen Terminen (200 Gulden zu Mittfasten und 325 Gulden 14 Tage nach Ostern) nicht erfolgt sind. Für diese zusammen 1.488 Gulden hat der Erzbischof ihm ist daher den jährlichen Schoß zu Warstein verpfändet ohne Anrechnung auf die Grundschuld und Heinrich quittiert damit auch die offene Forderung dieser 525 Gulden. Dietrich kann die Verpfändung jederzeit durch Zahlung der Schuld von 1.488 Gulden ablösen. Für kommende anstehende Zahlungen2 hat ihm der Erzbischof den gefangenen Laurentius Hennemann von der Lippe (van der Lyppe) übergeben, von dem er ein Lösegeld von 200 Gulden verlangen kann mit Anrechnung auf Zahlungen der nächsten 200 Gulden und 525 Gulden, die Heinrich dem Erzbischof zusammen als gezahlt quittiert. Andere für die Verteidigung von Anröchte entstehende Kosten in dem vereinbarten Jahr werden noch abgerechnet. Wird der Krieg mit Soest vor Ablauf dieses Jahres beendet, dann werden die Zusagen anteilig gerechnet. Siegelankündigung des Heinrich v. Ense. Datum 14. Mai 1447 (up den sundagh vocem jocunditatis). Ich Heinrich van Ense, Gerartz son, doin kunt, also as ich dat huyß Anruchte zwey jairlanck gehalden ind verwart han, up myne cost vur datum diß briefs, die jaire umb geweist synt up unser liever frauwen dagh lychtmissen neistvorleden, dair vur der erwirdige furste, myn gnedige lieve here, her Diederich, ertzbusschoff zo Colne, hertzoch zo Westfalen ind zo Engeren etc., mir verschreven hait eyne summe geltz zo geven ind zo betzalen, na lude der brieve dair over sprechende, ind als ich dan Anrucht zwey jairlanck gehalden han as vurß. steyt, da van der vurgenante myn gnedige here mir up unser liever frauwen dagh lychtmissen neistvorleden vur datum diß briefs schuldich bleven is van sulcher summen geltz, myne brieve vurß. innehalden sevenhundert ind eicht overlentzsche rynsche gulden, eynen schillinck ind seess pennynge Arnsberger paymentz, ind als ich dan ouch zo Anruchte die vurgenante zwey jairlanck gehalden ind bekostiget han, wagen, perde ind knechte dair zo gehoerende, ind ouch gelt uysgegeven, die warden zo doin ind bussen zo bynden, ind ouch perde vur pryvande up zo brengen, An- ruchte da mit zo halden gesatzt han, umb des willen, dat myn gnedige here vurß. mir myn gelt nyt betzalte up termynen, als myne brieve vurg. inhaldent, die summe kumpt up zweyhundert ind vunffindvunfftzich der vurg. gulden. Ind als der vurg. myn gnedige here na uyßgange der vurg. zweyer jaire, dat ich Anruchte gehalden ind verwart hatte, mit mir overkomen is, dat ich Anruchte vort halden ind verwairen sall, die zyt angegangen is up unser lieven frauwen dagh lychtmissen neistvorleden, ind syne gnade mir dair van gegeven sulde haven vunffhundert ind vunffindzwentzich der vurg. gulden zo zwen termynen, nemelich up halffasten neistvorleden zweyhundert gulden, ind viertzien dage na paisschen ouch neistvorgangen dryhundert ind vunffindzwentzich gulden na lude der brieve dair over sprechenn, da van alle die summen vurß. zo samen machen viertzienhundert ind eicht ind eichttzich overlentzsche rynsche gulden, eynen schillinck ind seess pennynge pagamentz vurß., dair vur der vurg. myn gnedige here myr ind mynen erven synre gnaden schott zo Warsteyn ver- schreven ind verpant hait, den alle jair zo heven ind zo boeren ind zo gebruychen, sunder affslach der vurg. principail summen viertzienhundert eicht ind eichtzich gulden, eynen schillinck ind seess pennynge, bis so lange der vurg. myn gnedige here, syne nakomen off gestichte mir off mynen erven den schot avegeloest haven mit den vurg. viertzienhundert eicht ind eichtzich gulden, eynen schillinck ind seess pennyge, na lude des brieffs dair over sprechenn. Also bekennen ich vur mich ind myne erven overmitz desen brief, dat die vurg. vunffhundert ind vunffind- zwentzich gulden der vurgenante myn gnedige here mir up halffasten ind viertziendage na paisschen neistvorleden gegeven sulde haven, dem selven mynre gnedigen heren zo staden komen ind mir an der summen geltz affgain sullen, die mir myn gnedige here geven sall, vur die cost, ich Anruchte dit jairlanck halden ind bekostigen sal, bis up unser lieven frauwen dagh lychtmissen neistkumpt na datum diß brieffs, na lude der brieve dair over sprechenn. Ouch hait der vurg. myn gnedige here mir gegeven Laurentius Henneman van der Lyppe, der synre gnaden gefangen was, dat ich den schetzen mach ind sall, vur zweyhundert overlentzsche gulden ind die selve zweyhundert gulden behalden in affslach der cost, ich dit vurß. jairlanck zo Anruchte doin sall, die dem vurß. mynre gnedigen heren ouch zo staden komen, ind mir aff gain sullen an der cost vurß., ind sagen dair umb den vurß. mynen gnedigen heren, synen nakomen ind gestichte ind wen dat me antreffen mach, der vurgenanten vunffhundert ind vunffindzwentzich gulden ind der zweyhundert gulden van Laurentius Henneman vurß., vur mich ind myne erven quyt, loss, ledich ind betzalt, in maissen vurß., sunder argelist. Were ouch sache, dat sich erfunde, dat ich eynich gelt me gehaven, des ich dem vurß. myne gnedigen heren nyt gerechent en hette van der kost zo Anruchte, dat sall synen gnaden ouch zo staden, ind mir ind mynen erven avegain an dem gelde, syne gnade mir geven sall, dit jairlanck Anruchte zo halden. Were ouch sache, dat der kriegh tusschen dem vurg. mynre gnedigen heren ind den van Soist bynnen desem jaire vurß. gesoent ader gefredet wurde, so sall ich van dem vurß. mynre gnedigen heren nemen na antzale der lude ind der zyt, ich Anruchte in vurß. maissen gehalden hette, ouch sunder argelist. Ind des zo getzuge der wairheit han ich myn sigel vur mich ind myne erven an desen brieff gehangen. Gegeven in den jairen unses heren duysent vierhundert seven ind viertzich, up den sundagh vocem Jocunditatis. Rückseite: Datum anno 1447 Reverß und Quitantz von Heinrichen von Enße, Ertzb. Dietherichen etc. uber 1488 ob. gulden gebu. dafür ime der schoß zu Warstein - off sontag vocem iucunditatis verschriebn unn verpfandt mit furwarden hiein erclert. Original, Pergament, mnd., ca. 37 × 24 cm, das Siegel hängt an, das Siegelbild ist gut erkennbar sowie Teile der Umschrift. 1Dietrich II v. Moers, Erzbischof von Köln 1414 bis 1463, seit 1415 auch Administrator des Fürstbistums Paderborn. 2siehe dazu Urkunde Nr. 2148