Konsistorium Birkenfeld (Bestand)
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1OB 030B
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 1OB Oberbehörden >> 1OB 030B Konsistorium Birkenfeld
Bestandsbeschreibung: Konsistorium Birkenfeld In der Folge des Wiener Kongresses wurde dem Großherzog von Oldenburg ein Distrikt von 20.000 Einwohnern im ehemaligen Saardepartement zugesprochen. Am 16. April 1817 nahm er dieses zwischen Hunsrück und Nahe gelegene Gebiet als Fürstentum Birkenfeld in Besitz. In diesem neuen Kleinstaat, der dem Großherzogtum Oldenburg nicht einverleibt, sondern lediglich in Personalunion regiert wurde, entstand ein eigenes Kirchenwesen, das allerdings erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts - etwa seit der Union von 1843 - als "Landeskirche" bezeichnet wurde. Diese Birkenfelder Landeskirche existierte bis 1934 und ging dann - drei Jahre bevor der oldenburgische Landesteil Birkenfeld im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 dem Land Preußen angegliedert wurde - als Kirchenkreis Birkenfeld an die Rheinische Provinzialkirche über. Vorgesetzte Behörde der evangelischen Kirchengemeinden des Fürstentums war nach 1817 zunächst der 2. Senat der Birkenfelder Regierung. Mit der Kirchenordnung vom 1. Dezember 1823 wurde der bisherige 2. Senat geteilt in ein evangelisches Konsistorium und eine katholische Kommission der Kirchen- und Schulleitung. Die Unionsurkunde vom 28. Mai 1843 bestätigte das Konsistorium als vom Großherzog eingesetzte alleinige staatliche Leitungsbehörde der evangelischen Kirche im Fürstentum Birkenfeld. Erst das Kirchenverfassungsgesetz vom 11. November 1875 schränkte seine Zuständigkeit insofern ein, als der Großherzog Gesetze auf dem Gebiet des evangelischen Kirchenwesens nur noch in Übereinstimmung mit der Landessynode erlassen konnte. Nach der Abdankung des Großherzogs am 11. November 1918 blieb das Konsistorium bestehen, war aber nunmehr ausführendes Organ des Synodalausschusses, der die kirchenleitenden Befugnisse des Großherzogs übernommen hatte. Am 12. Oktober 1920 gab sich die evangelische Kirche des nunmehrigen Landesteils Birkenfeld eine neue Verfassung, in der das Konsistorium als Leitungs-, Aufsichts- und Verwaltungsorgan der Landeskirche unter Vorsitz eines von der gesamten Pfarrerschaft gewählten Kirchenrats fungierte. Trotz der Trennung von Kirche und Staat seit 1918 wurden die Kanzleigeschäfte der Birkenfelder Landeskirche bis 1924 noch von der Regierung geführt. Durch Gesetz vom 12. Dezember 1933 wurde der Anschluss der Birkenfelder Landeskirche an die Rheinische Provinzialkirche geregelt. Ein entsprechender Vertrag vom 2. Juli 1934 trat rückwirkend zum 1. Januar 1934 in Kraft. Das Konsistorium war damit aufgelöst. Der Bestand bietet Einblicke in das gesamte Spektrum kirchlichen Lebens im 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, insbesondere in den Bereichen Visitation, Schulwesen und Vermögensverwaltung. Die Vermögensverwaltungsakten reichen teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Spezialia der einzelnen Kirchengemeinden machen etwas weniger als die Hälfte des Bestandes aus. Inhalt: I. Synodalwesen 1834-1933; II. Staats- und Kirchenverfassung und -verwaltung 1817-1935, Nachtrag 1818-1950; III. Kirchenbeamte und Kirchengemeindeverwaltung 1817-1939; IV. Innerkirchliche Angelegenheiten, liturgische Angelegenheiten 1817-1933; V: Katechismen und Schulbücher, Gesangbücher 1819-1933; VI. Kirchenvisitationen, Kandidatenprüfungen, Schulwesen, Religionsunterricht 1817-1933; VII. Mission, Sozial- und Kulturarbeit, Kollektenwesen 1843-1934; VIII. Kirchliche Vermögensverwaltung 1592-1939, Nachtrag 1818-1949; IX. Statistik 1841-1934, Nachtrag 1855-1950; X. Spezialakten der Kirchengemeinden: Achtelsbach 1821-1933, Bergen (1661) 1817-1933, Birkenfeld 1705-1933, Fischbach 1727, 1814-1933, Herrstein 1817-1933, Idar 1818-1933, Leisel 1819-1934, Niederbrombach 1705-1933, Niederwörresbach 1818-1933, Nohen 1782-1792, 1817-1933, Nohfelden 1767, 1817-1933, Oberstein 1817-1933, Sötern 1725-1784, 1818-1933, Wickenrodt 1721-1933, Wolfersweiler 1643-1791, 1818-1933; XI. Birkenfelder Landeskirche und DEK 1768-1934; XII. Weltliches Verfassungs- und Verwaltungsschrifttum, Zeitungen 1793-1930; XIII. Nachtrag Varia 1817-1949. Literatur: Freimut Heiderich, Geschichte der evangelischen Kirche im oldenburgischen Fürstentum und Landesteil Birkenfeld (Schriften des Archivs der EKiR 19), Birkenfeld und Düsseldorf 1998. Ergänzende Archivbestände: 3MB 012B (Kirchenkreis Birkenfeld). Niedersächsisches Staatsarchiv in Oldenburg: Best. 32-10 (Kabinettsregistratur Birkenfeld 1817-1856), Abt. 7 (Konsistorialsachen); Best. 32-17 (Kabinettsregistratur Birkenfeld 1857-1868), Abt, IV.A. (Evangelische Kirchensachen); Best. 134 (Ministerium der Kirchen und Schulen). LHA Koblenz: Bestand 393 (Regierung Birkenfeld), Abteilung XV (Kirchenangelegenheiten).
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET