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Balthasar [von Dernbach], Abt von Fulda, bekundet mit dieser
Urkunde [patendt schreiben] gegenüber allen Pröpsten, Dekanen,
Mitgliedern des Konven...
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1601-1610
1603 Februar 23
Ausfertigung, Papier, aufgedrücktes Papiersiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Datum in unser stadt Fulda den 23ten Februarii anno 1603
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Balthasar [von Dernbach], Abt von Fulda, bekundet mit dieser Urkunde [patendt schreiben] gegenüber allen Pröpsten, Dekanen, Mitgliedern des Konvents und Klosters Fulda, dessen Pfarrherren, Seelsorgern, Vikaren, Kaplänen sowie den Dienern (lackain) des Klosters, darunter Schultheißen, Vögte, Zentgrafen und Kirchpfleger, dass er die beiden Jesuiten (der Societet Jesu pristern) Doktor Johann Ernestus (Joanni Ernesto) und Pater Johann Fladius (Joanni Fladio) damit beauftragt hat, die Kirchen und Gotteshäuser in Fulda zu visitieren. Insbesondere sollen sie die Kirchenzucht und die Einhaltung gottgefälliger Gebräuche, Gewohnheiten und Sitten überprüfen. Sie erhalten darüber hinaus die ausdrückliche Erlaubnis, den niederen Klerus zu überprüfen; das betrifft besonders dessen religiöses Leben, allgemeinen Lebenswandel, die rechtmäßige Spendung der Sakramente sowie die Einhaltung des Keuschheitsgebots. Daher sollen sie gegenebenfalls entsprechende Untersuchungen einleiten und daneben entsprechende Anweisungen des Abtes, die sich auf den religiösen Lebenswandel des Klerus in Fulda beziehen, öffentlich verkünden. Alle Angehörigen des Klosters Fulda werden aufgefordert, den Jesuiten in diesen Dingen dienstbar und hilfreich zur Seite zu stehen. Ausstellungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: 1. Seite, 2. Seite, Rückseite; Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Abt Balthasar
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.