Sanitätsformationen (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 296 b
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Kabinett, Geheimer Rat, Ministerien 1806-1945 >> Kriegsministerium >> Truppenformationen
1806-1807, 1859-1872, Vorakten von 1
Überlieferungsgeschichte
Wohl meist nach 1871 in die Registratur des Kriegsministeriums.
Inhalt und Bewertung
Enthält: Hauptspital in Schlesien 1806-1807; Hauptspital Solitude 1859-1866; Festungsspital Ulm 1859 (v. a. Befehle, Ausrüstung, Versetzung, Verpflegung, Rapporte); Sanitätskompanie 1859 (v. a. Befehle, Meldungen, Organisations-, Personal, Pferde-, Verpflegungs-, Versetzungsangelegenheiten); Garnisons-Sanitätsangelegenheiten 1862-1871; Kommando des Sanitätszugs in Ludwigsburg 1864, 1866; Sanitätsformationen 1866 und 1870/71 (v. a. Befehle, Meldungen, Personalstatistik, Ausrüstungs- und Einrichtungsfragen).
Einleitung: Der nachfolgend verzeichnete Bestand faßt die erhaltenen Unterlagen der Sanitätsformationen einschließlich der Spitäler zusammen. Zu den entsprechenden Verwaltungsakten, von denen nur wenige Reste der Militärspitalverwaltung erhalten sind, siehe Bestand E 277.
I. Behördengeschichte: Seit der napoleonischen Zeit gab es lediglich bei den einzelnen Regimentern bzw. Bataillonen Ärzte; bei Bedarf wurden auf Feldzügen auch Spitäler errichtet. Allerdings gab es seit 1809 im Land auch ein Hauptspital, zu dem wohl seit den späten Dreissiger Jahren Garnisonsspitäler in Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm kamen. 1850 plante man - offensichtlich zunächst ohne greifbaren Erfolg - die Errichtung einer Sanitätskompanie. Erst die Mobilmachung des Jahres 1859 machte dies zwingend notwendig. Sie bestand allerdings nur, solange diese andauerte. Auch ein Spital in der Festung Ulm wurde gleichzeitig errichtet. Ab 1862 sind dann in Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm Garnisonssanitätsabteilungen bezeugt, die offenbar militärische Formationen darstellen und denen auch Spitäler entsprechen, ab 1864 in Ludwigsburg ein Sanitätszug. Während des Kriegs von 1866 bestanden dann 4 Feldspitäler, 1 Festungsspital in Ulm sowie 2 Sanitätszüge. 1869 sind ferner Spitäler in Weingarten, Wiblingen, Schwäbisch Gmünd, Mergentheim, Comburg und Hohenasperg belegt. Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gab es schließlich 6 Feldspitäler und 4 Sanitätszüge, sowie Reservespitäler in Schwäbisch Gmünd, Kirchheim und Ludwigsburg und mehrere Spitäler in der Festung Ulm. Über den Betrieb und die Einrichtung der Spitäler vgl. vor allem Bestand E 271c Büschel Nr. 2137 ff.
