Klage (vor dem Stadtrichter Herman Schencking) der Frau Peter Valckenborch, geb. Katharina thor Lippe in Münster gegen Berndt van der Tinnen und Jakob Stove als Provisoren des Kirchspiels Ludgeri. Die Parteien streiten um das Haus hinter Ludgeri-Kirchhof an der Königstraße, das früher dem Küster Hinrich thor Lippe und s. Frau Else gehörte.
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B-Acta jud, 107
B-Acta jud Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten)
Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten) >> 1501-1600
(1431, 1438, 1457, 1463, 1492, 1498, 1526) 1531-1532
Darin: Anlage 1: 25.9. 1438 (feria quinta post festum Mauritii) Kerstien de Wüllener und Hinrik van Welver verkaufen als Kirchleute zu Ludgeri dem Bernhard Vrandorpe, Küster an Ludgeri, und seiner Frau Grete ein Haus nebst vor Haus an der Königstraße gegenüber der Dechanei zu Ludgeri zwischen dem Hause des Ludwig van Dunnintorpe und dem Buckschen Gademen. Else thon Osthove hat den lebenslänglichen Nießbrauch des Hauses. Zeugen: Leivolt (?) Parlyn, Dechant an Ludgeri, Johan Warendorp und Johan Belholt. Anlage 2: 4.2. 1457 (feria tertia post purificationis Maria virg.) Vor dem Stadtrichter Johan van Lippe verkauft Grete, Witwe Küster Bernhard Vrandorpe das Haus, gelegen zwischen dem Hause des Johann Mertens und dem Buckschen Gadamen, dem Severin Hosteler. Zeugen: Johan Westorp und Stadtbote Johan von Freden. Anlage 3: 15.4. 1463 (feria sexta post Pasche) Vor dem Stadtrichter Bertold Bischopinck verkauft Severinus de underschriver das Haus an Hinrik tor Lippe, Küster an Ludgeri, und Frau Else. Zeugen: die Stadtdiener Lense (?) van Hagen und Hinrich Luder. Anlage 4: 20.11. 1498 (Dienstag nach Elisabeth) Vor dem Richter Herman Hoeffken und den Gerichtsschöffen Everhard Wytenhorst, Johan van der Lippe, Johan Volmer und Johan Somer in Werden verkaufen Gotfried Garthus aus Münster u.s. Frau Margarete, Bürger in Werden, dem Herman Engelhart, Probst an Ägidii zu Münster, eine Rente, die verschrieben ist aus dem Hause des + Kort tor Lippe in Münster gegenüber dem Ludgerikirchhof. Anlage 5: 8.5. 1431 (Saterdag nach Jubilate) Vor dem Stadtrichter Herman Schenckinck verzichten Johan Jonas und Frau Anna zugunsten der Klägerin auf alle Rechte an dem jeweiligen Haus, das zwischen den Häusern des Herman Buck und des Arnd van Ascheberg liegt. Zeugen: Egbert Cleivorn und Johan Dyckhoff. Anlage 6: 9.10. 1438 (feria secunda post Francisci confess.) Vor dem Offizial verkaufen Bernhard Vrandorp, Küster an Ludgeri, und Frau Grete den Domvikaren, vertreten durch die Domvikare Bernd Kremer und Johan van Bechem, eine Rente aus Ihrem Hause an der Königstraße. Bürge: Johan Wideman. Zeugen: Herman Drees und Albert Ridderinck. Anlage 7: 18.4. 1492 (feria quarta post palmarum) vor dem Stadtrichter Johan Bischopinck verkaufen Küster Hinrik tor Lippe und Frau Else dem Kapitel an Ludgeri eine Rente aus Ihrem Hause am Ludgerikirchhof zwischen Häusern des Gerwin Buck und des Herman Drehues. Zeugen: Herman Drehues und Gerichtsbote Herman Rotert Anlage 8: 22.12. 1526 (sabbato post Thome) Vor dem Stadtrichter Arndt Belholt überträgt Else Witwe Hinrich tor Lippe der Ludgerikirche ihr Haus. Provisorischen der Kirche sind Berndt van der Tinnen und Jabert Stoeve. Zeugen: Heinrich und Godeke Travelman, Aleff Niehues, Hinrik Moderson und Hinrik Hoese. Durch das von Bernt Bokeman gewiesene Urteil wird das Haus der Klägerin zugesprochen. Die Schenkung wird für nichtig erklärt, da die Schenkerin eine alte 'verjarde' Frau gewesen und ohne männlichen Beistand gehandelt habe. Die Beklagten legen Berufung ein.
