G 290 - Evangelisches Pfarramt Hohenstaufen (Bestand)
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G 290
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit H
1534-1989
Einleitung: ===== Ortsgeschichte =====
Der erstmals zu Beginn des 13. Jahrhunderts erwähnte Ort (1206: "Stoffen") entstand wahrscheinlich als eine zur Burg Hohenstaufen gehörige Handwerker- und Marktsiedlung im 11. Jahrhundert. Die hervorragende geschichtliche Bedeutung der Burg und des Geschlechtes der Hohenstaufer war selbstverständlich von erheblichem Einfluß auf die Geschichte des Dorfes. Dieser Einfluß wirkte noch ideell oder auch ideologisch bis in das 20. Jahrhundert. Das läßt sich auch im Bestand des Pfarrarchivs Hohenstaufen deutlich dokumentieren, welches durch diese Zusammenhänge in Teilbereichen eine von den üblichen Pfarrarchiven sich abhebende Aktenlage bietet, obwohl nur wenig Archivgut aus der Zeit vor 1800 stammt. Die ideengeschichtliche Wirksamkeit des Namens übertraf jedenfalls die tatsächliche politische Bedeutung des Ortes nach dem Untergang des staufischen Herrschergeschlechtes. Burg und Amt Hohenstaufen brachten die Grafen von Württemberg 1319 in ihren Besitz. Bis 1470 bestand noch das Amt "Hohenstaufen", dann wurde es dem Amt Göppingen eingegliedert. Seit der Kreisreform 1973 gehört Hohenstaufen als Ortsteil zur Kreisstadt Göppingen.
===== Kirchengeschichte =====
Hohenstaufen hat heute zwei Kirchen. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1838/39 in enger Nachbarschaft zur bisherigen Pfarrkirche neu erbaut. Die ältere evangelische Pfarrkirche dürfte, nach dem Patrozinium St. Jakob zu schließen, nicht vor dem 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Doch wird bereits 1228 ein Dekan zu Staufen erwähnt. Graf Ulrich V. von Württemberg schenkte als Patronatsherr die Kirche in Hohenstaufen im Jahr 1454 dem Kloster Adelberg.
Nach dem Kirchenneubau im 19. Jahrhundert blieb das alte, seither - historisch nicht ganz zutreffend - "Barbarossakirche", "Barbarossakapelle" oder "Kaiserkapelle" genannte Kirchengebäude bestehen "und steht bloß um seiner geschichtlichen Bedeutung willen als Zeuge einer großen Zeit noch da", wie Christian Sigel in seinem Nachschlagewerk "Das evangelische Württemberg" bemerkt. 1977 - im "Stauferjahr" - wurde direkt neben der alten Kirche ein "Dokumentationsraum für staufische Geschichte" eingerichtet. Die der evangelischen Kirchengemeinde gehörige alte "Barbarossakirche" wird heute mietweise von der katholischen Pfarrei Ottenbach genutzt.
Nicht nur die Verwaltung und die häufigen Baumaßnahmen an den beiden Kirchengebäuden in Hohenstaufen haben zu einem relativ umfangreichen Aktenbestand geführt Dazu trugen auch die seit dem Anfang des 19 Jahrhunderts wiederholt betriebenen Pläne zur Erstellung eines "nationalen Denkmals" auf dem Hohenstaufen bei, die bis in das 20 Jahrhundert hinein in immer neuen Anläufen ihre, letztlich doch nicht erreichte, Verwirklichung erstrebten Das hier vorliegende Archivinventar belegt mit seinen einschlägigen Aktentiteln zur Genüge die zeitweise überregional ja sogar reichsweit reichende Wirkung jener Ideen, Plane, Korrespondenzen und Maßnahmen.
Zum Pfarrsprengel Hohenstaufen gehört bis heute ein großes Umland mit mehreren Weilern und Höfen. Auch diese Tatsache, wie auch die der engen räumlichen Verzahnung mit katholischen Orten, macht sich im Bestand des Pfarrarchivs quantitativ bemerkbar. Außer Hohenstaufen besitzt aber nur das Dorf Maitis eine eigene Kirche. Sie ist bereits 1464 genannt (Patrozinien St Leonhard und Maria) Kirchenbücher und Kirchenpflegrechnungen von Hohenstaufen und Maitis wurden bis in das 19 Jahrhundert gemeinsam geführt.
