Appellationis Auseinandersetzungen um bauliche Veränderungen
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(1) 2268
Wismar N 14 (W N 1 n. 14)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 14. 1. Kläger N
(1707-1708) 24.01.1709-25.04.1709
Kläger: (2) Jürgen Nedder, Bürger zu Wismar (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Friedrich Brömse, Bürger und Mehlverkäufer zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Christoph Gröning (A & P), ab 22.02.1709: Dr. Joachim Evers (A & P)
Fallbeschreibung: Nach Bitten des Kl.s vom 24.01., 08. und 22.02. um Fristverlängerung zum Einreichen seiner Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil und erteilten Genehmigungen des Tribunals vom 29.01., 11. und 25.02. legt Kl. am 01.03. seinen Schriftsatz vor und erklärt, er habe auf seinem Grundstück einen Schweinekoben eingerichtet, Bekl. eine Wasserleitung, die durch den Hof und Garten des Kl.s geht, verlegt. Da das Wasser die Mauer seines Hauses angreift, fühlt Nedder sich dadurch beschwert und verstopft die Leitung. Das Ratsgericht erlegt ihm nach Klage von Brömse am 16.01. bei Strafe von 10 Rtlr auf, das Wasser ungehindert abfließen zu lassen. Am 21.03. urteilt das Ratsgericht, daß Nedder seinen Schweinekoben, Brömse die Wasserleitung behalten darf. Nedder verschließt die Wasserleitung trotzdem und ergreift restitutio in integrum gegen das Ratsgerichtsurteil, diese wird ihm jedoch abgeschlagen und die angedrohte Geldstrafe vollstreckt. Dagegen appelliert Kl. vor dem Tribunal, das am 22.03. vom Ratsgericht die Akten der Vorinstanz zur Einsicht anfordert und Bekl., der sich gegen die Appellation in einem undatierten Schriftsatz gewehrt hatte, verspricht, seine Einwände zu berücksichtigen. Am 12.04. gehen die Akten der Vorinstanz ein, am selben Tag erbittet Bekl. ihre Eröffnung, die das Tribunal am 13.04. auf denselben Tag ansetzt und am 23.04.1709 das Urteil der Vorinstanz bestätigt.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1707-1708 2. Ratsgericht 1708 3. Tribunal 1709
Prozessbeilagen: (7) von Notar Johannes Schade aufgenommene Appellationen vom 25.10. und 10.12.1708; Ratsgerichtsurteile vom 11.10.1707, 21.03., 17.10. und 03.12.1708; Ratsgerichtsprotokoll vom 05.09.1707; von Notar Johannes Schade aufgenommene Befragung der Zeugen Christian Runge und Ehefrau, Moritz Krumher und Peter Niebuhr vom 06.09.1707; von Notar Josias Matras aufgenommene Befragung der Zeugen Bastian Walter, Jochim Möller und Johann Tonnies vom 09.09.1707; von Notar Matras aufgenommene Protokolle der Befragung des Stadtkommandanten Reinhold Schmidt und des Bürgers David Mohr vom 10. und 11.09.1707
Beklagter: Friedrich Brömse, Bürger und Mehlverkäufer zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Christoph Gröning (A & P), ab 22.02.1709: Dr. Joachim Evers (A & P)
Fallbeschreibung: Nach Bitten des Kl.s vom 24.01., 08. und 22.02. um Fristverlängerung zum Einreichen seiner Beschwerden gegen ein Ratsgerichtsurteil und erteilten Genehmigungen des Tribunals vom 29.01., 11. und 25.02. legt Kl. am 01.03. seinen Schriftsatz vor und erklärt, er habe auf seinem Grundstück einen Schweinekoben eingerichtet, Bekl. eine Wasserleitung, die durch den Hof und Garten des Kl.s geht, verlegt. Da das Wasser die Mauer seines Hauses angreift, fühlt Nedder sich dadurch beschwert und verstopft die Leitung. Das Ratsgericht erlegt ihm nach Klage von Brömse am 16.01. bei Strafe von 10 Rtlr auf, das Wasser ungehindert abfließen zu lassen. Am 21.03. urteilt das Ratsgericht, daß Nedder seinen Schweinekoben, Brömse die Wasserleitung behalten darf. Nedder verschließt die Wasserleitung trotzdem und ergreift restitutio in integrum gegen das Ratsgerichtsurteil, diese wird ihm jedoch abgeschlagen und die angedrohte Geldstrafe vollstreckt. Dagegen appelliert Kl. vor dem Tribunal, das am 22.03. vom Ratsgericht die Akten der Vorinstanz zur Einsicht anfordert und Bekl., der sich gegen die Appellation in einem undatierten Schriftsatz gewehrt hatte, verspricht, seine Einwände zu berücksichtigen. Am 12.04. gehen die Akten der Vorinstanz ein, am selben Tag erbittet Bekl. ihre Eröffnung, die das Tribunal am 13.04. auf denselben Tag ansetzt und am 23.04.1709 das Urteil der Vorinstanz bestätigt.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1707-1708 2. Ratsgericht 1708 3. Tribunal 1709
Prozessbeilagen: (7) von Notar Johannes Schade aufgenommene Appellationen vom 25.10. und 10.12.1708; Ratsgerichtsurteile vom 11.10.1707, 21.03., 17.10. und 03.12.1708; Ratsgerichtsprotokoll vom 05.09.1707; von Notar Johannes Schade aufgenommene Befragung der Zeugen Christian Runge und Ehefrau, Moritz Krumher und Peter Niebuhr vom 06.09.1707; von Notar Josias Matras aufgenommene Befragung der Zeugen Bastian Walter, Jochim Möller und Johann Tonnies vom 09.09.1707; von Notar Matras aufgenommene Protokolle der Befragung des Stadtkommandanten Reinhold Schmidt und des Bürgers David Mohr vom 10. und 11.09.1707
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:29 AM CET