Die Ulmer Bürgerin Barbara Schleicher, Witwe des Heinrich Heinzel, bekennt, dass ihr Ehemann in seinem letzten Willen bestimmt hat, dass sie nach seinem Tod dem Bettelsäckel der Stadt Ulm und seinen Pflegern einen jährlichen Zins von 20 rheinischen Gulden oder dafür 400 Gulden Kapital übergeben soll. In Erfüllung dieser Bestimmung hat sie dem Bettelsäckel bereits einen jährlichen Zins von 10 rheinischen Gulden übertragen. Dieser gefällt von ihrem Haus und der zugehörigen Hofstatt in Ulm zwischen den Häusern des Metzgers Markus Baier und der Erben des Jodok ("Jos") Stamler. Zusätzlich dazu übergibt sie nun den Pflegern des Bettelsäckels, den Ulmer Ratsherren Georg Günzburger und Christian Aigenmann, mit Zustimmung des Ulmer Richters Daniel Schleicher sowie ihres Schwiegersohnes Kaspar Rembolt, beide Ratsherren zu Ulm und ihre Träger, weitere 10 rheinische Gulden jährlichen Zinses. Davon gefallen 5 Gulden von Haus und Hofstatt des Ulmer Bürgers Konrad Seiz in der Herdbruckerstraße zwischen den Häusern des Johann Beck genannt Zimmermann und des Kaspar Nägelin. Diesen Zins hat sie am 26. Mai ("vff freytag nach Corporis Christi") 1497 von Konrad Seiz erworben. Die übrigen 5 Gulden gefallen von Haus, Hofstatt und Stadel der Witwe des Otto Härtlin Anna in Ulm in der Vögelinsgasse [heute Teil der Hahnengasse] zwischen den beiden anderen Häusern der Witwe. Dieser Zins wurde am 18. Juni ("vff freitag nach sannt Vits tag") 1490 erworben. Alle diese Zinsen können wieder abgelöst werden. Geschieht dies, dann sollen die Pfleger des Bettelsäckels den Erlös in neuen Einkünften für diesen anlegen.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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