===== Bestandsbeschreibung und -geschichte =====
Aus den eben genannten Gründen ist Maitis in nur wenig in den Titeln der Archivbestandsnummern ausgewiesen, mit Ausnahme der Kirchenkonvents und Stiftungsratsprotokolle ab 1826 (s. B 56) und der Kirchengemeinderatsprotokolle 1889-1953 (s. B 67 und B 68). Bei den Rechnungen sind die der separaten Maitiser Kirchenpflege ab 1899 erhalten. Am 1. April 1953 wurden die beiden Kirchenpflegen Hohenstaufen und Maitis allerdings wieder vereinigt.
Einen weiteren Schwerpunkt des Archivbestands bilden die Akten, Bände und Rechnungen der seit dem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bestehenden Armenleihkasse Hohenstaufen. Sie stellen eine datenreiche Quellengruppe zur Wirtschafts- Sozial- und Kulturgeschichte von Hohenstaufen und Umgebung dar.
Die Ordnung und Verzeichnung des Archivs erfolgte nach der Registraturordnung für die Pfarrämter in Württemberg vom 20.09.1901. Da die älteren Akten keine klare Archivordnung erkennen ließen, wurden sie nach der gleichen Systematik geordnet.
Ausgeschieden wurde relativ weniges, nicht archivwürdiges Material, wie Prospekte, technische Betriebsanleitungen (z.T.), Kontoauszüge usw. Kassiert wurden auch die Rundschreiben und Erlasse allgemeiner Art nach 1950 (mit Ausnahmen) und die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen ab 1951 (mit Ausnahme ausgewählter Dokumente, s. A 206 und A 207).
Die Kirchenpflegrechnungen wurden bis 1967 erfaßt. Von den folgenden Rechnungsjahrgängen, die noch nicht archiviert wurden, sind die Rechnungsbeilagen 1968-1978 größtenteils ausgeschieden worden.
Die erste Inspektion und Vorordnung des Archivs erfolgte im Frühjahr 1993. Erst 1997/98 konnte aber die eigentliche Archivierung, unterbrochen durch längere zeitliche Intervalle, durchgeführt werden.
Die Bestandsmenge des Pfarrarchivs Hohenstaufen umfaßt 11,38 Regalmeter mit insgesamt 772 Titeln (Bestandsnummern).
Der Archivbestand gliedert sich in drei Bestandsgruppen:
- Bände, 180 Titel (B 1 - B 180), 2,92 m
- Akten, 304 Titel (A 1 - A 303, A 62a), 4,00 m
- Rechnungen, 288 Titel (R 1 - R 285, R 34a, R 56a, R 132a, R 157a), 4,46 m
Sämtliche Bestandsnummern wurden gestempelt. Die Archivalien der Bestandsgruppen A und R wurden in insgesamt 84 Archivschatullen aus alterungsbeständigem Karton zum Schutz vor Licht und Stoßschäden und zur bequemen Handhabung eingelegt. Die Archivalien der Bestandsgruppe B sind rückensigniert.
Stuttgart, den 2. November 1998
Dr. Karl Kempf
Einleitung: Der erstmals zu Beginn des 13. Jahrhunderts erwähnte Ort (1206: "Stoffen") entstand wahrscheinlich als eine zur Burg Hohenstaufen gehörige Handwerker- und Marktsiedlung im 11. Jahrhundert. Die hervorragende geschichtliche Bedeutung der Burg und des Geschlechtes der Hohenstaufer war selbstverständlich von erheblichem Einfluß auf die Geschichte des Dorfes. Dieser Einfluß wirkte noch ideell oder auch ideologisch bis in das 20. Jahrhundert. Das läßt sich auch im Bestand des Pfarrarchivs Hohenstaufen deutlich dokumentieren, welches durch diese Zusammenhänge in Teilbereichen eine von den üblichen Pfarrarchiven sich abhebende Aktenlage bietet, obwohl nur wenig Archivgut aus der Zeit vor 1800 stammt. Die ideengeschichtliche Wirksamkeit des Namens übertraf jedenfalls die tatsächliche politische Bedeutung des Ortes nach dem Untergang des staufischen Herrschergeschlechtes. Burg und Amt Hohenstaufen brachten die Grafen von Württemberg 1319 in ihren Besitz. Bis 1470 bestand noch das Amt "Hohenstaufen", dann wurde es dem Amt Göppingen eingegliedert. Seit der Kreisreform 1973 gehört Hohenstaufen als Ortsteil zur Kreisstadt Göppingen.
