Kollegiatstift Beckum / Akten (Bestand)
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B 204
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) >> 1.2.1. Fürstbistum Münster >> 1.2.1.4. Geistlichkeit, Stifte, Klöster >> Kollegiatstift Beckum
1389-1810
Register, Kapitelsprotokolle 1704-1810, Eigenhörige, Prozesse, Präbenden, Kirche, Schule, Kontribution, Armensachen.
Bestandsgeschichte: 1267 Gründung, 1542-1618 Dechanei nicht besetzt, 1812 Aufhebung.
Form und Inhalt: Das Stiftungsgut für ein Kollegiatkapitel zu Beckum stammte aus einerm Güterverkauf des Vikars Heinrich von Meppen, seiner Mutter und dreier Brüder 1267 in und bei Osnabrück. Heinrich, der Dechant wurde, seine Mutter, zwei Brüder und ein Neffe erhielten je eine Präbende. Propst wurde stets ein münsterischer Domherr, der die bischöfliche Kaplanei und das Archidiakonat zu Beckum besaß. Weitere Präbenden und Vikarien entsprangen im Laufe der Zeit den Stiftungen von Dechanten und Kanonikern, welche zunächst ritterbürtiger und allmählich auch bürgerlicher Abstammung waren. Die Ausstattung von Vikarien durch Stifterfamilien blühte von 1321 bis 1522 und sorgte für die nachhaltige finanzielle Versorung der Geistlichen (nach Kohl, Beckum, 51-52).
Im Zuge der Reformation blieb die Dechanei von 1542 bis 1618 unbesetzt, währenddessen die Stiftsleitung dem ältesten Mitglied (”Senior“) oblag. Erst danach erreichten die Dechanten - seit 1618 vom Erzbischof zu Köln als Administratoren des Fürstbistums Münster eingesetzt - eine ”Erneuerung des katholischen Kirchenwesens“, nicht immer im Einklang mit dem Kapitel. Eine materielle Verbesserung hingegen gelang nicht. Nicht zuletzt deswegen sank die Zahl der Kanoniker 1812 letztlich bis auf drei.
Die Verwaltung des Stifts wurde am 18. August 1810 dem bisherigen Stiftssekretär Franz Wilhelm Mues übertragen. Am 22. Juni 1811 dekretierte das Finanzministerium des Großherzogtums Berg die Versiegelung des Archivs und den Einzug des bescheidenen Stiftsvermögens zur Staatsdomäne; die Besitzungen erstreckten sich zuletzt über 5 Höfe im südöstlichen Münsterland. Mit dem Vollzug am 8. Juli 1811 war die Aufhebung des Stifts Beckum besiegelt.
Bereits 1815 gelangte das Archiv in das preußische Archivdepot in Münster, das spätere Staatsarchiv Münster. Dort unternahm im Jahr 1821 Graf Karl August von Reisach die dem vorliegenden Findbuch zugrundeliegende Verzeichnung der "Urkunden und Acten der Kirche und des Kapituls zu Beckum". In diesem handschriftlichen Findbuch ist vermerkt: "Daß dies nicht alle Acten des Kapitels zu Beckum seyn können, sieht man bei dem ersten Überblick. Vermuthlich liegen noch mehrere Acten theils bei dem Herrn Dechand daselbst theils bei der Rentey in Oelde." Vorliegendes bislang handschriftliches Findbuch A 122 II "Kollegiatstift Beckum - Akten" wurde im August 2009 von Sabine-Ines Rauch mit dem Verzeichnungsprogramm VERA unter der Betreuung von Thomas Reich abgeschrieben. Zahlreiche Verbesserungen sind einer Überarbeitung durch Dr. Jörg Wunschhofer zu danken, der seine Erkenntnisse bereitwillig zur Verfügung gestellt hat. Hierdurch wurden einige Aktenteilungen notwendig.
Ergänzungsüberlieferung im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen
Kopiare und Lagerbücher:
Msc I 89: Einkünfteregister des Kollegiatstifts Beckum (Liber reddituum, fundationum, statutorum ecclesiae Bechemensis), (1272, 1318, 1444) 15.-17.Jh.; enthält: Einkünfteregister; Eide der Kanoniker, Vikare, Dekane; Urkundenabschriften, (1272, 1318, 1444); Glaubensbekenntnis; Gebühren bei Pfründenübertragungen
Msc I 89 a: Kopiar des Kollegiatstifts Beckum, (1356-1512) 15.-16.Jh.