II. Bestandsgeschichte und Bearbeiterbericht: Unterlagen dieser Sanitätsformationen gibt es vor allem aus der Kriegs- bzw. Mobilmachungszeit. Während von der Militärspitalverwaltung fast nichts, von der Medizinalkommission überhaupt nichts erhalten ist, liegen vom Festungsspital Ulm - sowohl von 1859 als auch von 1866 - und von der Sanitätskompanie von 1859 relativ umfangreiche Akten vor, ebenso von den Spitälern des Krieges von 1866 und vor allem von 1870/71. Unterlagen der Sanitätszüge von 1866 fehlen dagegen völlig; auch von den Sanitätszügen des Krieges von 1870/71 sind nur wenige Unterlagen erhalten. Die Akten der Sanitätskompanie von 1859 sowie des Festungsspitals Ulm von 1859 und 1866 sind jeweils nach einem Registraturplan geordnet, der vermutlich aber erst nachträglich eingeführt wurde. Er besteht in beiden Fällen aus einem Schlagwortsystem; die einzelnen Schlagworte wurden beim Festungsspital noch durchnumeriert. Die Schlagworte wurden wohl nach Anfall vergeben. Die Archivalien gelangten zum größten Teil ins Kriegsarchiv - die Unterlagen der Sanitätskompanie von 1859 erhielten dort auch Signaturen -, später tauchen die meisten im Bestand "Sanitätswesen" auf, der wohl ebenfalls schon im Kriegsarchiv gebildet und im Staatsarchiv Ludwigsburg, wohin die Unterlagen 1930 gelangten, beibehalten wurde. Er erscheint daher noch nicht in der Gesamtübersicht von 1937. Kleinere Teile der Unterlagen wurden von K. O. Müller in die Bestände der Feldzugsakten D 63 und E 284-286, ferner in die Bestände der Registraturbücher der Militärbehörden (E 279-282) sowie dem Bestand E 291, Rechnungen, eingeordnet. In diesem Zustand gelangten die Unterlagen 1969 ins neu gegründete Militärarchiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, wo sie im Rahmen der gesamten Neuverzeichnung der militärischen Archivalien Württembergs von 1806 bis 1871, vor allem in den Jahren 1982 bis 1984, von Werner Urban unter Leitung von Dr. Günter Cordes verzeichnet wurden. Dabei entstanden wegen der starken Vermischung der Provenienzen zum Teil kleine und kleinste Einheiten. Dr. Bernhard Theil hat dann die Titelaufnahmen im Mai/ Juni 1993 überarbeitet und zusammengefaßt, wobei aus 412 Einheiten 184 Büschel entstanden, und den Bestand endgültig gebildet und gegliedert. Dabei wurden die vorhandenen Ordnungen weitgehend beibehalten, allerdings teilweise, vor allem im Falle der Sanitätskompanie 1859, zusammengefaßt und nicht bezeichnete Akten, wenn möglich, eingeordnet. Im übrigen wurden Serien gebildet und die Akten jeweils chronologisch geordnet. Zahlreiche Akten wurden als Rechnungen bzw. Rechnungsbeilagen zum Bestand E 298 gezogen. Werner Urban hat im August 1993 die Archivalien aufgestellt und das Repertorium mit Hilfe des MIDOSA-Programms geschrieben; er hat auch die Indices erarbeitet. Der Bestand umfaßt 1,50 lfd.m. Stuttgart, Juni 1993 Bernhard Theil
Wohl meist nach 1871 in die Registratur des Kriegsministeriums.
Inhalt und Bewertung
Enthält: Hauptspital in Schlesien 1806-1807; Hauptspital Solitude 1859-1866; Festungsspital Ulm 1859 (v. a. Befehle, Ausrüstung, Versetzung, Verpflegung, Rapporte); Sanitätskompanie 1859 (v. a. Befehle, Meldungen, Organisations-, Personal, Pferde-, Verpflegungs-, Versetzungsangelegenheiten); Garnisons-Sanitätsangelegenheiten 1862-1871; Kommando des Sanitätszugs in Ludwigsburg 1864, 1866; Sanitätsformationen 1866 und 1870/71 (v. a. Befehle, Meldungen, Personalstatistik, Ausrüstungs- und Einrichtungsfragen).
Einleitung: Der nachfolgend verzeichnete Bestand faßt die erhaltenen Unterlagen der Sanitätsformationen einschließlich der Spitäler zusammen. Zu den entsprechenden Verwaltungsakten, von denen nur wenige Reste der Militärspitalverwaltung erhalten sind, siehe Bestand E 277.
I. Behördengeschichte: Seit der napoleonischen Zeit gab es lediglich bei den einzelnen Regimentern bzw. Bataillonen Ärzte; bei Bedarf wurden auf Feldzügen auch Spitäler errichtet. Allerdings gab es seit 1809 im Land auch ein Hauptspital, zu dem wohl seit den späten Dreissiger Jahren Garnisonsspitäler in Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm kamen. 1850 plante man - offensichtlich zunächst ohne greifbaren Erfolg - die Errichtung einer Sanitätskompanie. Erst die Mobilmachung des Jahres 1859 machte dies zwingend notwendig. Sie bestand allerdings nur, solange diese andauerte. Auch ein Spital in der Festung Ulm wurde gleichzeitig errichtet. Ab 1862 sind dann in Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm Garnisonssanitätsabteilungen bezeugt, die offenbar militärische Formationen darstellen und denen auch Spitäler entsprechen, ab 1864 in Ludwigsburg ein Sanitätszug. Während des Kriegs von 1866 bestanden dann 4 Feldspitäler, 1 Festungsspital in Ulm sowie 2 Sanitätszüge. 1869 sind ferner Spitäler in Weingarten, Wiblingen, Schwäbisch Gmünd, Mergentheim, Comburg und Hohenasperg belegt. Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gab es schließlich 6 Feldspitäler und 4 Sanitätszüge, sowie Reservespitäler in Schwäbisch Gmünd, Kirchheim und Ludwigsburg und mehrere Spitäler in der Festung Ulm. Über den Betrieb und die Einrichtung der Spitäler vgl. vor allem Bestand E 271c Büschel Nr. 2137 ff.