Hohenstaufen hat heute zwei Kirchen. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1838/39 in enger Nachbarschaft zur bisherigen Pfarrkirche neu erbaut. Die ältere evangelische Pfarrkirche dürfte, nach dem Patrozinium St. Jakob zu schließen, nicht vor dem 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Doch wird bereits 1228 ein Dekan zu Staufen erwähnt. Graf Ulrich V. von Württemberg schenkte als Patronatsherr die Kirche in Hohenstaufen im Jahr 1454 dem Kloster Adelberg.
Nach dem Kirchenneubau im 19. Jahrhundert blieb das alte, seither - historisch nicht ganz zutreffend - "Barbarossakirche", "Barbarossakapelle" oder "Kaiserkapelle" genannte Kirchengebäude bestehen "und steht bloß um seiner geschichtlichen Bedeutung willen als Zeuge einer großen Zeit noch da", wie Christian Sigel in seinem Nachschlagewerk "Das evangelische Württemberg" bemerkt. 1977 - im "Stauferjahr" - wurde direkt neben der alten Kirche ein "Dokumentationsraum für staufische Geschichte" eingerichtet. Die der evangelischen Kirchengemeinde gehörige alte "Barbarossakirche" wird heute mietweise von der katholischen Pfarrei Ottenbach genutzt.
Nicht nur die Verwaltung und die häufigen Baumaßnahmen an den beiden Kirchengebäuden in Hohenstaufen haben zu einem relativ umfangreichen Aktenbestand geführt Dazu trugen auch die seit dem Anfang des 19 Jahrhunderts wiederholt betriebenen Pläne zur Erstellung eines "nationalen Denkmals" auf dem Hohenstaufen bei, die bis in das 20 Jahrhundert hinein in immer neuen Anläufen ihre, letztlich doch nicht erreichte, Verwirklichung erstrebten Das hier vorliegende Archivinventar belegt mit seinen einschlägigen Aktentiteln zur Genüge die zeitweise überregional ja sogar reichsweit reichende Wirkung jener Ideen, Plane, Korrespondenzen und Maßnahmen.
Zum Pfarrsprengel Hohenstaufen gehört bis heute ein großes Umland mit mehreren Weilern und Höfen. Auch diese Tatsache, wie auch die der engen räumlichen Verzahnung mit katholischen Orten, macht sich im Bestand des Pfarrarchivs quantitativ bemerkbar. Außer Hohenstaufen besitzt aber nur das Dorf Maitis eine eigene Kirche. Sie ist bereits 1464 genannt (Patrozinien St Leonhard und Maria) Kirchenbücher und Kirchenpflegrechnungen von Hohenstaufen und Maitis wurden bis in das 19 Jahrhundert gemeinsam geführt.
Aus den eben genannten Gründen ist Maitis in nur wenig in den Titeln der Archivbestandsnummern ausgewiesen, mit Ausnahme der Kirchenkonvents und Stiftungsratsprotokolle ab 1826 (s. B 56) und der Kirchengemeinderatsprotokolle 1889-1953 (s. B 67 und B 68). Bei den Rechnungen sind die der separaten Maitiser Kirchenpflege ab 1899 erhalten. Am 1. April 1953 wurden die beiden Kirchenpflegen Hohenstaufen und Maitis allerdings wieder vereinigt.
Einen weiteren Schwerpunkt des Archivbestands bilden die Akten, Bände und Rechnungen der seit dem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bestehenden Armenleihkasse Hohenstaufen. Sie stellen eine datenreiche Quellengruppe zur Wirtschafts- Sozial- und Kulturgeschichte von Hohenstaufen und Umgebung dar.
