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NL (alph.): Haffner, Paul Leopold (Bestand)
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Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe, alphabetisch geordnet
1802 - 1954
Der Nachlass der Brüder Paul Leopold Haffner und Eugen Georg Haffner (1843-1918, Beigeordneter der Stadt Mainz) wurde vermutlich in den 1950er oder 1960er Jahren an das Stadtarchiv übergeben. Im Zugangsbuch des Stadtarchivs wurde die Abgabe nicht vermerkt. Für den Nachlass wurde ein provisorisches maschinenschriftliches Verzeichnis verfasst, das jedoch dem Ordnungszustand der Unterlagen spätestens ab den 1980er Jahren nicht mehr entsprach und zudem unvollständig war.
Zu einem nicht mehr nachvollziehbaren Zeitpunkt wurden die Unterlagen in zwei separate Nachlässe (Paul Haffner und Eugen Haffner) aufgeteilt.
Beim Nachlass Paul Leopold Haffners handelt es sich um eine Sammlung aus persönlichen und Familiendokumenten, Urkunden, Korrespondenz und Zeitungsartikeln bzw. Drucksachen. Die Unterlagen wurden im Rahmen der Neuverzeichnung komplett neu geordnet und auf der Grundlage dieser Neuordnung wurde eine dazu passende Klassifikation entworfen.
Alle Materialien, den Vater, den Bruder und weitere Familienmitglieder betreffend, wurden zu einer Akte "Familiendokumente des Vaters und des Bruders" zusammengefasst. Die Archivalien sind innerhalb der einzelnen Klassifikationsgruppen chronologisch geordnet, soweit dies möglich war. Der Bestand reicht zeitlich von 1802 (Schulzeugnisse des Vaters) bis zum Jahre 1954 (Zeitungsausschnitte über die Waggonfabrik der Gebrüder Gastell).
Besondere Erwähnung verdienen zwei handschriftliche Dokumente zweier berühmter Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Es ist dies zum einen ein handschriftliches Privileg von Papst Pius IX. ausgefertigt für Paul Leopold Haffner aus dem Jahre 1867 und zum anderen das handschriftliche Testament des Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler von 1869.
Interessant ist auch eine gerichtliche Vorladung für (u. a.) Paul Leopold Haffner und seinen Bruder Eugen Georg Haffner wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz von 1874 aus der Zeit des Kulturkampfes.
Mainz, Oktober 2008
Kirsten Kropp (Historikerin) und Ramona Weisenberger
Biografie Paul Leopold Haffners
Paul Leopold Haffner wurde am 21. Januar 1829 in Horb in Württemberg als Sohn des Oberamtsarztes Christian Heinrich Haffner und der Mutter Maria Luise (geb. Koch) geboren. Neben einem älteren und einem jüngeren Bruder (Eugen Georg Haffner, von 1898 bis 1913 Bürgermeisterei-Beigeordneter der Stadt Mainz) gehörten noch drei Schwestern zu seiner Familie. Der im 18. Jahrhundert sehr bedeutende Theologe und Leiter des Benediktiner-Stiftes St. Blasien Abt Martin Gerbert war ein Vorfahre Paul Leopold Haffners.
Bis zur Versetzung des Vaters von Horb nach Rottenburg im Jahre 1842 besuchte Paul Leopold Haffner die Lateinschule in Horb, danach bis zum Jahre 1843 die Lateinschule in Rottenburg. Es schloss sich daran der Besuch des Gymnasiums in Ellwangen an, das er 1847 mit Auszeichnung abschloss.
Es erfolgte darauf im November 1847 die Immatrikulation an der Universität Tübingen in den Fächern Philosophie und Theologie.
Im Herbst 1852 trat Paul Leopold Haffner in das Priesterseminar zu Rottenburg ein, wo er am 10. August 1852 die Priesterweihe empfing. Anschließend war er zwei Jahre als Vikar in der Pfarrseelsorge in Oberschwaben tätig, bis er im Januar 1854 zum Repetent am Wilhelmsstift der Tübinger Universität und damit auch zum Privatdozenten der Universität berufen wurde. Dort hielt er Vorlesungen im Fach Philosophie, in dem ihm am 8. August 1855 der Doktortitel verliehen wurde. Bereits im Oktober 1855 folgte Haffner dem Ruf Bischof Kettelers als Professor der Philosophie an das Bischöfliche Seminar in Mainz, in dem er u. a. mit bedeutenden Theologen wie Christoph Moufang, Johann B. Heinrich (Sohn des Mainzer Bürgermeisters J. B. Heinrich) und Johann J. Hirschel zusammenarbeitete.
Neben seiner Lehrtätigkeit war Haffner auch immer als Seelsorger und Beichtvater in Mainz und Umgebung tätig, engagierte sich in Mainzer Vereinen und dem sozialen und öffentlichen Leben der Stadt. Bekannt waren seine kritischen, aber auch amüsanten Reden zur Mainzer Fastnacht ebenso wie seine Vorträge und Reden z. B. auf den Generalversammlungen der Katholiken oder seine Artikel in der Katholischen Presse. Daneben verfasste er eine Vielzahl wissenschaftlicher Artikel und Abhandlungen zur Philosophie, u. a. die als Hauptwerk gedachte Einleitung in die Philosophie "Grundlinien der Philosophie als Aufgabe, Geschichte und Lehre".