Msc I 89 b: Abschriften von Urkunden und Statuten des Kollegiatstifts Beckum, (1272-1675) 17.Jh.; enthält u.a.: Statuten, 1318; Reform der Statuten, 1635; Urkundenabschriften, (1272-1675); Diensteide
Memorienbücher:
Msc I 90: Nekrolog des Kollegiatstifts Beckum, 2.H.14.Jh.-15.Jh.
Msc I 90 a: Memoriale des Kollegiatstifts Beckum, 15.-16.Jh.
Msc I 90 b: Memoriale des Kollegiatstifts Beckum, 15.-16.Jh.
Säkularisationsakten:
Großherzogtum Berg A 2, D 2 und E 12
Spezialorganisationskommission Münster Nr. 127
KDK Münster, Fach 19 Nr. 133 und 134
Literatur:
··Helmert, Friedrich (Hg.), St. Stephanus-Beckum. Stift und Kirche. Festschrift zum Gedenken an die Gründung des Kollegiatstiftes vor sieben Jahrhunderten (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Beckum, Band 1), Beckum 1967.
·Kohl, Wilhelm, Beckum - Kollegiatstift St. Stephanus und Sebastianus, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, 51-54.
·Plettenberg, Agnes, Beiträge zur Geschichte des Kollegiatstifts SSt. Stephani et Sebastiani zu Beckum, Diss., Münster 1936.
Münster, den 23. März 2011
Dr. Thomas Reich
Bestandsgeschichte: 1267 Gründung, 1542-1618 Dechanei nicht besetzt, 1812 Aufhebung.
Form und Inhalt: Das Stiftungsgut für ein Kollegiatkapitel zu Beckum stammte aus einerm Güterverkauf des Vikars Heinrich von Meppen, seiner Mutter und dreier Brüder 1267 in und bei Osnabrück. Heinrich, der Dechant wurde, seine Mutter, zwei Brüder und ein Neffe erhielten je eine Präbende. Propst wurde stets ein münsterischer Domherr, der die bischöfliche Kaplanei und das Archidiakonat zu Beckum besaß. Weitere Präbenden und Vikarien entsprangen im Laufe der Zeit den Stiftungen von Dechanten und Kanonikern, welche zunächst ritterbürtiger und allmählich auch bürgerlicher Abstammung waren. Die Ausstattung von Vikarien durch Stifterfamilien blühte von 1321 bis 1522 und sorgte für die nachhaltige finanzielle Versorung der Geistlichen (nach Kohl, Beckum, 51-52).
Im Zuge der Reformation blieb die Dechanei von 1542 bis 1618 unbesetzt, währenddessen die Stiftsleitung dem ältesten Mitglied (”Senior“) oblag. Erst danach erreichten die Dechanten - seit 1618 vom Erzbischof zu Köln als Administratoren des Fürstbistums Münster eingesetzt - eine ”Erneuerung des katholischen Kirchenwesens“, nicht immer im Einklang mit dem Kapitel. Eine materielle Verbesserung hingegen gelang nicht. Nicht zuletzt deswegen sank die Zahl der Kanoniker 1812 letztlich bis auf drei.
Die Verwaltung des Stifts wurde am 18. August 1810 dem bisherigen Stiftssekretär Franz Wilhelm Mues übertragen. Am 22. Juni 1811 dekretierte das Finanzministerium des Großherzogtums Berg die Versiegelung des Archivs und den Einzug des bescheidenen Stiftsvermögens zur Staatsdomäne; die Besitzungen erstreckten sich zuletzt über 5 Höfe im südöstlichen Münsterland. Mit dem Vollzug am 8. Juli 1811 war die Aufhebung des Stifts Beckum besiegelt.