Die Ordnung und Verzeichnung des Archivs erfolgte nach der Registraturordnung für die Pfarrämter in Württemberg vom 20.09.1901. Da die älteren Akten keine klare Archivordnung erkennen ließen, wurden sie nach der gleichen Systematik geordnet.
Ausgeschieden wurde relativ weniges, nicht archivwürdiges Material, wie Prospekte, technische Betriebsanleitungen (z.T.), Kontoauszüge usw. Kassiert wurden auch die Rundschreiben und Erlasse allgemeiner Art nach 1950 (mit Ausnahmen) und die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen ab 1951 (mit Ausnahme ausgewählter Dokumente, s. A 206 und A 207).
Die Kirchenpflegrechnungen wurden bis 1967 erfaßt. Von den folgenden Rechnungsjahrgängen, die noch nicht archiviert wurden, sind die Rechnungsbeilagen 1968-1978 größtenteils ausgeschieden worden.
Die erste Inspektion und Vorordnung des Archivs erfolgte im Frühjahr 1993. Erst 1997/98 konnte aber die eigentliche Archivierung, unterbrochen durch längere zeitliche Intervalle, durchgeführt werden.
Die Bestandsmenge des Pfarrarchivs Hohenstaufen umfaßt 11,38 Regalmeter mit insgesamt 772 Titeln (Bestandsnummern).
Der Archivbestand gliedert sich in drei Bestandsgruppen:
- Bände, 180 Titel (B 1 - B 180), 2,92 m
- Akten, 304 Titel (A 1 - A 303, A 62a), 4,00 m
- Rechnungen, 288 Titel (R 1 - R 285, R 34a, R 56a, R 132a, R 157a), 4,46 m
Sämtliche Bestandsnummern wurden gestempelt. Die Archivalien der Bestandsgruppen A und R wurden in insgesamt 84 Archivschatullen aus alterungsbeständigem Karton zum Schutz vor Licht und Stoßschäden und zur bequemen Handhabung eingelegt. Die Archivalien der Bestandsgruppe B sind rückensigniert.
Stuttgart, den 2. November 1998
Dr. Karl Kempf
Der erstmals zu Beginn des 13. Jahrhunderts erwähnte Ort (1206: "Stoffen") entstand wahrscheinlich als eine zur Burg Hohenstaufen gehörige Handwerker- und Marktsiedlung im 11. Jahrhundert. Die hervorragende geschichtliche Bedeutung der Burg und des Geschlechtes der Hohenstaufer war selbstverständlich von erheblichem Einfluß auf die Geschichte des Dorfes. Dieser Einfluß wirkte noch ideell oder auch ideologisch bis in das 20. Jahrhundert. Das läßt sich auch im Bestand des Pfarrarchivs Hohenstaufen deutlich dokumentieren, welches durch diese Zusammenhänge in Teilbereichen eine von den üblichen Pfarrarchiven sich abhebende Aktenlage bietet, obwohl nur wenig Archivgut aus der Zeit vor 1800 stammt. Die ideengeschichtliche Wirksamkeit des Namens übertraf jedenfalls die tatsächliche politische Bedeutung des Ortes nach dem Untergang des staufischen Herrschergeschlechtes. Burg und Amt Hohenstaufen brachten die Grafen von Württemberg 1319 in ihren Besitz. Bis 1470 bestand noch das Amt "Hohenstaufen", dann wurde es dem Amt Göppingen eingegliedert. Seit der Kreisreform 1973 gehört Hohenstaufen als Ortsteil zur Kreisstadt Göppingen.
===== Kirchengeschichte =====
Hohenstaufen hat heute zwei Kirchen. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1838/39 in enger Nachbarschaft zur bisherigen Pfarrkirche neu erbaut. Die ältere evangelische Pfarrkirche dürfte, nach dem Patrozinium St. Jakob zu schließen, nicht vor dem 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Doch wird bereits 1228 ein Dekan zu Staufen erwähnt. Graf Ulrich V. von Württemberg schenkte als Patronatsherr die Kirche in Hohenstaufen im Jahr 1454 dem Kloster Adelberg.