II. Bestandsgeschichte und Bearbeiterbericht: Unterlagen dieser Sanitätsformationen gibt es vor allem aus der Kriegs- bzw. Mobilmachungszeit. Während von der Militärspitalverwaltung fast nichts, von der Medizinalkommission überhaupt nichts erhalten ist, liegen vom Festungsspital Ulm - sowohl von 1859 als auch von 1866 - und von der Sanitätskompanie von 1859 relativ umfangreiche Akten vor, ebenso von den Spitälern des Krieges von 1866 und vor allem von 1870/71. Unterlagen der Sanitätszüge von 1866 fehlen dagegen völlig; auch von den Sanitätszügen des Krieges von 1870/71 sind nur wenige Unterlagen erhalten. Die Akten der Sanitätskompanie von 1859 sowie des Festungsspitals Ulm von 1859 und 1866 sind jeweils nach einem Registraturplan geordnet, der vermutlich aber erst nachträglich eingeführt wurde. Er besteht in beiden Fällen aus einem Schlagwortsystem; die einzelnen Schlagworte wurden beim Festungsspital noch durchnumeriert. Die Schlagworte wurden wohl nach Anfall vergeben. Die Archivalien gelangten zum größten Teil ins Kriegsarchiv - die Unterlagen der Sanitätskompanie von 1859 erhielten dort auch Signaturen -, später tauchen die meisten im Bestand "Sanitätswesen" auf, der wohl ebenfalls schon im Kriegsarchiv gebildet und im Staatsarchiv Ludwigsburg, wohin die Unterlagen 1930 gelangten, beibehalten wurde. Er erscheint daher noch nicht in der Gesamtübersicht von 1937. Kleinere Teile der Unterlagen wurden von K. O. Müller in die Bestände der Feldzugsakten D 63 und E 284-286, ferner in die Bestände der Registraturbücher der Militärbehörden (E 279-282) sowie dem Bestand E 291, Rechnungen, eingeordnet. In diesem Zustand gelangten die Unterlagen 1969 ins neu gegründete Militärarchiv des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, wo sie im Rahmen der gesamten Neuverzeichnung der militärischen Archivalien Württembergs von 1806 bis 1871, vor allem in den Jahren 1982 bis 1984, von Werner Urban unter Leitung von Dr. Günter Cordes verzeichnet wurden. Dabei entstanden wegen der starken Vermischung der Provenienzen zum Teil kleine und kleinste Einheiten. Dr. Bernhard Theil hat dann die Titelaufnahmen im Mai/ Juni 1993 überarbeitet und zusammengefaßt, wobei aus 412 Einheiten 184 Büschel entstanden, und den Bestand endgültig gebildet und gegliedert. Dabei wurden die vorhandenen Ordnungen weitgehend beibehalten, allerdings teilweise, vor allem im Falle der Sanitätskompanie 1859, zusammengefaßt und nicht bezeichnete Akten, wenn möglich, eingeordnet. Im übrigen wurden Serien gebildet und die Akten jeweils chronologisch geordnet. Zahlreiche Akten wurden als Rechnungen bzw. Rechnungsbeilagen zum Bestand E 298 gezogen. Werner Urban hat im August 1993 die Archivalien aufgestellt und das Repertorium mit Hilfe des MIDOSA-Programms geschrieben; er hat auch die Indices erarbeitet. Der Bestand umfaßt 1,50 lfd.m. Stuttgart, Juni 1993 Bernhard Theil
184 Büschel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