Amt Schieder (Bestand)
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L 108 Schieder
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.1. Land Lippe (bis 1947) >> 1.1.2. Verwaltung, Justiz >> 1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung >> 1.1.2.2.5. Ämter
1699-1884
Landes- und Hoheitssachen 1699-1879 (26); Amtsverwaltung 1789-1879 (38); Bevölkerung, Juden 1783-1879 (60); Kirche und Schule 1820-1879 (31); Landwirtschaft, Jagd, Ablösungen 1769-1880 (351); Steuern, Kataster, Grundstücksverkäufe 1740-1881 (774); Wirtschaft, Hypotheken 1795-1884 (29); Verkehr, Bauwesen 1790-1881 (77); Prozesse 1791-1878 (30).
Bestandsgeschichte: Erst allmähliche Abgrenzung der einzelnen Amtsbezirke gegeneinander; innere Organisation der Ämter als untere Instanz der landesherrlichen Verwaltung mit Zuständigkeit für Verwaltungs- und Justizaufgaben zurückgehend auf eine Verordnung des Grafen Simon V. vom 29. September 1535; mit der Trennung von Justiz und Verwaltung 1879 Ablösung der Ämter durch die Verwaltungsämter bzw. die Amtsgerichte (vgl. L 109 und D 23). - 1621 Schieder als Paragialamt an die Nebenlinie Lippe-Brake; 1709/48 als Paragialamt an das Haus Schaumburg-Lippe; 1789 an das regierende Haus in Detmold zurückgefallen (vgl. L 95 I) 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: 1350 wurde das Gebiet um Schieder durch die Edelherren zur Lippe von den Grafen von Schwalenberg erworben, blieb aber unabhängig von der Verwaltung der Samtherrschaft Schwalenberg. Die Ausbildung zum Amt ist zu Beginn des 16. Jahrhunderts abgeschlossen. 1557 bis 1583 gehörte Schieder mit zum Besitz der Pyrmonter Nebenlinie des Hauses Lippe. 1621 wurde es Paragialbesitz der Linie Lippe-Brake, von der es im 18. Jahrhundert dann an die Grafen von Schaumburg-Lippe wieder als Paragialbesitz gelangte. 1789 fiel es dann endgültig an die regierende Linie zu Detmold zurück. Die Organisation des Amtes, das in der Braker und Bückeburger Zeit wiederholt gemeinsam mit Blomberg verwaltet worden war, entsprach im 19. Jahrhundert der üblichen Ämterverfassung in Lippe, die keine völlige Trennung von Justiz und Verwaltung kannte. Diese Trennung wurde erst 1879 durchgeführt, als das Amt Schieder im Verwaltungsamt Blomberg (Bestand L 109 Blomberg) aufging und die Justizverwaltung dem Amtsgericht in Blomberg übertragen wurde.
Die Aktenüberlieferung dokumentiert vorwiegend das 19. Jahrhundert. Die Systematik der alten Amtsregistratur wurde nach Möglichkeit gewahrt.
Zur Geschichte des Amtes sind folgende Archivbestände heranzuziehen: L 31 (Stadt und Amt Blomberg), L 77 A (Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung), L 95 I (Paragialämter Blomberg und Schieder).
Es ist zu zitieren: L 108 Blomberg Nr. ...
Detmold, Juli 1977
gez. Sagebiel
Ergänzungen aus dem Findbuch L 101 C I (Lippische Salbücher):
B. 15. Amt Schieder
1620-1709 Paragialamt der Nebenlinie Lippe-Brake, 1709-1737 zur Grafschaft Lippe-Detmold, 1737-1789 zur Grafschaft Schaumburg-Lippe und 1789 wieder zurück an Lippe-Detmold. - Bis 1789 einzige Bauerschaft: die sogenannte "Winterbergische Bauerschaft" mit den Siedlungen Schieder, Eschenbruch, Hiddensen und Klus (Salbücher siehe unter B. 12. Amt Barntrup). 1789 Teilung: Bauerschaft Schieder zurück an Lippe-Detmold, Bauerschaft Eschenbruch (Klus und Hiddensen) zum weiterhin schaumburg-lippischen Amt Blomberg (siehe B. 14.). - 1789 Bildung eines neuen Amtes Schieder mit den von Schaumburg-Lippe an Lippe-Detmold abgetretenen Bauerschaften des Amtes Blomberg: Belle, Siebenhöfen, Tintrup, Wellentrup und Wöbbel.