Nach dem Kirchenneubau im 19. Jahrhundert blieb das alte, seither - historisch nicht ganz zutreffend - "Barbarossakirche", "Barbarossakapelle" oder "Kaiserkapelle" genannte Kirchengebäude bestehen "und steht bloß um seiner geschichtlichen Bedeutung willen als Zeuge einer großen Zeit noch da", wie Christian Sigel in seinem Nachschlagewerk "Das evangelische Württemberg" bemerkt. 1977 - im "Stauferjahr" - wurde direkt neben der alten Kirche ein "Dokumentationsraum für staufische Geschichte" eingerichtet. Die der evangelischen Kirchengemeinde gehörige alte "Barbarossakirche" wird heute mietweise von der katholischen Pfarrei Ottenbach genutzt.
Nicht nur die Verwaltung und die häufigen Baumaßnahmen an den beiden Kirchengebäuden in Hohenstaufen haben zu einem relativ umfangreichen Aktenbestand geführt Dazu trugen auch die seit dem Anfang des 19 Jahrhunderts wiederholt betriebenen Pläne zur Erstellung eines "nationalen Denkmals" auf dem Hohenstaufen bei, die bis in das 20 Jahrhundert hinein in immer neuen Anläufen ihre, letztlich doch nicht erreichte, Verwirklichung erstrebten Das hier vorliegende Archivinventar belegt mit seinen einschlägigen Aktentiteln zur Genüge die zeitweise überregional ja sogar reichsweit reichende Wirkung jener Ideen, Plane, Korrespondenzen und Maßnahmen.
Zum Pfarrsprengel Hohenstaufen gehört bis heute ein großes Umland mit mehreren Weilern und Höfen. Auch diese Tatsache, wie auch die der engen räumlichen Verzahnung mit katholischen Orten, macht sich im Bestand des Pfarrarchivs quantitativ bemerkbar. Außer Hohenstaufen besitzt aber nur das Dorf Maitis eine eigene Kirche. Sie ist bereits 1464 genannt (Patrozinien St Leonhard und Maria) Kirchenbücher und Kirchenpflegrechnungen von Hohenstaufen und Maitis wurden bis in das 19 Jahrhundert gemeinsam geführt.
===== Bestandsbeschreibung und -geschichte =====
Aus den eben genannten Gründen ist Maitis in nur wenig in den Titeln der Archivbestandsnummern ausgewiesen, mit Ausnahme der Kirchenkonvents und Stiftungsratsprotokolle ab 1826 (s. B 56) und der Kirchengemeinderatsprotokolle 1889-1953 (s. B 67 und B 68). Bei den Rechnungen sind die der separaten Maitiser Kirchenpflege ab 1899 erhalten. Am 1. April 1953 wurden die beiden Kirchenpflegen Hohenstaufen und Maitis allerdings wieder vereinigt.
Einen weiteren Schwerpunkt des Archivbestands bilden die Akten, Bände und Rechnungen der seit dem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bestehenden Armenleihkasse Hohenstaufen. Sie stellen eine datenreiche Quellengruppe zur Wirtschafts- Sozial- und Kulturgeschichte von Hohenstaufen und Umgebung dar.
Die Ordnung und Verzeichnung des Archivs erfolgte nach der Registraturordnung für die Pfarrämter in Württemberg vom 20.09.1901. Da die älteren Akten keine klare Archivordnung erkennen ließen, wurden sie nach der gleichen Systematik geordnet.
Ausgeschieden wurde relativ weniges, nicht archivwürdiges Material, wie Prospekte, technische Betriebsanleitungen (z.T.), Kontoauszüge usw. Kassiert wurden auch die Rundschreiben und Erlasse allgemeiner Art nach 1950 (mit Ausnahmen) und die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen ab 1951 (mit Ausnahme ausgewählter Dokumente, s. A 206 und A 207).
Die Kirchenpflegrechnungen wurden bis 1967 erfaßt. Von den folgenden Rechnungsjahrgängen, die noch nicht archiviert wurden, sind die Rechnungsbeilagen 1968-1978 größtenteils ausgeschieden worden.
Die erste Inspektion und Vorordnung des Archivs erfolgte im Frühjahr 1993. Erst 1997/98 konnte aber die eigentliche Archivierung, unterbrochen durch längere zeitliche Intervalle, durchgeführt werden.
