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Grothues; Liesborn (Bestand)
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Form und Inhalt: Vorwort
zum Bestand N 18, Grothues, Liesborn
1. Überlieferungsgeschichte
Bernhard Wilhelm Grothues wurde in Liesborn als Sohn von Anna Katharina Bügemann und des Landwirts Franz Sudhues genannt Grothues geboren. Am 10. Februar 1885 heiratete er Anna Maria Suermann (1860-1932) genannt Plümpe.
Das Ehepaar bekam zehn Kinder: Bernhard (1885), Gerhard (1887), Wilhelm (1889), Elisabeth (12.12.1890-14.12.1890) Heinrich (1892-1982), Elisabeth (1893), August (1895), Hubert (2.9.1898-27.11.1898), Maria (1899) und Joseph (1903).
Wilhelm Grothues war seit Dezember 1906 Mitglied des Beckumer Kreistages und seit Februar 1915 Mitglied des Kreisausschusses. Zudem war er über 40 Jahre im Kirchenvorstand in Liesborn tätig. Er verstarb am 24. Oktober 1919. Seine Frau Anna Maria starb am 26. Februar 1932. (vgl. Nr. 1)
1.1. Bernhard Grothues
Bernhard Grothues wurde am 19. Dezember 1885 geboren. Mit 17 Jahren kam er als Einjährig-Freiwilliger zum 1. Garde-Artillerie-Regiment nach Berlin. Anschließend begann er eine landwirtschaftliche Ausbildung und war bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges bei der Gutsverwaltung Hinneburg beschäftigt. Bis zu seiner Verwundung 1918 diente er als Leutnant, später Bataillonskommandeur, im Krieg. Dafür erhielt er das Eiserne Kreuz ersten und zweiten Ranges sowie das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern. Noch während des Krieges verlobte er sich mit Elisabeth Ense.
Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich im Dienst der Westfälischen Central-Genossenschaften Münster an dem Aufbau des Kornhauses Brakel. Am 9. November 1957 verstarb er in Brakel. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
1.2. Gerhard Grothues
Gerhard Grothues wurde am 4. November 1887 geboren.
Nach Besuch der Volksschule in Wadersloh ging er 1906 auf die Landwirtschaftsschule in Lüdinghausen. Nach dem Dienst als Einjähriger beim 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, diente er im Ersten Weltkrieg als Offizier. 1921 heiratete er Toni Böckenförde aus Oelde und übergab den elterlichen Hof seinem Bruder August. Mit Toni bekam er fünf Kinder: Franz-Josef, Luzie, Werner, Gerd und Gabriele.
1924 wurde er Gemeindevorsteher im Kirchspiel Oelde. Außerdem war er Mitglied der Amtsvertretung und des Kreistages. Im Zweiten Weltkrieg war er als Rittermeister landwirtschaftlicher Verbindungsoffizier beim Wehrbezirkskommando in Münster. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bekleidete er bis Anfang 1946 das Amt des Bürgermeisters.
Später engagierte er sich u.a. als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, Mitglied des engeren Vorstandes des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Mitglied des Kuratoriums der Landwirtschaftsschule in Neubeckum, Vorstandsmitglied der Sparkasse, Vorsitzender der Landkrankenkasse in Beckum und als Mitglied des Kuratoriums des Marienhospitals Oelde. 1958 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Er verstarb am 24. Dezember 1965 in Oelde. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
1.3. Wilhelm Grothues
Wilhelm Grothues wurde am 7. Oktober 1889 in Liesborn geboren.
Nach dem Besuch der Rektoratsschule in Wadersloh und des Bischöflichen Gymnasiums Gaesdonck/Niederrhein studierte er von 1910 bis 1914 in Münster Theologie.
Im Anschluss an seine Priesterweihe wurde er 1914 als Kaplan nach Münster berufen. 1925 wurde er von dort als Kaplan nach Borghorst versetzt, wo er 1926 Vikar wurde. 1931 wechselte er als Kaplan nach St. Jakobi in Coesfeld und blieb dort bis er 1944 seine Berufung als Pfarrer an St. Maria-Immaculata in Gemen erhielt. Im Zuge seines goldenen Priesterjubiläums 1964 wurde er Ehrenbürger der Stadt Borken. Vier Jahre später trat er in den Ruhestand.