Nach seinem Übertritt von der Rottenburger in die Mainzer Diozöse wurde Haffner 1865 vom Mainzer Domkapitel zum Dompräbendaten gewählt und 1866 von Bischof Ketteler zum Domkapitular und Mitglied des bischöflichen Ordinariats ernannt.
Ebenso betreute er bis 1872 als Superior den Orden der "Schwestern von der göttlichen Vorsehung".
Mit Beginn des Kulturkampfes wurde Haffner zum engagierten Kämpfer für die Kirchenfreiheit, die er in Aufsätzen und Artikeln, aber auch in Reden und Vorträgen bei Versammlungen verteidigte. Als im Jahre 1876 in Folge des Kulturkampfes das bischöfliche Priesterseminar in Mainz geschlossen wurde, übernahm Paul Leopold Haffner wieder verstärkt seelsorgerische Aufgaben in der Diozöse und geriet dabei auch mit den preußischen Gesetzen der Kulturkampfzeit in Konflikt. Er wurde danach zum Gründer und Mitbegründer katholischer Sammelbewegungen wie dem "Verein deutscher Katholiken" und der "Görres-Gesellschaft", die er 1876 ins Leben rief.
Mit der Beendigung des Kulturkampfes und den Friedensgesetzen wurde eine Neubesetzung des Mainzer Bischofssitzes, der seit dem Tod Kettelers im Jahre 1877 vakant gewesen war, wieder möglich. Im Frühjahr 1886 von Papst Pius IX. für dieses Amt ausgewählt, wurde Paul Leopold Haffner am 25. Juli 1886 zum Bischof von Mainz geweiht.
Bischof Haffner galt als volksnaher Bischof, der seine Arbeit neben dem Wiederaufbau der Pfarreien vor allem den sozialen und gesellschaftlichen Problemen widmete.
Am 2. November 1899 verstarb Bischof Paul Leopold Haffner in Mainz.
Ball, Thomas, Paul Leopold Haffner als Philosoph, Diss. o.D.
Marzi, Werner, Paul Leopold Haffner 1829-1899, Bischof von 1886-1899, in: regionalgeschichte.net, Internetportal für regionale und lokale Geschichte
Lenhart, Ludwig: Dr. Paul Leopold Haffner, in: Jahrbuch für das Bistum Mainz 8 (1959/60), S. 11-117
Form und Inhalt: Der Nachlass der Brüder Paul Leopold Haffner und Eugen Georg Haffner (1843-1918, Beigeordneter der Stadt Mainz) wurde vermutlich in den 1950er oder 1960er Jahren an das Stadtarchiv übergeben. Im Zugangsbuch des Stadtarchivs wurde die Abgabe nicht vermerkt. Für den Nachlass wurde ein provisorisches maschinenschriftliches Verzeichnis verfasst, das jedoch dem Ordnungszustand der Unterlagen spätestens ab den 1980er Jahren nicht mehr entsprach und zudem unvollständig war.
Zu einem nicht mehr nachvollziehbaren Zeitpunkt wurden die Unterlagen in zwei separate Nachlässe (Paul Haffner und Eugen Haffner) aufgeteilt.
Beim Nachlass Paul Leopold Haffners handelt es sich um eine Sammlung aus persönlichen und Familiendokumenten, Urkunden, Korrespondenz und Zeitungsartikeln bzw. Drucksachen. Die Unterlagen wurden im Rahmen der Neuverzeichnung komplett neu geordnet und auf der Grundlage dieser Neuordnung wurde eine dazu passende Klassifikation entworfen.
Alle Materialien, den Vater, den Bruder und weitere Familienmitglieder betreffend, wurden zu einer Akte "Familiendokumente des Vaters und des Bruders" zusammengefasst. Die Archivalien sind innerhalb der einzelnen Klassifikationsgruppen chronologisch geordnet, soweit dies möglich war. Der Bestand reicht zeitlich von 1802 (Schulzeugnisse des Vaters) bis zum Jahre 1954 (Zeitungsausschnitte über die Waggonfabrik der Gebrüder Gastell).
Besondere Erwähnung verdienen zwei handschriftliche Dokumente zweier berühmter Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Es ist dies zum einen ein handschriftliches Privileg von Papst Pius IX. ausgefertigt für Paul Leopold Haffner aus dem Jahre 1867 und zum anderen das handschriftliche Testament des Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler von 1869.
Interessant ist auch eine gerichtliche Vorladung für (u. a.) Paul Leopold Haffner und seinen Bruder Eugen Georg Haffner wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz von 1874 aus der Zeit des Kulturkampfes.
