6.1.2. Bibliotheken, Archive, Museen
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Gliederung
AA 0633 Roerdepartement, Präfektur (AA 0633)
Roerdepartement, Präfektur (AA 0633) >> 6. Vierte Division: Bureau particulier >> 6.1. Öffentliches Bildungswesen
Die vorliegende Aktengruppe enthält, neben zahlreichen Buchprospekten, Material zur Geschichte der Bibliotheken und Archive der aufgehobenen Stifter und Klöster des Roerdepartements. Nachdem der Präfekt Simon durch Beschluß vom 24 pluviöse an IX (13. Febraur 1801) zur Verhütung von Entfremdungen die Versiegelung der Klosterbibliotheken und - archivs angeordnet hatte, wurde der zweite Bibliothekar der Zentralschule in Köln, Johann Bernhard Konstantin von Schönebeck, als commisaire special am 21 germinal an IX (l 1. April 1801) damit beauftragt, in den Bibliotheken und Archiven die aufbewahrenswerten Handschriften, Druckwerke und Kunstgegenstände festzustellen und Verzeichnisse darüber anzufertigen. Sie liegen vor in Roerdepartement Nr. 2738 I. Aus den ausgewählten Büchern und Handschriften sollte eine Departementalbibliothek gebildet werden. Der geplante Transport nach Köln wurde jedoch nicht durchgeführt, lediglich die in der Abtei Mönchengladbach ausgewählten Bücher und Handschriften wurden nach Köln gebracht. Am 29 germinal an IX (19. April 1801) ordnete der Präfekt die Überführung der Bibliotheken der stadtkölnischen Stifter und Klöster in das Kollegium der Exjesuiten, den Sitz der Zentralschule, an. Auch sie sollten in die Departementalbibliothek übernommen werden. So befanden sich im Exjesuitenkolleg einerseits die Bibliothek der Zentralschule, die aus den Beständen der aufgelösten Kölner Gymnasien gebildet worden war, andererseits der Grundstock der Departementalbibliothek, die von den Bibliothekaren der Zentralschule mit verwaltet wurden. Nach Aufhebung der Zentralschule ging die Verwaltung beider Bibliotheksteile an das Verwaltungsbüro der beiden Kölner Sekundärschulen über. Die Bibliotheken und Archive der übrigen Stifter und Klöster blieben bis zur Aufhebung versiegelt. Sie gingen in den Besitz der Domänenverwaltung über, die sie zunächst an Ort und Stelle beließ, später verkaufte oder unentgeltlich, insbesondere an die zuständigen Pfarreien, abgab. Der französische Benediktiner Jean-Baptiste Maugerard erhielt im Sommer 1802 den Auftrag, aus den Archiven und Bibliotheken des Roerdepartements die kostbarsten Urkunden, Handschriften und Buchausgaben für die Nationalbibliothek in Paris auszuwählen. Auch rheinische Kunstwerke und Glasfenster sollten nach Paris gebracht werden. Der Präfekt war angewiesen, ihm alle erdenkliche Hilfe zuteil werden zu lassen. Die vorliegenden Akten lassen Spuren seiner Tätigkeit erkennen. Sie enthalten u.a. eine Liste der von ihm aus den Klosterbibliotheken und der Bibliothek der Zentralschule in Köln ausgewählten Bücher sowie ein Verzeichnis der Altertümer in Schloß Kleve (vgl. Roerdepartement Nr. 2739). Ein Teil der nach Paris gebrachten Schätze wurde nach dem Wiener Frieden 1815 wieder zurückgegeben. Literatur: Wilhelm Classen, Beiträge zur Geschichte der Klosterbibliotheken und -archive am linken Niederrhein zur Zeit der französischen Herrschaft (1794 ff.), insbesondere zur Entstehung der Kölner Gymnasialbibliothek und der Spaenschen Sammlung, in: Düsseldorfer Jahrbuch 39 (1937) S. 227 - 286; Bernhard Vollmer, Die Entführung niederrheinischen Archiv- , Bibliotheks- und Kunstguts durch den französischen Kommissar Maugerard, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 131 (1937) S. 120 - 132.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:15 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
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- 1.5.1. Linksrheinische Gebiete (Tektonik)
- 1.5.1.2. Roerdepartement (Tektonik)
- Roerdepartement AA 0633 (Tektonik)
- Roerdepartement, Präfektur (AA 0633) (Bestand)
- 6. Vierte Division: Bureau particulier (Gliederung)
- 6.1. Öffentliches Bildungswesen (Gliederung)
- 6.1.2. Bibliotheken, Archive, Museen (Gliederung)