Die Bestandsmenge des Pfarrarchivs Hohenstaufen umfaßt 11,38 Regalmeter mit insgesamt 772 Titeln (Bestandsnummern).
Der Archivbestand gliedert sich in drei Bestandsgruppen:
- Bände, 180 Titel (B 1 - B 180), 2,92 m
- Akten, 304 Titel (A 1 - A 303, A 62a), 4,00 m
- Rechnungen, 288 Titel (R 1 - R 285, R 34a, R 56a, R 132a, R 157a), 4,46 m
Sämtliche Bestandsnummern wurden gestempelt. Die Archivalien der Bestandsgruppen A und R wurden in insgesamt 84 Archivschatullen aus alterungsbeständigem Karton zum Schutz vor Licht und Stoßschäden und zur bequemen Handhabung eingelegt. Die Archivalien der Bestandsgruppe B sind rückensigniert.
Stuttgart, den 2. November 1998
Dr. Karl Kempf
Einleitung: Der erstmals zu Beginn des 13. Jahrhunderts erwähnte Ort (1206: "Stoffen") entstand wahrscheinlich als eine zur Burg Hohenstaufen gehörige Handwerker- und Marktsiedlung im 11. Jahrhundert. Die hervorragende geschichtliche Bedeutung der Burg und des Geschlechtes der Hohenstaufer war selbstverständlich von erheblichem Einfluß auf die Geschichte des Dorfes. Dieser Einfluß wirkte noch ideell oder auch ideologisch bis in das 20. Jahrhundert. Das läßt sich auch im Bestand des Pfarrarchivs Hohenstaufen deutlich dokumentieren, welches durch diese Zusammenhänge in Teilbereichen eine von den üblichen Pfarrarchiven sich abhebende Aktenlage bietet, obwohl nur wenig Archivgut aus der Zeit vor 1800 stammt. Die ideengeschichtliche Wirksamkeit des Namens übertraf jedenfalls die tatsächliche politische Bedeutung des Ortes nach dem Untergang des staufischen Herrschergeschlechtes. Burg und Amt Hohenstaufen brachten die Grafen von Württemberg 1319 in ihren Besitz. Bis 1470 bestand noch das Amt "Hohenstaufen", dann wurde es dem Amt Göppingen eingegliedert. Seit der Kreisreform 1973 gehört Hohenstaufen als Ortsteil zur Kreisstadt Göppingen.
Hohenstaufen hat heute zwei Kirchen. Die evangelische Pfarrkirche wurde 1838/39 in enger Nachbarschaft zur bisherigen Pfarrkirche neu erbaut. Die ältere evangelische Pfarrkirche dürfte, nach dem Patrozinium St. Jakob zu schließen, nicht vor dem 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Doch wird bereits 1228 ein Dekan zu Staufen erwähnt. Graf Ulrich V. von Württemberg schenkte als Patronatsherr die Kirche in Hohenstaufen im Jahr 1454 dem Kloster Adelberg.
Nach dem Kirchenneubau im 19. Jahrhundert blieb das alte, seither - historisch nicht ganz zutreffend - "Barbarossakirche", "Barbarossakapelle" oder "Kaiserkapelle" genannte Kirchengebäude bestehen "und steht bloß um seiner geschichtlichen Bedeutung willen als Zeuge einer großen Zeit noch da", wie Christian Sigel in seinem Nachschlagewerk "Das evangelische Württemberg" bemerkt. 1977 - im "Stauferjahr" - wurde direkt neben der alten Kirche ein "Dokumentationsraum für staufische Geschichte" eingerichtet. Die der evangelischen Kirchengemeinde gehörige alte "Barbarossakirche" wird heute mietweise von der katholischen Pfarrei Ottenbach genutzt.
Nicht nur die Verwaltung und die häufigen Baumaßnahmen an den beiden Kirchengebäuden in Hohenstaufen haben zu einem relativ umfangreichen Aktenbestand geführt Dazu trugen auch die seit dem Anfang des 19 Jahrhunderts wiederholt betriebenen Pläne zur Erstellung eines "nationalen Denkmals" auf dem Hohenstaufen bei, die bis in das 20 Jahrhundert hinein in immer neuen Anläufen ihre, letztlich doch nicht erreichte, Verwirklichung erstrebten Das hier vorliegende Archivinventar belegt mit seinen einschlägigen Aktentiteln zur Genüge die zeitweise überregional ja sogar reichsweit reichende Wirkung jener Ideen, Plane, Korrespondenzen und Maßnahmen.
Zum Pfarrsprengel Hohenstaufen gehört bis heute ein großes Umland mit mehreren Weilern und Höfen. Auch diese Tatsache, wie auch die der engen räumlichen Verzahnung mit katholischen Orten, macht sich im Bestand des Pfarrarchivs quantitativ bemerkbar. Außer Hohenstaufen besitzt aber nur das Dorf Maitis eine eigene Kirche. Sie ist bereits 1464 genannt (Patrozinien St Leonhard und Maria) Kirchenbücher und Kirchenpflegrechnungen von Hohenstaufen und Maitis wurden bis in das 19 Jahrhundert gemeinsam geführt.
Aus den eben genannten Gründen ist Maitis in nur wenig in den Titeln der Archivbestandsnummern ausgewiesen, mit Ausnahme der Kirchenkonvents und Stiftungsratsprotokolle ab 1826 (s. B 56) und der Kirchengemeinderatsprotokolle 1889-1953 (s. B 67 und B 68). Bei den Rechnungen sind die der separaten Maitiser Kirchenpflege ab 1899 erhalten. Am 1. April 1953 wurden die beiden Kirchenpflegen Hohenstaufen und Maitis allerdings wieder vereinigt.
Einen weiteren Schwerpunkt des Archivbestands bilden die Akten, Bände und Rechnungen der seit dem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bestehenden Armenleihkasse Hohenstaufen. Sie stellen eine datenreiche Quellengruppe zur Wirtschafts- Sozial- und Kulturgeschichte von Hohenstaufen und Umgebung dar.
Die Ordnung und Verzeichnung des Archivs erfolgte nach der Registraturordnung für die Pfarrämter in Württemberg vom 20.09.1901. Da die älteren Akten keine klare Archivordnung erkennen ließen, wurden sie nach der gleichen Systematik geordnet.
Ausgeschieden wurde relativ weniges, nicht archivwürdiges Material, wie Prospekte, technische Betriebsanleitungen (z.T.), Kontoauszüge usw. Kassiert wurden auch die Rundschreiben und Erlasse allgemeiner Art nach 1950 (mit Ausnahmen) und die Beilagen zu den Kirchenpflegrechnungen ab 1951 (mit Ausnahme ausgewählter Dokumente, s. A 206 und A 207).
Die Kirchenpflegrechnungen wurden bis 1967 erfaßt. Von den folgenden Rechnungsjahrgängen, die noch nicht archiviert wurden, sind die Rechnungsbeilagen 1968-1978 größtenteils ausgeschieden worden.
Die erste Inspektion und Vorordnung des Archivs erfolgte im Frühjahr 1993. Erst 1997/98 konnte aber die eigentliche Archivierung, unterbrochen durch längere zeitliche Intervalle, durchgeführt werden.
Die Bestandsmenge des Pfarrarchivs Hohenstaufen umfaßt 11,38 Regalmeter mit insgesamt 772 Titeln (Bestandsnummern).
Der Archivbestand gliedert sich in drei Bestandsgruppen:
- Bände, 180 Titel (B 1 - B 180), 2,92 m
- Akten, 304 Titel (A 1 - A 303, A 62a), 4,00 m
- Rechnungen, 288 Titel (R 1 - R 285, R 34a, R 56a, R 132a, R 157a), 4,46 m
Sämtliche Bestandsnummern wurden gestempelt. Die Archivalien der Bestandsgruppen A und R wurden in insgesamt 84 Archivschatullen aus alterungsbeständigem Karton zum Schutz vor Licht und Stoßschäden und zur bequemen Handhabung eingelegt. Die Archivalien der Bestandsgruppe B sind rückensigniert.
Stuttgart, den 2. November 1998
Dr. Karl Kempf
Evangelisches Pfarramt Hohenstaufen
10 lfd. m
Bestand
Hohenstaufen, Göppingen, Landkreis Göppingen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