Der Priester Konrad, Spitalmeister und Pfleger, der Priester Walter von Pfaffenhofen [a. d. Roth/Lkr. Neu-Ulm], sein Kaplan, und der Konvent des Heiliggeistspitals in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] haben sich gegenüber dem Ulmer Bürger Hermann Rot, Sohn Ottos des Alten Rot, verpflichtet, in ihrem Spital einen Jahrtag für seine dritte Ehefrau Jutta ("Gu/o/t") von Hall, die Tochter des Walter von Tullau ("Tulnowe") [Gde. Rosengarten/Lkr. Schwäbisch Hall], jedes Jahr am 24. Januar ("vf sant Pauls aubent alz er bechert wart") zu begehen. An diesem Tag soll man jedem Siechen in dem Spital 0,5 Maß Wein im Wert von 2 Heller, ein Weißbrot um 1 Heller und frisches Fleisch im Wert von 1 Heller geben. Der Spitalmeister und sein Kaplan erhalten jeder 18 Heller und der Schüler in dem Spital, der den Jahrtag der Priesterschaft in Ulm zu verkünden hat, 6 Heller. Nach dem Tod des Hermann Rot soll dieser Jahrtag auf seinen Todestag verlegt werden. Bei Säumnis fällt das Geld an das Franziskanerkloster ("den Barfu/o/zzen") in Ulm [abgegangen, Bereich westlicher Münsterplatz, Lagerbuch Nr. 150], wo der Jahrtag dann begangen und für das Geld Wein, Brot, Fisch und Fleisch für den Konventstisch gekauft werden soll. Zur Bestätigung übergeben ihnen die Aussteller die vorliegende Urkunde.