Klage (vor dem Stadtrichter) der Dienstmagd Greta Kloter gegen die Witwe ihres Bruders Evert Kloter im Kspl. Lüdinghausen, Bsch. Elverde. Die Eltern der Klägerin waren die Eheleute Henrich und Johanna Kloter, Zeller des Erbes Kloter. Die Klägerin verlangt ihren Kindsteil (100 Goldgulden und 100 Reichstaler). Da die Beklagte nicht zahlt, hat sie Wagen und Pferde der Beklagten in Münster mit Arrest belegt.
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Klage (vor dem Stadtrichter) der Dienstmagd Greta Kloter gegen die Witwe ihres Bruders Evert Kloter im Kspl. Lüdinghausen, Bsch. Elverde. Die Eltern der Klägerin waren die Eheleute Henrich und Johanna Kloter, Zeller des Erbes Kloter. Die Klägerin verlangt ihren Kindsteil (100 Goldgulden und 100 Reichstaler). Da die Beklagte nicht zahlt, hat sie Wagen und Pferde der Beklagten in Münster mit Arrest belegt.
B-Acta jud, 229
B-Acta jud Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten)
Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten) >> 1501-1600
1579 - 1579
Enthält: Für die Klägerin interveniert ihr Dienstherr Heinrich Berning, der sie von Sander Droste zu Senden gekauft hat. Für die Beklagte interveniert ihr Gutsherr Lambert von Oer zu Kakesbeck. Letzterer wendet die Unzuständigkeit des Gerichts ein und macht geltend: der Vater der Klägerin sei auf einem Erbttag wegen Misswirtschaft des Erbes entsetzt. Darauf sei das Erbe von neuem dem + Bruder der Klägerin und Mann der Beklagten übertragen. Nach dem Tode des Bruders sei dessen Nachlass auf ihn (von Oer) als Gutsherrn gefallen; der arrestierte Wagen nebst Pferd sei daher sein Eigentum. Der Bruder hat das Gut Kloter nicht geerbt, also habe er der Klägerin keine Abfindung zu zahlen. Auf dem Erbtag habe die Klägerin sich nicht als Gläubigerin gemeldet und dadurch ihre Ansprüche an das Erbe verwirkt. Zum Beweise übergibt er den Richtschein des Herman Besseling, Gografen des Amts Dülmen vom 24. Januar 1570 über den gehaltenen Erbtag, auf dem er (von Oer) durch Meister Michael Knippenberg in Dülmen vertreten war. Es werden ferner im Jahre 1580 durch den Hofgerichtsassessor Dr. Goddert Fürstenberg in dessen Wohnung am Martinikirchhof (auf Ersuchen des Stadtrichters) als Zeugen vernommen: 1. Johan Schulte uffn Berenbrock, 50 Jahre alt; 2. Melchior Scholbrock oder Kordes in Lüdinghausen, 50 J. alt; 3. Christoffer Kannegeiter in Lüdinghausen, 50-60 J. alt. Durch Urteil vom 12.10. 1583 wird der Arrest aufgehoben und die Klage abgewiesen. Die Klägerin legt Berufung ein. Das Berufungsgericht erhebt Beweis darüber, ob und welche Abfindung die Klägerin nach Gewohnheitsrecht fordern kann. Durch die Ratskommissare Diderich Münsterman und Lic. Lambert Holthaus werden als sachverständige Zeugen vernommen: 1. Werner Uphaus, Amtmann des Klosters Überwasser, 40-50 Jahre alt; 2. Diderich Hövel, Amtmann des Hospitals, 50-60 J. alt, 3.; Bertold Seddeler, Schreiber des Domkelners Melchior von Büren, 42 J. alt; 4. Herman Hoveman, Vogt des Domkelners, 40 J. alt. Durch den Gografen Johan Kerckering zu Senden wird vernommen Alexandra Droste zu Senden, geb. 1522. Eine Entscheidung ist nicht in den Akten. Der Rechtsstreit ist interessant für die Verhältnisse der leibeigenen Bevölkerung, dem Rechte erörtert(?) werden. Erwähnt werden Berndt van Dülmen; Gerichtsdiener Johan Lubbertinck; Johan von der Berschwort; Bokmeister Herman Reer gen. Quante; Bokmeister Bertold Hülsman; + Lic. Peter Mensing; Johan Tegeder; Hw. Johan Smeding; Bernard Peters, Amtmann des Klosters Ägidii.
Archivale
Verweis: s.a. act. jud. Nr. 479, 675
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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09.01.2026, 11:45 AM CET