Äbtissin Anna von Senden, Priorin und sämtliche Jungfern zu Wormeln an die „Verordneten zum Dringenberg“. Sie beziehen sich auf die von Lippold von Canstein und dessen Vogt verübten Gewalttätigkeiten und darauf, dass dieser mehrmals angekündigt hatte, auf einem Verhörtag zu erscheinen, zuletzt auf dem in Lippspringe unter der Eiche angesetzten, aber niemals erschienen sei. Sie seien weiterhin daran interessiert und jederzeit dazu bereit, zu einem solchen Verhörtag zu kommen, wie sie ja „um die Besichtigung und Verhörung alle Male zum Fleißigsten gebeten“ hätten. Ein solcher „Wille“ sei bei dem von Canstein „noch nie“ zu erkennen gewesen. Vielmehr habe er die Meier des Klosters ihres Korns beraubt und trachte danach, das Kloster um sein „Eigentum und erbliche Gerechtigkeit zu bringen“. Canstein habe nämlich seinen Vogt „in diesen Herbsttagen“ die Ländereien, von denen „unsern Meiern die Früchte entführt sind“, düngen lassen und damit das Kloster davon verdrängen wollen. Sie bitten inständig, ihnen zu helfen, damit das Gestohlene zurückgegeben und sie in ihrem Besitz bestätigt würden. Sollten die landesherrlichen Räte bei von Canstein, „dem Spolianten und Molestanten“, kein Gehör finden, so bitten sie diese, die Sache vor den Landesherrn zu bringen. Am Sonnabend in Communibus.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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