Enthält: Diese gerieten nach der Behauptung der Klägerin in Geldnot. Um ihnen zu helfen, nahmen ihr Bruder und Schwager Kordt thor Lippe und s. Frau Agata vom Kloster Ägidii ein Darlehen auf und gaben ihnen das Geld, das sie zu verzinsen versprachen. Die Eheleute Hinrich thor Lippe verarmten. Infolgedessen mussten die Eheleute Kordt thor Lippe die Zinsen bezahlen; die Witwe Kordt thor Lippe zahlte schließlich das Darlehen an das Kloster zurück. Deswegen übertrugen die Eheleute Hinrich thor Lippe ihr Haus in Gegenwart des + Herman Dreihues und des Bäckers Rotger Rudde der Klägerin, der Tochter des Kordt thor Lippe. Die Witwe Hinrich thor Lippe blieb aber bis zu ihrem Tode in dem Hause wohnen. Die Klägerin stützt die Klage weiter darauf, dass sie die einzige Erbin des Hinrich thor Lippe sei, und dass Anna Jonas, Alleinerbin der Witwe Hinrich thor Lippe, ihr alle Rechte an dem Hause abgetreten habe. Endlich behauptet die Klägerin, ihre Eltern hätten die verstorbenen Kinder der Eheleute Hinrich thor Lippe (darunter Johan, der Observant in Hamm war) aufgezogen, hätten die Witwe Hinrich thor Lippe unterhalten und begraben, auch Schulden für sie bezahlt; deswegen gebühre ihr nach Recht und Billigkeit das Haus. Die Beklagten erwidern, dass die Witwe Hinrich thor Lippe der Kirche das Haus geschenkt habe; das Kirchspiel habe sie unterhalten, habe das Haus in Stand gesetzt, die Renten abgelöst etc. Die Klägerin entgegnet, die Witwe thor Lippe sei bei der Schenkung (1526) kurz vor ihrem Tode über 100 Jahre alt und nicht mehr geschäftsfähig gewesen; die Schenkung sei nichtig. Durch den Stadtrichter wurden als Zeugen vernommen: Anna, Frau Johan Jonas, Agatha thor Lippe, eine Frau Swichtenhövel, Johan Ossenbeck, Hinrik Hoesen und Bäcker Bernd Ralle. Durch den Rat in Münster wird 1531 vernommen der Ratsherr Aleff Niehues. Durch den Senior Otto Voss und das Domkapitel in Osnabrück wird 1532 vernommen der Domvikar Hinrik Kannengeiter, der früher in Münster war, 50 Jahre alt; bei der Vernehmung ist die Klägerin vertreten durch den Prokurator Herman Stakelbeck; Zeugen sind die Kirchendiener Johan Holscher und Johan Steinbicker; Gerichtsschreiber ist der Notar Jaspar Missinck. Erwähnt werden Johan Timmerman, Kaplan in Dortmund; die Domvikare Herman van Leden und Johan Ocke in Osnabrück; der + Friedrich Hoese, Gerdt Potthoff und Hinrich Roterman in Münster. Notar Heinrich Goeswin.
Enthält: Diese gerieten nach der Behauptung der Klägerin in Geldnot. Um ihnen zu helfen, nahmen ihr Bruder und Schwager Kordt thor Lippe und s. Frau Agata vom Kloster Ägidii ein Darlehen auf und gaben ihnen das Geld, das sie zu verzinsen versprachen. Die Eheleute Hinrich thor Lippe verarmten. Infolgedessen mussten die Eheleute Kordt thor Lippe die Zinsen bezahlen; die Witwe Kordt thor Lippe zahlte schließlich das Darlehen an das Kloster zurück. Deswegen übertrugen die Eheleute Hinrich thor Lippe ihr Haus in Gegenwart des + Herman Dreihues und des Bäckers Rotger Rudde der Klägerin, der Tochter des Kordt thor Lippe. Die Witwe Hinrich thor Lippe blieb aber bis zu ihrem Tode in dem Hause wohnen. Die Klägerin stützt die Klage weiter darauf, dass sie die einzige Erbin des Hinrich thor Lippe sei, und dass Anna Jonas, Alleinerbin der Witwe Hinrich thor Lippe, ihr alle Rechte an dem Hause abgetreten habe. Endlich behauptet die Klägerin, ihre Eltern hätten die verstorbenen Kinder der Eheleute Hinrich thor Lippe (darunter Johan, der Observant in Hamm war) aufgezogen, hätten die Witwe Hinrich thor Lippe unterhalten und begraben, auch Schulden für sie bezahlt; deswegen gebühre ihr nach Recht und Billigkeit das Haus. Die Beklagten erwidern, dass die Witwe Hinrich thor Lippe der Kirche das Haus geschenkt habe; das Kirchspiel habe sie unterhalten, habe das Haus in Stand gesetzt, die Renten abgelöst etc. Die Klägerin entgegnet, die Witwe thor Lippe sei bei der Schenkung (1526) kurz vor ihrem Tode über 100 Jahre alt und nicht mehr geschäftsfähig gewesen; die Schenkung sei nichtig. Durch den Stadtrichter wurden als Zeugen vernommen: Anna, Frau Johan Jonas, Agatha thor Lippe, eine Frau Swichtenhövel, Johan Ossenbeck, Hinrik Hoesen und Bäcker Bernd Ralle. Durch den Rat in Münster wird 1531 vernommen der Ratsherr Aleff Niehues. Durch den Senior Otto Voss und das Domkapitel in Osnabrück wird 1532 vernommen der Domvikar Hinrik Kannengeiter, der früher in Münster war, 50 Jahre alt; bei der Vernehmung ist die Klägerin vertreten durch den Prokurator Herman Stakelbeck; Zeugen sind die Kirchendiener Johan Holscher und Johan Steinbicker; Gerichtsschreiber ist der Notar Jaspar Missinck. Erwähnt werden Johan Timmerman, Kaplan in Dortmund; die Domvikare Herman van Leden und Johan Ocke in Osnabrück; der + Friedrich Hoese, Gerdt Potthoff und Hinrich Roterman in Münster. Notar Heinrich Goeswin.
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The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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09.01.2026, 12:03 PM CET