Wilhelm Grothues verstarb am 30. Dezember 1980. (vgl. KAW, N 18 Grothues, Nr. 1)
1.4. Heinrich Grothues
Heinrich Grothues (1892-1982) wurde am 4. Februar 1892 geboren. Nach Abitur am Gymnasium Laurentianum studierte er in Münster, München und Berlin Germanistik, Romanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. 1920 wurde er in Münster promoviert. Nach anschließender Ausbildung zum Bibliothekar wirkte er seit 1925 an der Universitätsbibliothek in Kiel, deren Direktor er 1949 wurde. 1956 verlieh der isländische Präsident Heinrich Grothues das Großritterkreuz des Isländischen Falkenordens für die Pflege der kulturellen Beziehungen zwischen Island und der Bundesrepublik. 1959 trat er in den Ruhestand und starb am 6. Januar 1982 in Kiel. Der dazugehörige Nachlass umfasst Heinrich Grothues' Forschung zu der Abtei Liesborn und dessen Umgebung, sowie Familienforschung zu der Familie Grothues.
1.5. Elisabeth Grothues
Elisabeth Grothues wurde 1893 geboren.
1920 heiratete sie Wilhelm Schulze Waltrup aus Liesborn. Dieser verstarb am 5. Juli 1931. Elisabeth verstarb am 17. Februar 1973. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
1.6. August Grothues
August Grothues wurde am 23. Dezember 1895 geboren.
Nach seinem Abitur 1915 nahm er 1916 sein Medizinstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster auf. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war er als Soldat verpflichtet. Nachdem sein Bruder Bernhard Toni Böckenörde heiratete, übernahm August 1921 den elterlichen Hof.
Am 19. Mai 1926 heiratete er Gertrud Koch. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Karl-Heinz (*14.6.1927), Paul Wilhelm (*7.2.1932) und Beate. Karl-Heinz wurde 1944 als Luftwaffenhelfer eingezogen. Am 31. März 1945 starb er im Lazarett bei Rheine. Paul Grothues heiratete am 18. Mai 1960 Franziska Schulze Tomberge.
Von 1931 bis 1935 war August Grothues Ehrenbürgermeister des Amtes Liesborn-Wadersloh. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Hauptmann von 1941 bis 1945 und war beim Wehrbezirkskommando in Münster tätig.
In der Nachkriegszeit war er Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Molkereien der Kreise Beckum und Warendorf sowie Mitglied des Beirates des Westfälischen Lippischen Landwirtschaftsverbandes.
1958 zog er als Delegierter der CDU in den Kreistag ein und war gleichzeitig seit April des Jahres Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Beckum.
Drei Jahre später wurde er zum Landrat gewählt. 1968 wurde ihm das Verdienstkreuz erster Klasse verliehen. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
1.7. Maria Grothues
Maria Grothues wurde am 16. Dezember 1899 geboren.
Nach dem Besuch des Lyzeums in Lippstadt und der Wohlfahrtsschule in Münster wirkte sie als Fürsorgerin in Lippstadt und Kleve bis sie 1936 eine Anstellung im Kreis Brillon annahm, wo sie bis zu ihrem Ruhestand am 31. Dezember 1964 tätig war.
Sie verstarb am 2. April 1971. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
1.8. Joseph Grothues
Joseph Grothues wurde am 19. Dezember 1903 geboren.
Am 8. Februar 1950 heiratete er Irmgard Müller aus Krefeld. Bis zu seinem Ruhestand arbeitete er als Landgerichtsrat.
Er verstarb am 7. Oktober 1968. (vgl. KAW, N 18, Grothues, Nr. 1)
2. Bearbeitung des Bestandes
Der Bestand zerfällt in zwei Teile. Das Familienarchiv (Nr. 1-9) kam als Depositum 2013 an das Kreisarchiv. Bei den Archivalien handelt es sich hauptsächlich um Unterlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich zwei Gesangsbücher und ein detailliertes Lohnverzeichnis aus dem 19. Jahrhundert.
Beim zweiten Teil des Bestands handelt es sich um einen Nachlasssplitter, der ausschließlich Heinrich Grothues' Forschungen zur Liesborner und Münsterländer Geschichte, im Wesentlichen Manuskripte und Korrespondenz, umfasst. Diese Unterlagen kamen nach dem Tode Grothues' 1982 als Schenkung an das Museum Abtei Liesborn und wurden 2020 an das Kreisarchiv weitergegeben.
Der eigentliche Nachlass Heinrich Grothues' befindet sich in der Universitätsbibliothek Kiel.
3. Benutzungshinweise
Der Bestand ist frei benutzbar und folgendermaßen zu zitieren:
KAW, N 18, Grothues, Nr. […]
Warendorf, im März 2023
Eckernkemper/Dr. Langewand
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
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