Mainz, Oktober 2008
Kirsten Kropp (Historikerin) und Ramona Weisenberger
Biografie Paul Leopold Haffners
Paul Leopold Haffner wurde am 21. Januar 1829 in Horb in Württemberg als Sohn des Oberamtsarztes Christian Heinrich Haffner und der Mutter Maria Luise (geb. Koch) geboren. Neben einem älteren und einem jüngeren Bruder (Eugen Georg Haffner, von 1898 bis 1913 Bürgermeisterei-Beigeordneter der Stadt Mainz) gehörten noch drei Schwestern zu seiner Familie. Der im 18. Jahrhundert sehr bedeutende Theologe und Leiter des Benediktiner-Stiftes St. Blasien Abt Martin Gerbert war ein Vorfahre Paul Leopold Haffners.
Bis zur Versetzung des Vaters von Horb nach Rottenburg im Jahre 1842 besuchte Paul Leopold Haffner die Lateinschule in Horb, danach bis zum Jahre 1843 die Lateinschule in Rottenburg. Es schloss sich daran der Besuch des Gymnasiums in Ellwangen an, das er 1847 mit Auszeichnung abschloss.
Es erfolgte darauf im November 1847 die Immatrikulation an der Universität Tübingen in den Fächern Philosophie und Theologie.
Im Herbst 1852 trat Paul Leopold Haffner in das Priesterseminar zu Rottenburg ein, wo er am 10. August 1852 die Priesterweihe empfing. Anschließend war er zwei Jahre als Vikar in der Pfarrseelsorge in Oberschwaben tätig, bis er im Januar 1854 zum Repetent am Wilhelmsstift der Tübinger Universität und damit auch zum Privatdozenten der Universität berufen wurde. Dort hielt er Vorlesungen im Fach Philosophie, in dem ihm am 8. August 1855 der Doktortitel verliehen wurde. Bereits im Oktober 1855 folgte Haffner dem Ruf Bischof Kettelers als Professor der Philosophie an das Bischöfliche Seminar in Mainz, in dem er u. a. mit bedeutenden Theologen wie Christoph Moufang, Johann B. Heinrich (Sohn des Mainzer Bürgermeisters J. B. Heinrich) und Johann J. Hirschel zusammenarbeitete.
Neben seiner Lehrtätigkeit war Haffner auch immer als Seelsorger und Beichtvater in Mainz und Umgebung tätig, engagierte sich in Mainzer Vereinen und dem sozialen und öffentlichen Leben der Stadt. Bekannt waren seine kritischen, aber auch amüsanten Reden zur Mainzer Fastnacht ebenso wie seine Vorträge und Reden z. B. auf den Generalversammlungen der Katholiken oder seine Artikel in der Katholischen Presse. Daneben verfasste er eine Vielzahl wissenschaftlicher Artikel und Abhandlungen zur Philosophie, u. a. die als Hauptwerk gedachte Einleitung in die Philosophie "Grundlinien der Philosophie als Aufgabe, Geschichte und Lehre".
Nach seinem Übertritt von der Rottenburger in die Mainzer Diozöse wurde Haffner 1865 vom Mainzer Domkapitel zum Dompräbendaten gewählt und 1866 von Bischof Ketteler zum Domkapitular und Mitglied des bischöflichen Ordinariats ernannt.
Ebenso betreute er bis 1872 als Superior den Orden der "Schwestern von der göttlichen Vorsehung".
Mit Beginn des Kulturkampfes wurde Haffner zum engagierten Kämpfer für die Kirchenfreiheit, die er in Aufsätzen und Artikeln, aber auch in Reden und Vorträgen bei Versammlungen verteidigte. Als im Jahre 1876 in Folge des Kulturkampfes das bischöfliche Priesterseminar in Mainz geschlossen wurde, übernahm Paul Leopold Haffner wieder verstärkt seelsorgerische Aufgaben in der Diozöse und geriet dabei auch mit den preußischen Gesetzen der Kulturkampfzeit in Konflikt. Er wurde danach zum Gründer und Mitbegründer katholischer Sammelbewegungen wie dem "Verein deutscher Katholiken" und der "Görres-Gesellschaft", die er 1876 ins Leben rief.
Mit der Beendigung des Kulturkampfes und den Friedensgesetzen wurde eine Neubesetzung des Mainzer Bischofssitzes, der seit dem Tod Kettelers im Jahre 1877 vakant gewesen war, wieder möglich. Im Frühjahr 1886 von Papst Pius IX. für dieses Amt ausgewählt, wurde Paul Leopold Haffner am 25. Juli 1886 zum Bischof von Mainz geweiht.
Bischof Haffner galt als volksnaher Bischof, der seine Arbeit neben dem Wiederaufbau der Pfarreien vor allem den sozialen und gesellschaftlichen Problemen widmete.
Am 2. November 1899 verstarb Bischof Paul Leopold Haffner in Mainz.
Ball, Thomas, Paul Leopold Haffner als Philosoph, Diss. o.D.
Marzi, Werner, Paul Leopold Haffner 1829-1899, Bischof von 1886-1899, in: regionalgeschichte.net, Internetportal für regionale und lokale Geschichte
Lenhart, Ludwig: Dr. Paul Leopold Haffner, in: Jahrbuch für das Bistum Mainz 8 (1959/60), S. 11-117
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.