Parteien, Verbände, Vereine, Stiftungen: Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V. (Bestand)
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N 21
Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Archivtektonik) >> Gliederung >> Parteien, Verbände, Vereine, Stiftungen
1971-1998
Enthält: Der Bestand umfasst Unterlagen zur Vereinsgeschichte und Vereinstätigkeit, Zeitungsausschnittsammlungen zur Grube Messel, Korrespondenz zwischen Mitgliedern der BI und deren Prozessvertretern, Flugblätter und Publikationen (hauptsächlich Kopien) sowie in gebundenen Gutachten enthaltene Karten und Pläne, eine Spendenbox und Materialsammlungen zu den Hauptbetätigungsfeldern der BI.
Der Bestand besteht aus den Sammlungen der BI-Vorstandsmitglieder Willy Mößle, Karl Wenchel und Georg Beck, größtenteils ließ sich die jeweilige Provenienz nicht mehr eindeutig feststellen.
Bestandsgeschichte: Im Zuge der Auflösung der Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V. (BI) wurde am 30. Dezember 1997 durch die Hauptversammlung beschlossen, die im Laufe der Jahre im Zusammenhang mit der Tätigkeit für die BI entstandenen Unterlagen einzelner Vorstandsmitglieder dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt zu übergeben. Ansprechpartner der BI war dabei Archivoberinspektor Frieder Boss, der aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements im Gemeindearchiv Messel bereits über Kontakte zur BI verfügte. Am 10. Juni 1998 wurden die Unterlagen in ungeordnetem Zustand vom ehemaligen Vorsitzenden der BI Willy Mößle abgegeben und im Aktenzugangsbuch unter der Nummer 39/1998 als Bestand N 21 [Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V.] erfasst. Kurz nach der Ablieferung wurde der Bestand durch Archivoberinspektor Frieder Boss gesichtet, er verzeichnete auch die ersten 38 Einheiten. Im April 2011 wurde der Bestand dann durch die Archivinspektoranwärterinnen Andrea Heck und Sabine Gössel erstmals geordnet. Dabei wurden eine Klassifikation erstellt und erste Verzeichnungseinheiten gebildet. Der Abschluss der Ordnungsarbeiten und die Verzeichnung selbst erfolgte durch Archivoberrat Dr. Rainer Maaß im August und September 2011.
Geschichte des Bestandsbildners: Aufgrund landespolitischer Bestrebungen in den frühen 1970er Jahren, in der Fossilienfundstätte Grube Messel eine zentrale Mülldeponie einzurichten, regte sich alsbald Widerstand in der Messeler Bevölkerung, was am 5. April 1975 zur Gründung der BI mit dem Ziel der Verhinderung dieser Pläne führte. Im Zuge der durch die BI in die Öffentlichkeit getragenen Debatte um die 1977 vom Landkreis beantragte Planfeststellung klagten 55 Mitglieder gegen den 1981 erfolgten Planfeststellungsbeschluss. Nach dem Zug durch die hessischen Gerichtsinstanzen wurde der Planfestellungsbeschluss 1988 für rechtswidrig erklärt und aufgehoben, die Grube Messel ging in den Besitz des Landes Hessen über und wurde zum Bodendenkmal erklärt. Die zeitgleiche Suche des Landkreises nach Alternativstandorten für eine Mülldeponie im Umkreis der Grube Messel führte 1992 zu einer Anpassung der Vereinsziele der BI. Einerseits weiterhin der Grube Messel verbunden, wollte die BI diese als Fossilienfundstätte erhalten und als UNESCO-Weltnaturerbe eintragen lassen. Andererseits sollte nun auch die geplante Hochdeponie am Grubenrand im Zimmerer Wald verhindert werden. Die im Rahmen eines Mediationsverfahrens geführten Diskussionen von Befürwortern und Gegnern endeten 1997 damit, dass die Pläne für eine Mülldeponie für den Standort Messel aufgegeben wurden. Am 10. Juni 1998 löste sich die BI satzungsgemäß aufgrund des Erreichens ihrer Ziele auf.
Findmittel: Online-Datenbank (HADIS)
Referent: Marion Coccejus
Bearbeiter: Bestand vollständig verzeichnet
Der Bestand besteht aus den Sammlungen der BI-Vorstandsmitglieder Willy Mößle, Karl Wenchel und Georg Beck, größtenteils ließ sich die jeweilige Provenienz nicht mehr eindeutig feststellen.