Bestandsgeschichte: Erst allmähliche Abgrenzung der einzelnen Amtsbezirke gegeneinander; innere Organisation der Ämter als untere Instanz der landesherrlichen Verwaltung mit Zuständigkeit für Verwaltungs- und Justizaufgaben zurückgehend auf eine Verordnung des Grafen Simon V. vom 29. September 1535; mit der Trennung von Justiz und Verwaltung 1879 Ablösung der Ämter durch die Verwaltungsämter bzw. die Amtsgerichte (vgl. L 109 und D 23). - 1621 Schieder als Paragialamt an die Nebenlinie Lippe-Brake; 1709/48 als Paragialamt an das Haus Schaumburg-Lippe; 1789 an das regierende Haus in Detmold zurückgefallen (vgl. L 95 I) 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: 1350 wurde das Gebiet um Schieder durch die Edelherren zur Lippe von den Grafen von Schwalenberg erworben, blieb aber unabhängig von der Verwaltung der Samtherrschaft Schwalenberg. Die Ausbildung zum Amt ist zu Beginn des 16. Jahrhunderts abgeschlossen. 1557 bis 1583 gehörte Schieder mit zum Besitz der Pyrmonter Nebenlinie des Hauses Lippe. 1621 wurde es Paragialbesitz der Linie Lippe-Brake, von der es im 18. Jahrhundert dann an die Grafen von Schaumburg-Lippe wieder als Paragialbesitz gelangte. 1789 fiel es dann endgültig an die regierende Linie zu Detmold zurück. Die Organisation des Amtes, das in der Braker und Bückeburger Zeit wiederholt gemeinsam mit Blomberg verwaltet worden war, entsprach im 19. Jahrhundert der üblichen Ämterverfassung in Lippe, die keine völlige Trennung von Justiz und Verwaltung kannte. Diese Trennung wurde erst 1879 durchgeführt, als das Amt Schieder im Verwaltungsamt Blomberg (Bestand L 109 Blomberg) aufging und die Justizverwaltung dem Amtsgericht in Blomberg übertragen wurde.
Die Aktenüberlieferung dokumentiert vorwiegend das 19. Jahrhundert. Die Systematik der alten Amtsregistratur wurde nach Möglichkeit gewahrt.
Zur Geschichte des Amtes sind folgende Archivbestände heranzuziehen: L 31 (Stadt und Amt Blomberg), L 77 A (Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung), L 95 I (Paragialämter Blomberg und Schieder).
Es ist zu zitieren: L 108 Blomberg Nr. ...
Detmold, Juli 1977
gez. Sagebiel
Ergänzungen aus dem Findbuch L 101 C I (Lippische Salbücher):
B. 15. Amt Schieder
1620-1709 Paragialamt der Nebenlinie Lippe-Brake, 1709-1737 zur Grafschaft Lippe-Detmold, 1737-1789 zur Grafschaft Schaumburg-Lippe und 1789 wieder zurück an Lippe-Detmold. - Bis 1789 einzige Bauerschaft: die sogenannte "Winterbergische Bauerschaft" mit den Siedlungen Schieder, Eschenbruch, Hiddensen und Klus (Salbücher siehe unter B. 12. Amt Barntrup). 1789 Teilung: Bauerschaft Schieder zurück an Lippe-Detmold, Bauerschaft Eschenbruch (Klus und Hiddensen) zum weiterhin schaumburg-lippischen Amt Blomberg (siehe B. 14.). - 1789 Bildung eines neuen Amtes Schieder mit den von Schaumburg-Lippe an Lippe-Detmold abgetretenen Bauerschaften des Amtes Blomberg: Belle, Siebenhöfen, Tintrup, Wellentrup und Wöbbel.
93 Kartons = 1416 Archivbände 1699-1884. - Findbuch: L 108 Schieder.
Bestand
German
Kittel, Erich / Stöwer, Herbert / Sundergeld, Karl, Die älteren lippischen Landesgesetze und Ordnungen, in: Lippische Mitteilungen, 26 (1957), S. 48-78; Stöwer, Herbert, Die lippische Kommunalverfassung, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe Nr. 8, Juli 1976, S. 3-14; Klein, Thomas / Hubatsch, Walter (Hg.), Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band 16, Marburg 1981, S. 207ff.; Jeserich, Kurt G. A. / Pohl, Hans / Unruh, Georg-Christoph von (Hg.), Deutsche Verwaltungsgeschichte, Band 1-6, Stuttgart 1983-1988, Band 2, S. 757; Schmidt, Walter, Schieder. Die Geschichte eines lippischen Dofes, Schieder 1964.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
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