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Nachlass Schulte, Eduard, Dr. (Bestand)
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Stadtarchiv Münster (Archivtektonik) >> Nichtamtliches Archivgut >> Nachlässe natürlicher Personen, Familien- und Hofarchive >> Nachnamen Q - S
[1931-01-01/1967-12-31]
Laufzeit: 1931 - 1967 Umfang: 78 Verzeichnungseinheiten (1,2 lfm.) Zitierung: StdAMs, Nachlass Schulte, Nr. ... Lebensdaten: Dr. jur. Eduard Schulte (6.2.1886 Wattenscheid - 29.5.1977 Drensteinfurt-Rinkerode) hatte in Frei-burg, Kiel und Münster von 1904 bis 1908 Rechts- und Geschichtswissenschaften studiert, bevor er 1908 bis 1912 den Dienst als Gerichtsreferendar in Bigge, Bochum und Hoechst antrat. Während dieser Zeit war er bereits für die Historische Kommission von Westfalen tätig, deren Geschäftsführer er von 1929 bis 1933 parallel zur Leitung des Stadtarchivs wurde. 1912 trat er für kurze Zeit in den Dienst der Universitätsbibliothek Münster, wechselte aber bereits 1913 als Leiter zum Stadtarchiv, dem er bis 1945 vorstand. In der Zeit von 1929 bis 1933 war er vom Dienst beurlaubt, um einen Band der Reihe "Der Raum Westfalen" bearbeiten zu können. Nach seiner Rückkehr ins Stadtarchiv trat er der NSDAP bei, die ihn zum Gaufachberater der Partei für Archivwesen, Geschichte und Heimatkunde ernannte. 1934 wurde er Archivar des Gaues Westfalen-Nord; 1935 hatte er die Position des Gauhauptstellenleiters inne. 1938/39 bestimmte die juristische Auseinandersetzung mit seinem Mitarbeiter Ernst Hövel wegen persönlich-politischer Differenzen seinen Lebenslauf, die schließlich zur Suspendierung und Verhaftung Hövels führte. Im folgenden arbeitete Schulte an politisch-populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und Ausstellungen zur münsterischen Geschichte und zur Geschichte der Partei. Dies gipfelte 1940 in dem Vorhaben, eine Veröffentlichung und Ausstellung aus Anlaß des 300jährigen Jubiläums des Westfälischen Friedens 1948 vorzubereiten. Dafür wurde Schulte von 1940 bis 1945 als Leiter der Forschungsstelle "Westfälischer Friede" vom Archivdienst freigestellt. Gleichzeitig wurde er Geschäftsführer der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft. 1942 ließ er die Bestände des Stadtarchivs Münster nach Schloß Wöbbel bei Detmold auslagern, um sie vor Kriegsschäden zu schützen. Dort versuchte er gegen Kriegsende, die Spuren seiner propagandistischen Tätigkeit zu beseitigen. Schulte wurde 1945 aus städtischen Diensten entlassen, wurde für zwei Jahre interniert und mußte sich einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen. Später widmete er sich in seinen rechts-, landes- und familiengeschichtlichen Veröffentlichungen der Geschichte seiner Heimatstadt Wattenscheid und der münsterischen Geschichte. Darüber hinaus galt in der Nachkriegszeit sein besonderes Interesse dem Le-ben und Werk des Archäologen Karl Humann. Bestandsgeschichte: Erste Übergabe von 4 Aktenordnern betreffend die Ausstellung "1648" von 1940, 1 Ordner betreffend Theissing und 1 Ordner betreffend die Deutsch-Niederländische Gesellschaft durch Dr. Eduard Schulte Ende 1971. Eine weitere Übergabe von Fotos und Negativen zum Westfälischen Frieden (Fotos), politischen Geschehen 1933ff. (Fotos) sowie Glasdias und Filmen erfolgte am 29.08.1973 durch Dr. Eduard Schulte. Inhalt: Prozeß Schulte gegen Hövel (1948-1949); Disziplinarverfahren Hövel (1934-1939); Entnazifizie-rung Schulte (1947-1950); Materialsammlung zur Ausstellung "Ein Gang durch 11 Jahrhunderte Münsterscher Stadtgeschichte" (undatiert); Errichtung eines Parteiarchivs NSDAP (1934-1942); Loge "Johannes zu den drei Balken" und Freimaurermuseum (1935-1955); Ehrenbürgerbrief Alfred Rosenberg (1939); Auslagerung von städtischen Kunstwerken und Archivgut im Schloß Wöbbel (1942-1951); Paulus-Siegel (1934-1949); Manuskript "Münsterische Chronik zur Novemberrevolte" (1934-1936); Deutsch-Niederländische-Gesellschaft (1944-1967); Prozeß Theissing (1945-1951); Forschungsstelle "Westfälischer Frieden", 300-Jahr-Feier 1948 (1932-1948); Fotos zum Zeitgeschehen Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Ausstellung "Westfälischer Frieden" (1940); Zeitungsausschnitte betreffend Strafverfahren wegen Judenverfolgung, Entnazifizierungsprozesse, Prozeß Theissing, Dreißigjähriger Krieg (1932-1940), und Ausstellung "Westfälischer Frieden" (1940); Druckschriften (1912-1933). Literatur: Ditt, Karl, Kulturpolitik aus Opportunismus? Der Stadtarchivar Dr. Eduard Schulte in Münster 1933-1945, in: Kulturpolitik in Münster während der nationalsozialistischen Zeit, hrsg. v. Franz-Josef Ja-kobi und Thomas Sternberg, Münster 1990, S. 39-65. Verweise: Die Bestände des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchivs Münster. Kurzübersicht, erweiterte Neubearbeitung, 3. Auflage, Münster 1990, S. 354.