Bestandsgeschichte: Im Zuge der Auflösung der Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V. (BI) wurde am 30. Dezember 1997 durch die Hauptversammlung beschlossen, die im Laufe der Jahre im Zusammenhang mit der Tätigkeit für die BI entstandenen Unterlagen einzelner Vorstandsmitglieder dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt zu übergeben. Ansprechpartner der BI war dabei Archivoberinspektor Frieder Boss, der aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements im Gemeindearchiv Messel bereits über Kontakte zur BI verfügte. Am 10. Juni 1998 wurden die Unterlagen in ungeordnetem Zustand vom ehemaligen Vorsitzenden der BI Willy Mößle abgegeben und im Aktenzugangsbuch unter der Nummer 39/1998 als Bestand N 21 [Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V.] erfasst. Kurz nach der Ablieferung wurde der Bestand durch Archivoberinspektor Frieder Boss gesichtet, er verzeichnete auch die ersten 38 Einheiten. Im April 2011 wurde der Bestand dann durch die Archivinspektoranwärterinnen Andrea Heck und Sabine Gössel erstmals geordnet. Dabei wurden eine Klassifikation erstellt und erste Verzeichnungseinheiten gebildet. Der Abschluss der Ordnungsarbeiten und die Verzeichnung selbst erfolgte durch Archivoberrat Dr. Rainer Maaß im August und September 2011.
Geschichte des Bestandsbildners: Aufgrund landespolitischer Bestrebungen in den frühen 1970er Jahren, in der Fossilienfundstätte Grube Messel eine zentrale Mülldeponie einzurichten, regte sich alsbald Widerstand in der Messeler Bevölkerung, was am 5. April 1975 zur Gründung der BI mit dem Ziel der Verhinderung dieser Pläne führte. Im Zuge der durch die BI in die Öffentlichkeit getragenen Debatte um die 1977 vom Landkreis beantragte Planfeststellung klagten 55 Mitglieder gegen den 1981 erfolgten Planfeststellungsbeschluss. Nach dem Zug durch die hessischen Gerichtsinstanzen wurde der Planfestellungsbeschluss 1988 für rechtswidrig erklärt und aufgehoben, die Grube Messel ging in den Besitz des Landes Hessen über und wurde zum Bodendenkmal erklärt. Die zeitgleiche Suche des Landkreises nach Alternativstandorten für eine Mülldeponie im Umkreis der Grube Messel führte 1992 zu einer Anpassung der Vereinsziele der BI. Einerseits weiterhin der Grube Messel verbunden, wollte die BI diese als Fossilienfundstätte erhalten und als UNESCO-Weltnaturerbe eintragen lassen. Andererseits sollte nun auch die geplante Hochdeponie am Grubenrand im Zimmerer Wald verhindert werden. Die im Rahmen eines Mediationsverfahrens geführten Diskussionen von Befürwortern und Gegnern endeten 1997 damit, dass die Pläne für eine Mülldeponie für den Standort Messel aufgegeben wurden. Am 10. Juni 1998 löste sich die BI satzungsgemäß aufgrund des Erreichens ihrer Ziele auf.
Findmittel: Online-Datenbank (HADIS)
Referent: Marion Coccejus
Bearbeiter: Bestand vollständig verzeichnet
4,75 m
Bestand
Korrespondierende Archivalien: HStAD H 15 Darmstadt, Prozessakten Willy und Margarete Mößle ./. Land Hessen (III / 2 E 489/82) sowie von 27 weiteren Mitgliedern der BI ./. Land Hessen
Korrespondierende Archivalien: HStAD N 8 Die Grünen, Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg, Nr. 73-75, 77, 91
Korrespondierende Archivalien: HStAD Best. H 12 Darmstadt Nr. 4789, Prozess Zweckverband Abfallbeseitigung Grube Messel ./. Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V.
Korrespondierende Archivalien: HHStAW Abt. 502 Nr. 11674 und Nr. 11675
Korrespondierende Archivalien: HStAD O 66 Dienstnachlass Heil, 1. Grube Messel
Literatur: Stephan Schaal und Ulrich Schneider (Hrsg.): Chronik der Grube Messel, Gladenbach 1995.
Literatur: Manfred Raab: Müll oder Fossilien? Der Kampf um den Erhalt der Fossilienfundstätte Grube Messel. Eine historisch-politische Dokumentation, Schriftenreihe zur Grube Messel, Heft 3/1996, Messel 1996.
Korrespondierende Archivalien: HStAD N 8 Die Grünen, Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg, Nr. 73-75, 77, 91
Korrespondierende Archivalien: HStAD Best. H 12 Darmstadt Nr. 4789, Prozess Zweckverband Abfallbeseitigung Grube Messel ./. Bürgerinitiative zur Verhinderung der Mülldeponie Grube Messel e.V.
Korrespondierende Archivalien: HHStAW Abt. 502 Nr. 11674 und Nr. 11675
Korrespondierende Archivalien: HStAD O 66 Dienstnachlass Heil, 1. Grube Messel
Literatur: Stephan Schaal und Ulrich Schneider (Hrsg.): Chronik der Grube Messel, Gladenbach 1995.
Literatur: Manfred Raab: Müll oder Fossilien? Der Kampf um den Erhalt der Fossilienfundstätte Grube Messel. Eine historisch-politische Dokumentation, Schriftenreihe zur Grube Messel, Heft 3/1996, Messel 1996.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
01.07.2025, 12:49 MESZ