Bereits 1815 gelangte das Archiv in das preußische Archivdepot in Münster, das spätere Staatsarchiv Münster. Dort unternahm im Jahr 1821 Graf Karl August von Reisach die dem vorliegenden Findbuch zugrundeliegende Verzeichnung der "Urkunden und Acten der Kirche und des Kapituls zu Beckum". In diesem handschriftlichen Findbuch ist vermerkt: "Daß dies nicht alle Acten des Kapitels zu Beckum seyn können, sieht man bei dem ersten Überblick. Vermuthlich liegen noch mehrere Acten theils bei dem Herrn Dechand daselbst theils bei der Rentey in Oelde." Vorliegendes bislang handschriftliches Findbuch A 122 II "Kollegiatstift Beckum - Akten" wurde im August 2009 von Sabine-Ines Rauch mit dem Verzeichnungsprogramm VERA unter der Betreuung von Thomas Reich abgeschrieben. Zahlreiche Verbesserungen sind einer Überarbeitung durch Dr. Jörg Wunschhofer zu danken, der seine Erkenntnisse bereitwillig zur Verfügung gestellt hat. Hierdurch wurden einige Aktenteilungen notwendig.
Ergänzungsüberlieferung im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen
Kopiare und Lagerbücher:
Msc I 89: Einkünfteregister des Kollegiatstifts Beckum (Liber reddituum, fundationum, statutorum ecclesiae Bechemensis), (1272, 1318, 1444) 15.-17.Jh.; enthält: Einkünfteregister; Eide der Kanoniker, Vikare, Dekane; Urkundenabschriften, (1272, 1318, 1444); Glaubensbekenntnis; Gebühren bei Pfründenübertragungen
Msc I 89 a: Kopiar des Kollegiatstifts Beckum, (1356-1512) 15.-16.Jh.
Msc I 89 b: Abschriften von Urkunden und Statuten des Kollegiatstifts Beckum, (1272-1675) 17.Jh.; enthält u.a.: Statuten, 1318; Reform der Statuten, 1635; Urkundenabschriften, (1272-1675); Diensteide
Memorienbücher:
Msc I 90: Nekrolog des Kollegiatstifts Beckum, 2.H.14.Jh.-15.Jh.
Msc I 90 a: Memoriale des Kollegiatstifts Beckum, 15.-16.Jh.
Msc I 90 b: Memoriale des Kollegiatstifts Beckum, 15.-16.Jh.
Säkularisationsakten:
Großherzogtum Berg A 2, D 2 und E 12
Spezialorganisationskommission Münster Nr. 127
KDK Münster, Fach 19 Nr. 133 und 134
Literatur:
··Helmert, Friedrich (Hg.), St. Stephanus-Beckum. Stift und Kirche. Festschrift zum Gedenken an die Gründung des Kollegiatstiftes vor sieben Jahrhunderten (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Beckum, Band 1), Beckum 1967.
·Kohl, Wilhelm, Beckum - Kollegiatstift St. Stephanus und Sebastianus, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, 51-54.
·Plettenberg, Agnes, Beiträge zur Geschichte des Kollegiatstifts SSt. Stephani et Sebastiani zu Beckum, Diss., Münster 1936.
Münster, den 23. März 2011
Dr. Thomas Reich
42 Akten.; 33 Akten (5 Kartons), Findbuch B 204.
Bestand
German
Agnes Plettenberg, Beiträge zur Geschichte des Kollegiatstifts SSt. Stephani et Sebastiani zu Beckum (Diss.), Münster 1936; Friedrich Helmert (Hg.), St. Stephanus-Beckum. Stift und Kirche, Beckum 1967; Wilhelm Kohl, Beckum - Kollegiatstift St. Stephanus und Sebastianus, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, S. 51-54; Jörg Wunschhofer (Bearb.): Das Kollegiatstift SS. Stephani und St. Sebastiani zu Beckum, Berlin 2018; Daniel Glowotz (Hg.), 750 Jahre Kollegiatstift Beckum 1267-2017, Warendorf 2017; Jörg Wunschhofer, Der Beckumer Dekanatsstreit (1757-1763), in: Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte 109 (2013), S. 269-296; Jörg Wunschhofer, Zur Aufhebung der Kollegiatstifte SS. Stephani et Sebastiani in Beckum und St. Ludgeri in Münster im Jahre 1811, in: Westfälische Zeitschrift 161 (2011), S. 149-157.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. (Tektonik)
- 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) (Tektonik)
- 1.2.1. Fürstbistum Münster (Tektonik)
- 1.2.1.4. Geistlichkeit, Stifte, Klöster (Tektonik)
- Kollegiatstift Beckum (Tektonik)
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