Vorwort: Zitierung:
StdAMs, Nachlass Schulte, Nr. ...
Lebensdaten:
Dr. jur. Eduard Schulte (6.2.1886 Wattenscheid - 29.5.1977 Drensteinfurt-Rinkerode) hatte in Freiburg, Kiel und Münster von 1904 bis 1908 Rechts- und Geschichtswissenschaften studiert, bevor er 1908 bis 1912 den Dienst als Gerichtsreferendar in Bigge, Bochum und Hoechst antrat. Während dieser Zeit war er bereits für die Historische Kommission von Westfalen tätig, deren Geschäftsführer er von 1929 bis 1933 parallel zur Leitung des Stadtarchivs wurde. 1912 trat er für kurze Zeit in den Dienst der Universitätsbibliothek Münster, wechselte aber bereits 1913 als Leiter zum Stadtarchiv, dem er bis 1945 vorstand. In der Zeit von 1929 bis 1933 war er vom Dienst beurlaubt, um einen Band der Reihe "Der Raum Westfalen" bearbeiten zu können. Nach seiner Rückkehr ins Stadtarchiv trat er der NSDAP bei, die ihn zum Gaufachberater der Partei für Archivwesen, Geschichte und Heimatkunde ernannte. 1934 wurde er Archivar des Gaues Westfalen-Nord; 1935 hatte er die Position des Gauhauptstellenleiters inne. 1938/39 bestimmte die juristische Auseinandersetzung mit seinem Mitarbeiter Ernst Hövel wegen persönlich-politischer Differenzen seinen Lebenslauf, die schließlich zur Suspendierung und Verhaftung Hövels führte. Im folgenden arbeitete Schulte an politisch-populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und Ausstellungen zur münsterischen Geschichte und zur Geschichte der Partei. Dies gipfelte 1940 in dem Vorhaben, eine Veröffentlichung und Ausstellung aus Anlaß des 300jährigen Jubiläums des Westfälischen Friedens 1948 vorzubereiten. Dafür wurde Schulte von 1940 bis 1945 als Leiter der Forschungsstelle "Westfälischer Friede" vom Archivdienst freigestellt. Gleichzeitig wurde er Geschäftsführer der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft. 1942 ließ er die Bestände des Stadtarchivs Münster nach Schloß Wöbbel bei Detmold auslagern, um sie vor Kriegsschäden zu schützen. Dort versuchte er gegen Kriegsende, die Spuren seiner propagandistischen Tätigkeit zu beseitigen. Schulte wurde 1945 aus städtischen Diensten entlassen, wurde für zwei Jahre interniert und mußte sich einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen. Später widmete er sich in seinen rechts-, landes- und familiengeschichtlichen Veröffentlichungen der Geschichte seiner Heimatstadt Wattenscheid und der münsterischen Geschichte. Darüber hinaus galt in der Nachkriegszeit sein besonderes Interesse dem Leben und Werk des Archäologen Karl Humann.
Bestandsgeschichte:
Erste Übergabe von 4 Aktenordnern betreffend die Ausstellung "1648" von 1940, 1 Ordner betreffend Theissing und 1 Ordner betreffend die Deutsch-Niederländische Gesellschaft durch Dr. Eduard Schulte Ende 1971. Eine weitere Übergabe von Fotos und Negativen zum Westfälischen Frieden (Fotos), politischen Geschehen 1933ff. (Fotos) sowie Glasdias und Filmen erfolgte am 29.08.1973 durch Dr. Eduard Schulte.
Inhalt:
Prozeß Schulte gegen Hövel (1948-1949); Disziplinarverfahren Hövel (1934-1939); Entnazifizierung Schulte (1947-1950); Materialsammlung zur Ausstellung "Ein Gang durch 11 Jahrhunderte Münsterscher Stadtgeschichte" (undatiert); Errichtung eines Parteiarchivs NSDAP (1934-1942); Loge "Johannes zu den drei Balken" und Freimaurermuseum (1935-1955); Ehrenbürgerbrief Alfred Rosenberg (1939); Auslagerung von städtischen Kunstwerken und Archivgut im Schloß Wöbbel (1942-1951); Paulus-Siegel (1934-1949); Manuskript "Münsterische Chronik zur Novemberrevolte" (1934-1936); Deutsch-Niederländische-Gesellschaft (1944-1967); Prozeß Theissing (1945-1951); Forschungsstelle "Westfälischer Frieden", 300-Jahr-Feier 1948 (1932-1948); Fotos zum Zeitgeschehen Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Ausstellung "Westfälischer Frieden" (1940); Zeitungsausschnitte betreffend Strafverfahren wegen Judenverfolgung, Entnazifizierungsprozesse, Prozeß Theissing, Dreißigjähriger Krieg (1932-1940), und Ausstellung "Westfälischer Frieden" (1940); Druckschriften (1912-1933).
Literatur:
Ditt, Karl, Kulturpolitik aus Opportunismus? Der Stadtarchivar Dr. Eduard Schulte in Münster 1933-1945, in: Kulturpolitik in Münster während der nationalsozialistischen Zeit, hrsg. v. Franz-Josef Jakobi und Thomas Sternberg, Münster 1990, S. 39-65.
Verweise:
Die Bestände des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchivs Münster. Kurzübersicht, erweiterte Neubearbeitung, 3. Auflage, Münster 1990, S. 354.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.