Abteilung Leicht-, Lebensmittel- und bezirksgeleitete Industrie im ZK der SED
Vollständigen Titel anzeigen
Gliederung
BArch DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Funktionen der Leicht-, Lebensmittel- und örtlich geleiteten Industrie nahmen in den frühen 1950er Jahren die Abteilung Wirtschaftspolitik und nach ihrer Auflösung im November 1951 die Abteilung Handel, Versorgung und Leichtindustrie (mit dem Sektor Leichtindustrie und dem Sektor Lebensmittelindustrie, gegründet am 11. November 1952 sowie die Abteilung Planung und Finanzen (mit dem Sektor Örtliche Industrie und Handwerk) wahr. Im März 1955 wurde im Zuge der Umsetzung von "Maßnahmen zur Straffung der Parteiarbeit" die Zuständigkeiten der beiden wirtschaftspolitischen Abteilungen neu definiert. Die bereits genannten Bereiche wurden aus der Abteilung Handel, Versorgung und der Abteilung Planung und Finanzen herausgelöst und einer neuen Abteilung Leicht-, Lebensmittel- und örtlich geleitete Industrie zugeordnet. Anfang des Jahres 1957 erfolgte eine weitere, generelle Umstrukturierung des Apparates des Zentralkomitees (ZK). Die Aufgaben der strukturbestimmenden wirtschaftspolitischen Fachabteilungen wurden in einer "Superabteilung" Industrie (Abteilungsleiter Ernst Lungwitz) zusammengefasst. Funktionen der Leicht- und Lebensmittelindustrie übernahm der Sektor Allgemeine Industrie der Abteilung. Nach nur wenigen Monaten kehrte das ZK im Jahre 1958 wieder zu ihrer ursprünglichen Organisation zurück, jedoch ohne feststellbaren zentralen Beschluss. Die Abteilung nannte sich nun Leicht- und Lebensmittelindustrie. Die bisherigen relativ häufigen Maßnahmen zur Umstrukturierung in der Ära Walter Ulbrichts fanden schließlich Mitte der 1960er Jahre ihren Abschluss. Im Juli 1959 wurde der Sektor Örtliche Industrie aufgelöst, ehe er im März 1966 als gesonderter Sektor Örtliche Industrie und Handwerk wieder neu gebildet wurde. Aufgaben der örtlichen Wirtschaft übernahmen zwischenzeitlich Instrukteure der Abteilung und ab Januar 1965 die Arbeitsgruppe Bezirkswirtschaftsräte beim ZK. Ab 1966 hieß die Abteilung bis Herbst 1989 nun Leicht-, Lebensmittel- und bezirksgeleitete Industrie ZK. Sie untergliederte sich ohne wesentliche Veränderungen in die Bereiche Textil, Bekleidung und Leder, Glas- und Keramikindustrie (bis Anfang der 1970er Jahre Sektor Leichtindustrie), Bezirksgeleitete Industrie, Lebensmittelindustrie. Ihre Abteilungsleiter waren Paul Sonnenburg (1955-1961), Gerhard Briksa (1961-1972), Hans-Joachim Rüscher (1972-1986) und Manfred Voigt (1986-1989). Sie unterstand den Sekretären des ZK Gerhart Ziller (1953-1957), Erich Apel (1958-1962, bis zu seiner Mitgliedschaft in den höchsten SED-Gremien wurden Interessen der Abteilung Leicht- und Lebensmittelindustrie in der Parteiführung zunächst nur von Heinrich Rau und Bruno Leuschner vertreten), Günter Mittag (1962-1973, 1976-1989), Werner Krolikowski (1973-1976) und Wolfgang Rauchfuß (Okt./Nov. 1989). Die Abteilung Leicht-, Lebensmittel- und bezirksgeleitete Industrie war für Kernbereiche der zentralgeleiteten Konsumgüterindustrie sowie für Industrie- und Dienstleistungseinheiten, die dezentral über die jeweiligen Räte der Bezirke, Kreise, Städte und Gemeinden, einschließlich des privaten und genossenschaftlichen Handwerks- und Gewerbewesen, angeleitet wurden, zuständig. Sie trug in ihrem Fachbereich Verantwortung für die politische Anleitung und Kontrolle bei der Umsetzung der Beschlüsse der SED und der Regierung der DDR. Ihr waren auf dem zentralen staatlichen Sektor das Ministerium für Leichtindustrie, das Ministerium für Glas- und Keramikindustrie und das Ministerium für Bezirksgeleitete Industrie und Lebensmittelindustrie, innerparteilich die Abteilungen Wirtschaft der Bezirks- und Kreisleitungen der SED untergeordnet. 27 lfm (teilweise Filme), 1953-1989
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 11:46 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Bundesarchiv (Archivtektonik)
- Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) (Tektonik)
- Politische Parteien und Gruppierungen (Tektonik)
- Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (Bestand)
- Abteilung Leicht-, Lebensmittel- und bezirksgeleitete Industrie im ZK der SED (Gliederung)